Werben für´s Sterben – Waffenshow für Arbeitsagentur und Jobcenter

Kooperation Bundeswehr und Arbeitsamt

aktuelle Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift vom Arbeitsamt (Dialog)

 

Arbeitsagentur und Jobcenter gehen mit der Bundeswehr Hand in Hand. Die Kooperation zwischen den genannten Institutionen ist nichts neues. So habe ich bereits in dem Artikel auf die konkreten Bestandteile der Kooperation aufmerksam gemacht.

Kurze Zeit später ist mir in der internen Mitarbeiterzeitschrift DIALOG ein Artikel in aufgefallen, in dem eine Kampagne „zur Gewinnung von Kurzdiener[*innen]“ aufgefallen. Diesen Artikel habe ich unter dem Titel ebenfalls online gestellt.

Jetzt glänzt die Mitarbeiterzeitschrift mit einem Bericht über ein Besuch von 50 Mitarbeiter*innen von Jobcenter und Arbeitsagenturen bei der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne in Immendingen. Die Mitarbeiter*innen „informierten sich hautnah, sogar mit Waffenschau, über berufliche Perspektiven, die die Bundeswehr bieten kann.“

Oberstleutnant Jakobeit erläuterte den Mitarbeiter*innen u.a., dass die Karriereberater*innen bei der Nachwuchswerbung die vielen Möglichkeiten im zivilen und militärischen Bereich darstellen. Aber „natürlich immer mit Blick auf die besonderen Rahmenbedingungen einer Karriere bei der Bundeswehr.“

Welche Rahmenbedingungen denn? In dem Artikel werden keine genannt. Scheint also eher unwichtig zu sein, dass es die Hauptaufgabe der Bundeswehr ist, die neue aggressivere Außenpolitik der deutschen Regierung umzusetzen.

Die aggressivere Außenpolitik hat damit begonnen das Herr Gauck im Rahmen der jährlich stattfindenden „Sicherheitskonferenz“ in München das Ende einer „Kultur der Zurückhaltung“ angekündigt hat. Danach hat auch Kriegsministerin Von der Leyen und Außenminister Steinmeier in das gleiche Horn geblasen.

Was heißt das für die Bundeswehr? Wenn die bisherigen Bundeswehreinsätze (Afghanistan, an der Grenze zu Syrien, etc.) die „Kultur der Zurückhaltung“ sind, dann wird es in der Zukunft noch viel mehr Kampfeinsätze der Bundeswehr geben.

In der Folge werden noch mehr Menschen der bürgerlich-kapitalistischen Ordnung in Deutschland zum Opfer fallen. Denn was ist schon wichtiger: die „Wirtschaft“ oder Menschenleben?
Im Kapitalismus eindeutig das erstere. In der stark export-orientierten Wirtschaft Deutschlands werden Handlungswege abgesichert und die Kontrolle über wichtige Ressourcen auch militärisch durchgesetzt. Außerdem werden weitere Märkte erschlossen, wie z.B. im Fall von der Ukraine ganz aktuell.

Der ganze Konflikt dort wurde ursprünglich wegen dem gescheiterten Beitritt zum Assoziationsabkommen der EU von westlicher Seite geschürt.

Die Rahmenbedingungen sind eben genau das Politikum, weswegen die Bundeswehr in einem noch schlechteren Licht steht, als sie es schon sowieso aus strukturellen Gründen tut.

Um die Mitarbeiter*innen von der Bundeswehr als „guten Arbeitgeber“ zu überzeugen muss die Zeitschrift diese Rahmenbedingungen ausklammern. Und das ist auch der Sinn der DIALOG-Artikel: Bundeswehr-Propaganda für die Mitarbeiter*innen vom Jobcenter und Arbeitsagentur. Je mehr davon überzeugt sind, dass die Bundeswehr ein ganz „normaler Arbeitgeber“ ist, umso besser. Werben für´s Sterben also.

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5 responses to “Werben für´s Sterben – Waffenshow für Arbeitsagentur und Jobcenter”

  1. Alfred says :

    Hat jemand das im Internet kursierende und noch ziemlich aktuelle Bild eines kleinen Kindes mit halb zerfetztem Schädel, worüber ein vor unsäglichem Schmerz wahnsinniger Vater in Tränen aufgelöst sich beugt und von „Helfern“ weggezerrt werden muss, gesehen?
    So absolut grausam und herzzereissend das selbst in der Betrachtung aus sicherer „Distanz“ sich anfühlt, das ist noch NICHT der Krieg. Das sind vielleicht 3 Prozent der Schrecken des Krieges!!! Das heisst, falls Zahlenmaterial auch selbst nur spekulativer Weise heranzuziehen hier nicht zum abolut unsinnigen Unterfangen gerät!

    Mitunter beschleicht mich tatsächlich der Verdacht, man hält einen Kriegsgegner (und damit Gegner der den Krieg symbolisierenden Bundeswehr) wie mich und M. Kallwass für Verrückte.

    Ich schlage deshalb vor, all diejenigen, die solch zerstörerisches und blindwütig menschenverachtendes Treiben kriegspropagandahaft glorifizieren , um sich ihre fetten Anteile an dem großen Käse zu sichern (und es sind ihrer einige), sollten einmal selber in die Schlacht ziehen. Sie reissen doch sonst das Maul so weit auf, wenn es um Wettbewerb und mit harten Bandagen geführten Kampf geht???!!!

    Aber da erwartete euch nur Blut, abgerissene Gliedmassen, das eigene Blut zu Eis gefrieren lassende Schmerzensschreie, Höllenfeuer, erstickender Qualm und alle nur vorstellbaren und unvorstellbaren Schrecken und Entsetzen, liebe Leute, so dass ein schneller Tod ein Wirken des Himmels wäre!

    Nun, dahin geht, dort, wo doch eure Heimat ist – oder haben wir da etwas falsch verstanden? Schürt ihr nicht täglich anderen die Hölle? Kriegt ihr nicht Heimweh?

  2. Alfred says :

    …Ich hatte es bisher zu unterlassen gedacht, will aber dennoch noch einmal explizit darauf bestehen: Ja, das Bild ist „echt“. Selbst wenn es das „nur“ unter einem höheren Gesichtpunkt wäre, wäre das eine Bestätigung höchster Echtheit!
    Einerseits befolgt der Krieg seine eigenen Regeln, andererseits gib es keine unfehlbare Präzision, solange fehlbare Menschen dahinterstehen.

    Und so könnte man dem Herrn als Kriegstreiber „beschimpften“ Herrn Steinmeier, der daraufhin sein „die Wahrheit ist etwas komplizierter“ zum Besten gegeben hatte, erwidern: Sagen Sie das mal irgendwelchen Eltern, die gerade entsetzt auf die dampfende, verkohlte Leiche ihres Kindes starren, selbst leichenblass – die Wahrheit sei etwas komplizierter!

  3. dr. müller says :

    Kritischer: warum diskutiert Ihr auf Deinen Seiten mit dem bekannten Arbeitslosenhasser, Besserwisser und Linkenhasser Berthold Kogge? Der erscheint praktisch in jedem Forum, belästigt jeden mit seinen nervigen arbeitslosenfeindlichen Thesen, lässt keine Gegenargumente gelten und flog schon aus einigen Netzwerken heraus- warum wohl? In seiner Heimatstadt Lübeck ist der selbst beim Unternehmerstammtisch negativ mit seinem Linkenhass und der Hatz auf Arbeitslose aufgefallen!Diskustieren lohnt mit dem nicht!!

  4. ingo29 says :

    Kritischerkommilitone: „In der Folge werden noch mehr Menschen der bürgerlich-kapitalistischen Ordnung in Deutschland zum Opfer fallen. Denn was ist schon wichtiger: die „Wirtschaft“ oder Menschenleben?“

    In „Der große Diktator“ ist am Ende des Films eine großartige Schlussrede** zu hören. Charles Chaplin hat sich mit diesem Film selbst ein Denkmal gesetzt. Seine weisen Worte – eine Rede von Humanität, Freiheit und Frieden – kann man auch Eins zu Eins auf den ausufernden Raubtierkapitalismus übertragen, der heutzutage die Menschen auf der Welt genauso bedroht, wie damals die unmenschlichen Kriege die von Monarchen und Diktatoren angezettelt wurden. Die heutigen Soldaten werden zwar nicht mehr in fremde Länder geschickt, um diese Länder zu erobern, sie werden aber auch nicht in Krisengebiete geschickt um dort die Demokratie hinzubringen. Der wahre Grund für die Anwesenheit von fremden Soldaten in diesen Ländern, ist, dafür zu sorgen, dass die Bodenschätze dort nicht in die „falschen Hände“ geraten und der Raubtierkapitalismus durch die Ausbeutung dieser Länder sich wieder Milliarden Euros/Dollars in die Tasche stecken kann, von dem aber kein Cent bei dem kleinen Bürger jemals ankommt. Heute geht kein Krieg mehr von Deutschland aus?! Deutschlands Rüstungsindustrie ist mit seinen Waffenexporten auf Platz 3. So gesehen geht von Deutschland immer noch ein Krieg aus, nur merken die Deutschen von diesem „Kriegsspiel“ kaum etwas.
    Dass die BA und die Jobcenter zu diesem „Kriegsspiel“ ihren Beitrag leisten, verwundert einen aber nicht wirklich. Eine Behörde die Menschen in die Obdachlosigkeit schickt und schwangere Frauen sanktioniert, so eine Behörde schickt junge Menschen auch in Kriegsgebiete.

    **Charles Chaplins (gekürzte) Schlussrede in der große Diktator: „Auf dieser Welt ist Platz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen. [….] Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Unschuldige zu quälen und in Ketten zu legen. Alle denen, die mich jetzt hören, rufe ich zu: Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid, das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füßen treten, werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. […] Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen! Daher im Namen der Demokratie, lasst uns diese Macht nutzen, lasst uns zusammenstehen, lasst uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt, die jedermann gleiche Chancen gibt. Die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. […] Lasst uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit, in der die Vernunft siegt, in der Fortschritt und Wissenschaft uns allen zum Segen gereichen!“.

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