Beitrag zur Sanktionsdebatte (Christel T.)

*zitiert aus dem Blog von Christel T., eine Jobcenteraktivistin
Quelle: http://jobcenteraktivistin.wordpress.com/

Wenn von Sanktionen der Jobcenter die rede ist, geht es meist auch ganz schnell um das Grundgesetz.

Der Grund dafür sind zwei Urteile des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG), aus denen juristische Laien (und einigen wenige JuristInnen) ohne Weiteres herauslesen können, daß diese Sanktionen verfassungswidrig sind.

In 2010 hatte das BVerfG geurteilt, daß das “Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums” sich aus der Verbindung von Art.1 und Art.20 des Grundgesetzes ergibt. Ausschlaggebend für die Höhe dieses Existenzminimums sei allein der Bedarf.

Nun kann man sich als juristische Laiin leicht ausrechnen, daß es den Bedarf (z.B. an Nahrung) nicht ändert, wenn man eine Bewerbung weniger abschickt.

In 2012 urteilte das BVerfG, die Höhe der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz dürfe nicht nach migrationspolitischen Gesichtspunkten, sondern allein nach dem Bedarf bestimmt werden.

Daraus können juristische Laien leicht schließen, daß dasselbe dann auch für arbeitsmarktpolitische Gesichtspunkte gelten muß.
Insofern haben die beiden Urteile allen von Sanktionen Bedrohten und Betroffenen große Hoffnung gemacht, und seitdem kommt das Grundgesetz häufig in Debatten um Sanktionen vor, zum Beispiel am 19.07.2013 in diesem Streitgespräch.

Als Nachtrag dazu ist nun hier ein weiterer Beitrag zur Debatte erschienen. Der Text läßt deutlich die Enttäuschung über die Positionierung von Uwe Berlit (Vorsitzender Richter am Bundesverwaltungsgericht) erkennen, der in Einzelfragen zu recht häufig im Interesse Erwerbsloser zitiert wird. Inhaltlich finde ich die Krititk aber gerechtfertigt.

*alle Verweise im Überblick:

Urteil vom Bundesverfassungsgericht vom 09.02.2010:

Urteil vom Bundesverfassungsgericht 2012 (Bedürftigkeit entscheident, nicht Herkunft):

Streitgespräch über Sanktionen:

Anmerkungen zur Debatte:

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49 responses to “Beitrag zur Sanktionsdebatte (Christel T.)”

  1. Unbequem says :

    Eigentlich gibt es nichts zu diskutieren. Ein Sozialstaat hat die Verpflichtung all jenen Bürgern ein Existenzminimum zu garantieren, für die er nicht anderweitig Möglichkeiten schafft, sich selbst zu versorgen.

    Die ganze Debatte würde eine andere Wendung nehmen, wenn sich in den Köpfen der Menschen wieder der eigentliche Begriff, nämlich den der: Hilfebedürftigen, verfestigen würde.

    Euphemistische Formulierungen wie: Kunde, oder ALG II-Empfänger, lassen ein ganz anderes (Feind)Bild entstehen. Den eines nichtsnutzigen Langzeitarbeitslosen, der sich an unseren „Sozialleistungen“ bereichert. Das es sich bei allen, für die einfach keine Jobs mehr zur Verfügung stehen, um Hilfebedürftige handelt, kommt in den Köpfen der Menschen nicht mehr an. Mediale und politisch motivierte Hetze, zeigen ihre Wirkung.

    Das sich nun auch offenbar einige hochrangige Juristen nicht zu schade sind, diese neoliberale Denke zu tranportieren, ist „staatstragend“ betrachtet, verständlich.
    Menschlich gesehen ist es einfach: Verwerflich!

  2. Ingo says :

    Man kann noch so oft die beiden angesprochenen Urteile des Bundesverfassungsgerichts zitieren, (BVerfG vom 9.2.2010 – 1 BvL 1/09, sowie BVerfG vom 18.7.2012 – 1 BvL 10/10), es wird sich aber trotzdem nichts ändern. Schon deshalb nicht, weil die Politik nichts an der momentanen Situation für Millionen Betroffener ändern möchte. Die Menschenrechte wurden für Millionen von Hartz-IV-Empfängern in Deutschland von unseren „Volksvertretern“ einfach aufgehoben.

    Das Bundesverfassungsgericht ist scheinbar zu einer Karnevalsveranstaltung mutiert, in denen Leute in roten Kostümen sitzen und Urteile sprechen, an denen sich unsere gewählten Büttenredner in Berlin aber nicht mehr halten. Wenn unsere Politiker sich schon nicht daran halten, was die „Hüter des Grundgesetzes“ in Karlsruhe vorgeben, wie kann man dann von dem kleinen JC-Mitarbeiter verlangen, dass er sich an das Grundgesetz und die Menschenrechte zu halten hat?

  3. Unbequem says :

    … wie kann man dann von dem kleinen JC-Mitarbeiter verlangen, dass er sich an das Grundgesetz und die Menschenrechte zu halten hat?

    Der kleine JC-Mitarbeiter executiert hier offenbar Gesetze die nicht mit unserem Grundgesetz vereinbar sind. Das dürfte selbst für einen durchschnittlich begabten JC-Mitarbeiter mittlerweile erkennbar sein. Das herausreden auf die bestehende SGB-Gesetzgebung und die Anweisungen eines Dienstherren entbinden ihn nicht von seiner Verantwortung, die er mit seinem Gelöbnis oder seinem Diensteid auf die für uns alle geltende Verfassung geleistet hat.

    Persönlich motivierte Hemnisse der JC-Mitarbeiter sind verständlich, dürfen hier aber nicht zur allgemeinen Handlungsgrundlage verkommen, nach dem Motto: Für oder Wider die Menschenrechte nach persönlichem Gusto.

    Genau so wenig, wie wir denen, die arbeitsmarktpolitische Interessen in Gesetze gegossen haben, nun nicht auch noch die Menschenwürde zur Begriffsbestimmung überlassen sollten.

    • Ingo says :

      @ Unbequem

      „Der kleine JC-Mitarbeiter executiert hier offenbar Gesetze die nicht mit unserem Grundgesetz vereinbar sind. Das dürfte selbst für einen durchschnittlich begabten JC-Mitarbeiter mittlerweile erkennbar sein.“

      Dreiviertel der JC-Mitarbeiter begreifen nicht was sie dort mit dem menschenverachtenden SGB II für ein Leid anstellen und die restlichen JC-Mitarbeiter dürfen es nicht begreifen, wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten möchten. Das ist leider die bittere Realität.

      „….. Gelöbnis oder seinem Diensteid auf die für uns alle geltende Verfassung geleistet hat.“

      Das hatte ich ja schon angesprochen. Wenn selbst der Dienstherr (Bundesministerium für Arbeit) sich nicht an die geltende Verfassung hält und auch nicht an die Urteile des Bundesverfassungsgerichts, dann wird der kleine JC-Mitarbeiter sicherlich nicht zum Wohle der Alg II-Menschen handeln und damit seinen Job aufs Spiel setzen. Mit dem Hinweis an einen JC-Mitarbeiter – „Grundsätzlich trägt der Beamte die Verantwortung für die Rechtmäßigkeit seiner dienstlichen Handlung. Machen Sie doch von Ihrer Remonstrationspflicht einmal Gebrauch. Das ist in § 63 BBG (Bundesbeamtengesetz) geregelt und damit genießen Sie einen Schutz gegenüber Ihrem Dienstherrn.“ – kann der kleine JC-Mitarbeiter nichts anfangen, weil er 1.) selbst in dem Spinnennetz gefangen ist und Angst hat und 2.) lieber die Hartzer fressen lässt als sich selbst.

  4. Alfred says :

    @Ingo

    „Dreiviertel der JC-Mitarbeiter begreifen nicht was sie dort mit dem menschenverachtenden SGB II für ein Leid anstellen und die restlichen JC-Mitarbeiter dürfen es nicht begreifen, wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten möchten. Das ist leider die bittere Realität.“

    Nun zum Einen, und das ist der wesentliche Punkt, KÖNNTEN sie in der Mehrheit es aber begreifen, wenn sie wollten, getreu dem immer wieder gerade in ihrem „Hause“ angewandten Grundsatz: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“

    Zum anderen ist das Argument, nach welchem ihnen Linientreue bis zur völligen Entäußerung zum Gebot gemacht wird, ein Selbstläufer.
    Demnach könnten wir alle jederzeit unser Verschulden auf andere abwälzen und alles bis hin zur Mitgliedschaft bei der Mafia damit rechtfertigen.
    Und so nachvollziehbar aus der Sicht eines unvollkommenen Menschen das Fehlverhalten einiger Jobcentermitarbeiter auch scheinen mag und leicht es gesagt ist: Wir alle haben im Leben die Aufgabe zu bekommen, uns mehr und mehr von unseren Ängsten, Sorgen und Nöten unabhängig zu machen.
    Deshalb darf man gerade von den dortigen Angestellten verlangen, wenn sie den Anspruch erheben, jemandem bei seiner eigenen (beruflichen und menschlichen) Entwicklung mit Rat und Tat zur Seite stehen zu wollen und hier und da sogar eine überaus besserwisserische Haltung einnehmen, zunächst an sich selbst eine entsprechende Persönlichkeitsarbeit zu leisten oder geleistet zu haben!

  5. Unbequem says :

    Deshalb darf man gerade von den dortigen Angestellten verlangen, wenn sie den Anspruch erheben, jemandem bei seiner eigenen (beruflichen und menschlichen) Entwicklung mit Rat und Tat zur Seite stehen zu wollen und hier und da sogar eine überaus besserwisserische Haltung einnehmen, zunächst an sich selbst eine entsprechende Persönlichkeitsarbeit zu leisten oder geleistet zu haben!

    Zumal, gerade die SGB II-Gesetzgebung erfordert von ihrem Wesen her eine hohe sozial-pädagogische Sach- und Fachkompetenz von ihren Mitarbeitern.

    Wie die einzelnen JC diesem Anspruch gerecht werden wollen, wenn dort zum Teil völlig fachfremde und zeitlich befristete Mitarbeiter rekrutiert werden, zum anderen Fallzahlen von 150 -300 „Kunden“ pro Monat keine Seltenheit sind, kann sich jeder selbst ausmalen.

    Für ein Wirtschaftsunternehmen das sich am Markt behaupten und seine Kunden selbst akquirieren muss, wären solch eine Management- und Personalpolitik, das sichere Aus. Alleine daran wie die BA und die JC aufgestellt sind kann man erkennen, es geht vorrangig um das Verwalten von Arbeitslosen (koste es was es wolle), keineswegs wie immer behauptet, um Vermittlung in Beschäftigung (dazu ist dieser Moloch viel zu unflexibel und zu träge).

    Mich würden einmal verlässliche Zahlen interessieren, die ein einzelner Leistungsempfänger rein an Verwaltungsaufwand summa summarum den Steuerzahler kostet.

  6. Alfred says :

    Ich muß noch einmal auf meinen Beitrag zurückkommen. Die dort angeführten Wahrheiten sind dies vor allem isoliert betrachtet; deshalb will ich versuchen, die in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Wollen wir es gemeinsam versuchen!

    Nichts liegt mir ferner, als Jobcentermitarbeiter als Personengruppe verunglimpfen zu wollen oder auch nur einen einzigen davon zu diesem Gebrauchszweck hervorzuzerren. Man verrennt sich gar allzu leicht, muß sich selbst in acht nehmen. Allein hieraus schon möge man nur ersehen, wie alles in und um uns umher ziemlich darbt und krankt.
    Dieses Jobcenterpersonal ist im Ganzen genommen weder irgendwie besser noch schlechter als die von ihnen „betreuten“ Hilfebedürftigen auf der anderen Seite (wie gesagt, im Durchschnitt) – diesen oder jenen Maßstab angelegt.
    Selbstverständlich gibt es auch unverschämte oder gar schon von Haus aus gewalttätige Hartz-4-Empfänger, sei der Gerechtigkeit halber angemerkt. Und tatsächlich hat man auf beiden Seiten bisweilen die Rollen gewechselt, wenn nicht, unter einem höheren Gesichtspunkt, alles im Grunde Hilfeempfänger sind. Diese Dinge sind unbestritten wahr.

    Behalten wir zu einem besseren Verständnis vorerst die Auftrennung bei, hat ebenfalls meine Zustimmung, daß manche der unter einem JC Bediensteten in dem ihnen gesetzten Rahmen auch wirklich nett, freundlich, kollegial und hilfsbereit auftreten. Und das so sehr – mitunter hätte ich keine Probleme, mir vorzustellen, mit ihnen Bootsfahrten oder dergleichen Privatvergnügungen zu unternehmen. Momentweise.

    Doch wie schon die Vergangenheit zur Genüge gezeigt hat, kann man selbst unter den in einen säuselnden Stimmklang gepackten freundlichsten Worten jemandem gezielt die Faust ins Gesicht rammen. Ja in gewisser Weise ist dies sogar das höchste Übermaß an Unhöflichkeit – ist Perversion.
    Wenn ich die folgende Bemerkung anbringe, will ich ausdrücklich damit niemanden auf dieselbe Stufe stellen, sondern lediglich feststellen. Es hat in allen Zeitaltern „Mächtige“ gegeben, die haben arme Geschöpfe mit freundlichsten Worten eingewickelt, sie hochleben lassen und vielleicht sogar in dem ihnen möglichsten Maße geliebt, ehe sie sie etwa während eines Festschmauses jauchzend, doch kaltblütig umbrachten, auch ohne dass diese sich selbst nach dem Maßstab damaliger Sitte danebenommen hätten.
    Und womit „entschuldigten“ sie dies alles? Nun, es sei der Wille des nächsthöheren Mächtigen, bis hinauf zur Gottheit selbst, als insoweit sich keine Zwischenstation mehr anbot. Daher auch oft die förmliche Gleichsetzung.
    So sehr der Vergleich im Detail auch hinkt: da die Vermittler in das Leben der zumeist unschuldig dazu gewordenen Arbeitslosen gleichsam autoritär eingreifen (und nicht umgekehrt), haben sie die höhere – nahezu untragbare – Verantwortung zu tragen. An dieser Tatsache gibt es einmal kein Vorbei, und diese haben sie zu akzeptieren, zu verkraften und zu verarbeiten. Ja, man spielt auch ihnen ziemlich übel mit. Oder?

    Heute ist unser Bewußtsein ein anderes!!! Heute ist unser Bewußtsein ein ganz anderes. Erweisen wir uns selbst die Ehre.

    Unter diesen Verhältnissen wird es furchtbar schwer jemandem Vertrauen entgegenzubringen, könnte man unter anderem daraus herauslesen. Und wirklich haben wir einen gewaltigen Vertrauensverlust erlitten. Gerade auch aus dem letzten Kommentar von Ingo schlägt einem die pure Ohnmacht förmlich entgegen. Ehrlich, wen wundert es?

    In dieser allgemein vergifteten Atmosphäre, wo der Pesthauch mehr oder weniger stark, direkt und anhaltend jedermann anweht, verliert man leicht das Vertrauen in und zu sich selbst! Und dies bestätigt man sich, indem man weiter von sich abrückt in einer Art gewaltiger Selbsttäuschung: damit man nach dieser abstrusen Logik wenigstens an ETWAS festhalten kann! Folge: Neurosen, Psychosen. Wahrlich, das sich selbst verstärkende System blickt überall durch.

    Ih wüßte keinen Ausweg da heraus als immer wieder eine Neuorientierung zu versuchen, zu reflektieren, vielleicht meditieren und sich sozial zu engagieren. Man muß bei sich selbst ansetzen, eine andere, ursprünglichere Lösung gibt es nicht.

  7. Unbequem says :

    Ih wüßte keinen Ausweg da heraus als immer wieder eine Neuorientierung zu versuchen, zu reflektieren, vielleicht meditieren und sich sozial zu engagieren. Man muß bei sich selbst ansetzen, eine andere, ursprünglichere Lösung gibt es nicht.

    Diesem gutgemeinten – für beide Seiten des Schreibtisches gültigen – Ratschlag steht ein politisch gewolltes System gegenüber, indem für derlei zwischenmenschliche Bedürfnisse kein Platz mehr ist.

    Dieses System ist nicht darauf ausgelegt aus einem gewalttätigen Hartz IV-Empfänger einen Pazifisten zu formen, genausowenig wie es nicht sonderlich die freundlichen und netten JC-Mitarbeiter fördert.

    Woran aber soll sich ein Mensch orientieren, wenn er ständig einem neoliberalen Dogma ausgesetzt ist, dass ihm einimpft: Nur der Starke hat eine Chance in der Gesellschaft.

    Nur die wenigsten werden – erst einmal zurückgeworfen auf sich selbst – sich eines besseren besinnen können. Das mag unserer älteren Generation noch gelingen, haben wir doch andere – nicht unbedingt bessere, aber doch sozialverträglichere Zeiten – kennen gelernt. Auf was sollen sich denn nach uns folgende Generationen (rück)besinnen?

    Der Mensch ist keine feste Konstante, sondern die Summe seiner Sozialisation. Die ist und war noch nie frei- und selbsbestimmt, sondern vollzieht sich in einem gesellschaftlich vorgegenen Rahmen.

  8. Alfred says :

    @Unbequem

    Der Mensch ist keine feste Konstante, sondern die Summe seiner Sozialisation. Die ist und war noch nie frei- und selbsbestimmt, sondern vollzieht sich in einem gesellschaftlich vorgegenen Rahmen.

    Da gebe ich Ihnen bedingt recht. Was ich sage, ist, dass jeder ETWAS tun kann. Einfach jeder. Undwenn er sich nur in sich zurückzieht und Atemzüge zählt.

    Keiner von uns darf sich vermessen, sämtliche nur möglichen Perspektiven einnehmen zu können. Niemand hat das Recht, jemandem in allen Belangen. vorzuhalten, was gut für ihn sei und was nicht. Jedenfalls nicht, solange es sich um einen normalen Erwachsenen handelt.

    Sondt würden wir alle wirklich den letzten Rest an Selbstbestimmung abgeben und wahnsinnig gewordenen Regierenden blind das Feld überlassen. Dann, ja dann dürfte jeder mit Fug und Recht von sich behaupten: „Es ist ganz gleich, was – ich tue immer das, was man mir vorschreibt.“

    Merken Sie etwas? Wir wollen uns nicht selbst widersprechen.

  9. Alfred says :

    …Und außerdem gebe ich Ihnen Recht. Dies System ist außerordentlich pervers und setzt hier sogar immer wieder neue Maßstäbe.

    Gestern ging durch die Hauptmedien, dass Hartz 4 Empfängern nach der bald erfolgenden „Reform“ nun bei mehrmaligem Nichterscheinen zu einem Termin das Geld irgendwann vollständig gekürzt werden solle. Ganz offiziell jetzt also. Auf 0,0 €! Weiterhin klärte uns der Beitrag auf, dass dies sich keinesweges schikanös gegen die H4-Empfänger richtete. Es diene lediglich der Vereinfachung der Bürokratie.
    Ein Peter Klöppel in Hochform verkündete dies mit einem überaus symphatischen Lächeln. So, so.

    Wenn jemand sich verspätet, ist die einzig ausgewogene und gerechte Strafe dafür selbstverständlich der Entzug der allerletzten Mittel. Und falls jemand ein Brot stiehlt, schicken wir ihn oder sie auf die Galeeren.

    Wir legen Ihnen die Schlinge um den Hals und ziehen zu, doch nehmen Sie’s ja nicht zu persönlich. Sie sind das beste Öl für unsere Maschinerie.

    Mein Gott, sind wir wieder in halbbarbarischen Zeiten angelangt? Mir scheint manchmal, selbst im Frühbarock, ja sogar Mittelalter sei die Gesellschaft schon weiter gewesen.

    Alle die das hier lesen, sollten sich auf ihr Gewissen fragen, ob es nicht spätestens jetzt allerhöchste Eisenbahn wären, das Ihnen Machbare dagegen zu unternehmen!!!??? Und wäre es noch so wenig. In ihrem EIGENEN, ganz in ihrem EIGENEN Sinne!
    Ob und inwieweit das hilft, sei zunächst einmal dahingestellt. Es ist oberste Menschenpflicht, hier einzugreifen.

    Denn wirklich herausreden kann sich kaum jemand. Man höre die Leute auf der Strasse sprechen und erlangt bald einigen Aufschluss darüber, wie wenig grundsätzliche Charakterzüge diese einfachen Leute und ihre Herrschenden voneinander trennen (es bedurfte gar keiner statistischen Wahlfälschung). Teils sehr unbewusst natürlich, aufgrund der vielfachen Manipulation. Doch wir sind unserem Unterbewussten eben nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Man kann immer weiter verdrängen oder sich seinen Ängsten stellen. Dem einen wird das schwer, dem anderen eher leicht gemacht. Unmöglich keinem. -Und ich rede hier aus Erfahrung.

    • Unbequem says :

      Mein Gott, sind wir wieder in halbbarbarischen Zeiten angelangt? Mir scheint manchmal, selbst im Frühbarock, ja sogar Mittelalter sei die Gesellschaft schon weiter gewesen.

      Es hat eben eine Weile gebraucht, bis sich ein System durchgesetzt hat das all die negativen Eigenschaften des Menschen befördert: Kapitalismus.

      Im Grunde sind wir wieder in der Höhle angekommen – auf einem höheren technischen Niveau – aber im Wesen genau noch so primitiv und gewaltbereit wie unsere urzeitlichen Vorfahren. So sehr ich es mir wünschen würde, dass der Mensch sich endlich auf sich selbst besinnt. Aber auch da hat er schon frühzeitig versagt und seine eigene Verantwortung an alle Arten von Religionen, Götter u. ä. Quacksalber übertragen.

      Der Mensch, so wie er sich im Jahre 2014 präsentiert – ob nun manipuliert, fremdbestimmt, oder wie auch immer man sich menschliche Schwäche schönreden möchte – hat seinen Zenit erreicht.
      Statt Innovation sehe ich langfristig Degeneration. Nicht schön, hält man doch auf seine eigene Art so große Stücke. Da scheint das Problem zu liegen: Man wird seinen eigenen hohen Erwartungen – die man sich gerne einflüstern ließ – so gar nicht gerecht.

      Wäre die Menschheit ein experimenteller Versuch, man müsste das Experiment hier und jetzt als gescheitert ansehen und den Versuch abbrechen.

      • Andreas Abels says :

        @Unbequem

        Im Grunde gebe ich Dir Recht, in Bezug auf die Degeneration der Menschheits-Masse.

        Und im Grunde ist es auch ein „Experiment“, welches auf seinem Höhepunkt (mit dem Ergebnis eines Tiefpunktes) angekommen ist.

        Beim Experiment ging es darum herauszufinden, inwieweit der Mensch sich quasi von sich selbst abspalten kann.
        Denn das, was wir jetzt erleben, ist der Gipfel der Abspaltung von der Menschlichkeit. Unter Menschlichkeit verstehe ich in etwa das, was das Grundgesetz ganz gut ausdrückt (insbesondere das Thema „Menschenwürde“); und wie wir ja alle erleben, werden deren Inhalte nicht gelebt, sondern mit den Füssen getreten.

        Nun siehst Du das Experiment als gescheitert an, das ist natürlich eine logische Schlussfolgerung Deinerseits und völlig verständlich.

        Ich sehe es dennoch genau andersrum: es ist sehr erfolgreich ist, denn mehr Abspaltung geht nicht.

        Übrigens ist eine Menschheit immer genau dann am Tiefpunkt solcher Experimente angekommen, wenn die Atomkernspaltung erfunden wird.
        Wir sind also vor 110-120 Jahren schon dort angekommen.

        Zufälligerweise (und eben doch nicht so zufällig, sondern nur logisch) fing die industrielle Revolution und damit die Manifestierung eines globalen Kapitalismus auch genau in diesem Zeitraum an.

        Im Außen (also in der gelebten äußeren Realität) spiegelt sich das Verhalten der inneren Gedankenwelt wieder.
        Und wenn die Menschheit sich als getrennt vom Rest der Welt empfindet (und damit von sich selbst), dann wird sich das genau so auch im Außen manifestieren: mehr Spaltung als die Spaltung eines Atomkernes geht nicht.

        Ich verstehe sehr gut, dass viele nun hoffnungslos in die Zukunft sehen, aber im Grunde muss der Mensch „nur“ erkennen, dass es ein gelungenes Experiment war…

  10. Unbequem says :

    Ich sehe es dennoch genau andersrum: es ist sehr erfolgreich ist, denn mehr Abspaltung geht nicht.

    Du meinst nun kann es nur noch aufwärts gehen? Hast Du bedacht, dass die menschliche Entwicklung bisher stets linear verlaufen ist? Für uns bedeutet es, geradewegs Richtung Untergang.

    Ich kenne keine andere Spezies die sich so von ihrem eigenen Lebensraum entkoppelt hat und mit Eifer versucht ihn und alle anderen Lebewesen darauf auch noch zu zerstören. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis es uns tatsächlich gelingt.

    Wer glaubt, bis es soweit kommt hat der Mensch die technischen Möglichkeiten entwickelt diesen Planeten zu verlassen um andere urbar zu machen, der hat auch den Schlag noch nicht gehört.
    Mit dem momentan vorherrschenden kapitalistisch- ausbeuterischen Systemen ist Innovation verunmöglicht, da es sich ausschließlich auf unseren Planeten beschränkt.
    Beschränkt kann man hier wortlich nehmen, denn was haben wir denn bisher auf den Weg gebracht? In der Schweiz kreisen ein paar Teilchen und am Ende gebärt man eine: Maus.
    Hauptsache man hat die Massen davon überzeugt: Seht her wir bringen uns voran in die Zukunft. Zukunft heißt dann im Zweifelsfall: Neuer Lebensraum, wo auch immer.

    Wer den Si-Fi-Film Elysium gesehen hat, bekommt eine Vorstellung von dem, wie eine kapitalistische Zukunft aussehen könnte. Aber soweit muss man gar nicht denken. Es reicht sich vorzustellen, welche „Klientel“ wohl als erste die Fensterplätze in einem interstellaren Raumschiff besetzen würde. Dem gemeinen Volk würde man vermutlich noch hämisch zurufen: „Der letzte macht das Licht aus“.

    Nee, nee mein Lieber. Der Mensch war zu lange von sich selbst und seinen stetig steigenden Fähigkeiten überzeugt, hat dabei in seinem Größenwahn aber völlig vergessen, sich an die evidentesten Naturgesetze zu halten, so wie es für jede erfolgreiche Art auf diesem unseren Planeten zum Überleben unabdingbar ist.

    Hochmut kommt vor dem Fall.

    • Andreas Abels says :

      Ich weiß, Unbequem, Du hast Recht in Deiner Sicht auf die Erdenmenschheit.

      Nur ist es halt für MICH so, dass wir nichtlineare Wesen sind und in der Lage dazu WÄREN, eben nicht nur linear zu denken und zu handeln, was einfach bedeutet:

      Nicht in entweder-oder-Kategorien denken sondern in sowohl-als-auch.

      Hochmut kommt nur durch lineares Denken zustande, und so muss sich zwangsweise sowas wie lineares, kapitalistisches Wachstum entwickeln.

      Jahrtausende Jahre alte linerare Denkweisen haben sich natürlich so zementiert, dass die meisten denken, der Mensch sei nur dazu in der Lage, derart einseitig und einfahrig zu denken.

      Aber, Unbequem, mal eine Frage: Du bist doch selbst Mensch, ist das linerae Handeln der anderen Menschen nicht auch ein Teil von Dir? Oder siehst Du Dich irgendwie auch abgespalten von den anderen Menschen? Handeln alle anderen falsch und Du richtig?

      • Unbequem says :

        Aber, Unbequem, mal eine Frage: Du bist doch selbst Mensch, ist das linerae Handeln der anderen Menschen nicht auch ein Teil von Dir? Oder siehst Du Dich irgendwie auch abgespalten von den anderen Menschen? Handeln alle anderen falsch und Du richtig?

        Ich wäre nicht so vermessen mein Handeln und Denken als das einzig richtige anzusehen.

        Ich gebe Dir einmal eine einfache Antwort auf deine Frage:

        Letzen Juli saß ich mit meiner Frau abends im Garten unterm Pavillon. Als sich ein Schwarm Juli-Käfer (wohl angezogen vom künstlichen Licht ) zu uns gesellte, sprang meine Frau hysterisch auf und rief: „Mach die weg, die mag ich hier nicht“ Meine Antwort: „Schatz, es ist Juli, wie jedes Jahr im Juli haben wir diese Käfer im Garten. Ich mach die jetzt nicht weg, das ist Natur.“ gefiel ihr wenig und kurz darauf saß ich alleine – mit Juli-Käfern – unterm Pavillon.

        So könnte ich zig Beispiele dafür benennen, mit welcher Selbsverständlichkeit der Mensch sämtlichen Lebensraum für sich alleine beansprucht. Nur weil er es kann, legitimiert es ihn nicht dazu es zu tun.

        Andy, manchmal ist lineares Denken und Handeln nicht das schlechteste. Wenn das Ausgangsprogramm richtig und das Endprodukt klar bestimmt ist… wunderbar. Mit seiner Fähigkeit komplex zu Denken und zu Handeln hat sich der Mensch selbst einen Virus ins Programm geschleust, dass am Ende zum Chaos führen muss.

  11. Alfred says :

    @Unbequem

    Das Problem in Deiner Argumentation ist die Ausdehnung auf den „Menschen“ insgesamt.
    Denn indem Du das tust, legitimierst Du doch die Herrschenden förmlich bzw. stachelst sie noch zusätzlich dazu an, in ihrer Unterdrückung fortzufahren. Sie würden Dir bloss lächelnd darauf erwidern: „Was will er denn – er hat doch gesagt, dass er im Grunde nicht von uns verschieden ist. Der Stärkere gewinnt.“
    Jeder Menschen kann aber potentiell selbst im Erwachsenenalter höhere Entwicklungsstufen durchlaufen. Einem Jesus Christus (das extremste Beispiel sicherlich), einem Meister Eckart, einem Gandhi usw. usf. ist das zu ihrer Zeit bestimmt auch nicht leicht gemacht worden. Es sind allesamt Extrembeispiele, fraglos. Doch muss man gar nicht so weit aufsteigen: bereits recht weit darunter finden wir das dazu hinreichende weltzentrische Denken.
    Noch einmal: eine äusserst schwierige Angelegenheit, ja; eine unmögliche, nein. Es müsste sich dazu nur erst einmal die Erkenntnis verbreitet durchsetzen, dass auch Erwachsene sich weiterentwickeln können.

    • Unbequem says :

      Das Problem in Deiner Argumentation ist die Ausdehnung auf den “Menschen” insgesamt.

      Alfred, dessen bin ich mir durchaus bewusst und dennoch, kommen wir nicht umhin von den Menschen insgesamt zu reden. Wir sind nun einmal als soziale Wesen konzipiert und alleine unsere Vielzahl würde räumlich gar kein anderes Konzept zulassen. Darin sehe ich einen Gewinn aber auch ein entscheidendes Problem. Einerseits benötigt der Mensch seinesgleichen um sich hinreichend zu sozialisieren, andererseits benötigt er aber auch die Möglichkeit einer räumlichen, oder zumindest die Möglichkeit eines Rückzuggebietes um sich selbst zu entfalten. Dies wird immer schwieriger bis unmöglich gemacht, wenn wir uns die heutigen Ballungszentren anschauen. Das muss zwangsläufig zu Konflikten führen.

      Einem Jesus Christus (das extremste Beispiel sicherlich), einem Meister Eckart, einem Gandhi usw. usf. ist das zu ihrer Zeit bestimmt auch nicht leicht gemacht worden. Es sind allesamt Extrembeispiele, fraglos.

      Wie Du schon sagst: Extrembeispiele und Ausnahmeerscheinungen. (Ich lasse Jesus einmal aussen vor, die „Quellenangabe“ für dessen Existenz, vor allem sein Wirken, sind mir – als Atheist – zu unsicher und nicht verifiziert.) Selbst die anderen von Dir genannten Protagonisten haben in der Summe genommen, für die Gesamtentwicklung der Menschheit keine entscheidende Rolle gespielt. Sicherlich konnten sie Impulse setzen, aber diese sind verpufft: an der Bequemlichkeit des Menschen.

      Im Grunde möchten wir beide das gleiche, Alfred. Du auf spiritueller Basis (wobei ich darin die Gefahr sehe, dass man sich auch wieder an Vorbildern orientiert und sich selbst nicht findet. Sicher hast Du Siddhartha von Hermann Hesse gelesen, dann weißt Du was ich meine), ich möchte, dass der Mensch sich seinen Dämonen immer wieder aufs neue stellt. Denn ist es nicht das was uns im Grunde umtreibt? Könnten wir unsere angeborene „Menschlichkeit“ unbeschadet ins Erwachsenenalter retten, müssten wir nicht mehr auf die Suche nach uns selbst gehen, es wäre überflüssig.

  12. Alfred says :

    So zum Beispiel könnte auch Deine Frau ihren Ekel – oder ihren Hass oder ihre Entfremdung oder was auch immer – vor dem Ungeziefer überwinden (wie manche Leute mit Spinnenphobie sich erfolgreich haben behandeln lassen). Es wäre immerhin doch ein Anfang. Denn derjenige, der Deine Frau daran hindern kann (die im Übrigen, so schätze ich, gar kein Monstrum sein kann – sonst wärst Du nicht mit ihr verheiratet), ist allein Deine Frau.

    • Unbequem says :

      So zum Beispiel könnte auch Deine Frau ihren Ekel – oder ihren Hass oder ihre Entfremdung oder was auch immer – vor dem Ungeziefer überwinden

      Dein unbedacht gewählter Begriff Ungeziefer würde meiner Frau gefallen. Ich kann mit derlei Selektion in nützlich und unnützlich in einem natürlichen Kreislauf nichts anfangen.

      Mal weg von meinem Beispiel und meiner Frau (die alles andere, aber ganz sicher kein Monstrum ist), selektieren wir nicht ständig – vorzugsweise Menschen anderer Hautfarbe oder ethnischer Herkunft. Was hindert uns daran, in dem anderen schlicht einen Mitmenschen zu sehen. Wer pflanzt uns diese Furcht vor der eigenen Spezies in die Köpfe?

  13. Alfred says :

    „Mit seiner Fähigkeit komplex zu Denken und zu Handeln hat sich der Mensch selbst einen Virus ins Programm geschleust, dass am Ende zum Chaos führen muss.“

    … und ohne diese Fähigkeit gäbe es uns gar nicht erst und damit keinen, der sich darüber hätte Rechenschaft ablegen können. Das alles macht uns aus! Wir können nicht sagen: Wieder zurück zum Affen! denn sonst würde das wahre Chaos wüten.
    Versteh mich bitte nicht falsch, ich weiss, wie Du es meinst, jedoch glaube ich ebensosehr, dass Du Dir selbst keinen Gefallen damit tust, in eine derartige Radikalsprache zu verfallen.

    • Andreas Abels says :

      Zumal die Natur selbst äußerst komplex ist. Die gesamte Schöpfung ist komplex, und somit auch der Mensch selbst.

      Die Komplexität erscheint uns oft als Chaos, aber je weiter man seinen Blick ausdehnt, desto mehr erkennt man hinter dem Chaos oft Zusammenhänge und somit Ordnung.

      @Unbequem

      Mich nervt dieser Besitzanspruch auch sehr, ich frage mich immer wieder, wie man überhaupt etwas besitzen kann. Wir besitzen nichts, uns gehört nichts. Kinder sind nicht unser Besitz, der Partner gehört uns nicht, genauso wenig wie die Haustiere oder die Natur uns gehören.

      Dennoch kennt wohl jeder von uns einen gewissen Besitzanspruch.

      Wie würden wir reagieren, wenn Menschen in unser Haus oder unsere Wohnung kämen, und Dinge mitnehmen würden? Wir hätten das Gefühl der Beraubung, jemand will mir meinen Besitz wegnehmen.
      Oder kennst Du solche Gefühle und Situationen nicht? Doch, Du kennst das, Du sagst ja zum Beispiel auch „MEINE Frau“…

      Klar, sowas sagt man eben, weil man es eben so sagt, aber in Wirklichkeit steckt dieser Besitzanspruch ganz tief verwurzelt in jedem von uns, und dabei spielt es keine Rolle, ob wir Menschen, Tiere oder Häuser besitzen wollen.

      Aber es geht eben gar nicht so sehr darum, über den Dingen zu stehen und etwas oder jemanden nicht mehr als Besitz zu empfinden, sondern vielmehr geht es darum zu verstehen, dass Besitz nur eine selbst geschaffene Illusion ist.

      Man kann dann immer noch was besitzen, aber gleichzeitig ist einem bewußt, dass einem letztlich gar nichts gehört. Diese Denkweise ist eben außergewöhnlich und von daher wohl schwer zu erfassen für viele, denn sie erfordert eben eine nichtlinerare Art zu denken und zu fühlen.

      Für den linear Denkenden hört sich das alles nur nach lauter Widersprüchen an (er braucht eben entweder-oder-Schubladen), für den nichtlinear Denkenden hingegen ist es eine große innere Freude, vieles einfach GLEICHZEITIG denken und fühlen zu können.
      Angst und Liebe anstatt Angst oder Liebe. Freude und Trauer gleichzeitig anstatt entweder Freude oder Trauer und so weiter…
      Es ist eben alles Teil des Lebens, wir aber meinen immer, etwas „aussondern“ zu müssen.

      Und genau so ist dann natürlich auch die Gesellschaft geordnet: Menschen und Tiere werden gern mal „ausgesondert“ und somit unterschiedlich nach Rang, Arbeit, Geld, Religion etc. bewertet und behandelt.

      Ich weiß nicht, wie man den Menschen diese Denkweise näher bringen könnte, ich glaube, da muss jeder selbst drauf kommen.
      Irgendwann wird jede Seele anfangen zu verstehen, denn er ist ein nichtlineares Wesen.

    • Unbequem says :

      … und ohne diese Fähigkeit gäbe es uns gar nicht erst und damit keinen, der sich darüber hätte Rechenschaft ablegen können. Das alles macht uns aus! Wir können nicht sagen: Wieder zurück zum Affen! denn sonst würde das wahre Chaos wüten.

      Nun, diese Fähigkeit sollte auch immer mit einer gewissen Weitsicht verbunden sein. Aber da muss der Mensch passen, dazu fehlt ihm das visionäre. Er kann immer nur in dem ihm vorgegebenen Rahmen seine Fähigkeiten nutzen. Bestes Beispiel ist unsere Sprache. Was wir sprachlich nicht beschreiben können, können wir uns nicht denken oder vorstellen.

      Oder anders. Wir verstehen bis heute nicht wirklich das Zusammenspiel zwischen natürlichen Prozessen in der Natur und deren Notwendigeit für unser Leben. Was machen wir stattdessen? Wir pfuschen herum, zerstören was wir nicht verstehen, bringen künstliche Stoffe in einen natürlichen Kreislauf ein usw. Wir sind noch weit davon entfernt über unseren persönlichen Horizont hinaus, komplexe Zusammenhänge zu begreifen.

      Wir stehen quasi am Anfang, Alfred. Vom Affen bis heute ist ein Wimpernschlag gewesen. Der Mensch von heute – mögen wir auch noch so Stolz auf ihn sein – humpelt seinem eigenen rasanten technischen „Fortschritt“ auf geistig- begreifender Ebene gnadenlos hinterher. Alleine diese „Komplexität“ zu begreifen und die Anpassung daran überfordert ihn und bindet all seine Ressourcen.

  14. Alfred says :

    @ Andreas Abels

    „Die Komplexität erscheint uns oft als Chaos, aber je weiter man seinen Blick ausdehnt, desto mehr erkennt man hinter dem Chaos oft Zusammenhänge und somit Ordnung.“

    Daumen hoch! Und eigentlich habe ich im Grunde nichts anderes gesagt; es ist nur aufmerksames Lesen erforderlich.

  15. Andreas Abels says :

    @Unbequem

    Zitat: “ Könnten wir unsere angeborene “Menschlichkeit” unbeschadet ins Erwachsenenalter retten, müssten wir nicht mehr auf die Suche nach uns selbst gehen, es wäre überflüssig.“

    In meinen Augen ist es gerade die Suche nach einem Selbst, die die Menschlichkeit wieder herauskitzeln kann.
    Wer ganz bewußt seine eigene Identität sucht, wird die Menschlichkeit (wieder) entdecken.

    Die Gesellschaft heutzutage sorgt leider dafür, dass die Menschen eben nicht mehr auf die Suche gehen, sie lenkt ständig davon ab.

    • Unbequem says :

      In meinen Augen ist es gerade die Suche nach einem Selbst, die die Menschlichkeit wieder herauskitzeln kann.
      Wer ganz bewußt seine eigene Identität sucht, wird die Menschlichkeit (wieder) entdecken.

      Die Antwort warum es nicht gelingt, gibst Du dir selbst.

      Die Gesellschaft heutzutage sorgt leider dafür, dass die Menschen eben nicht mehr auf die Suche gehen, sie lenkt ständig davon ab.

      Die Gesellschaft gibt es nicht. Neuzeitlich vorherrschende Machtstrukturen und Staatskonstrukte lassen nur eine einzige „Gesellschaftsform“ zu. Wir kennen sie und verabscheuen sie alle: Massentierhaltung.
      Individualisierung würde für diese Konstrukte das sichere Aus bedeuten. Also, wie kann man diesen Spagat bewältigen?

      Womit wir uns bisher wenig auseinander gesetzt haben: Das dem Menschen immanente Bedürfnis nach Seinesgleichen verbunden mit einer klaren Strukturierung seines Umfeldes. Was ich damit sagen möchte: Ohne Häuptling, Oberhaupt, etc. scheint nicht einmal die kleinste Gruppe, geschweige denn große Staatsgebilde, auszukommen und zu funktionieren.

      Ich argumentiere natürlich von meiner Warte aus und von meinem Verständnis von Evolution. Deine Vision halte ich nicht für praktikabel, Andy. Du läßt den schwachen Menschen quasi aus seiner Haut heraus fahren (ist auch praktisch, so kann er sich doch gleich all seiner Schwächen entledigen) und siehst ihn nur noch in seiner vergeistigten Form – seiner eigentlichen Bestimmung.

      Was wäre dann die logische Konsequenz? Acht, zehn, oder mehr Milliarden von Individualisten, die allesamt der gleichen Logik folgend, die dann einzig richtige „Gesellschaftsform“ bilden? Gott bewahre uns davor, um bei Alfred zu bleiben.

      Ich sehe den Menschen als natürlichen Bestandteil dieser Erde an. Mithin unterliegt er auch den gleichen Gesetzmäßigkeiten die auf diesem Planeten für alle Lebewesen gelten. Seinen ständigen krampfhaften Versuchen den Höhlenmenschen in sich zu überwinden, dem widersprechen, seine bis heute grausam geführten Vernichtungskriege.

      Ist es das, wovor Du Angst hast Andy? Läßt dich die Angst um das Wissen, dass der Mensch im Grunde ein Raubtier geblieben und immer bleiben wird, ins visionäre flüchten?

      Ist nicht jede Art von Religion, Esoterik, Sektentum, etc. pp eine Flucht vor diesem Wissen?

      • Andreas Abels says :

        Zitat: „Ist es das, wovor Du Angst hast Andy? Läßt dich die Angst um das Wissen, dass der Mensch im Grunde ein Raubtier geblieben und immer bleiben wird, ins visionäre flüchten?“

        Weil ich Visionen habe, muss ich -aus Deiner Sicht- Angst haben? 😉

        Wovor hatten dann die Erfinder des elektrischen Lichtes und des Flugzeuges Angst? Die waren ihrer Zeit gedanklich auch der Masse voraus, und man warf ihnen Zeit ihres Lebens sicher auch immer vor, sie wollten bloss der Realität nicht ins Auge blicken.
        Den White-Brüdern sagte man sicher auch immer: Der Mensch wird niemals fliegen können…

        Du gehst einfach von der Vergangenheit aus und ziehst daraus den Schluss, wie die Zukunft aussehen wird, also:

        In Vergangenheit –> Raubtier, daraus folgt: In Zukunft –>Raubtier. Einmal Raubtier, immer Raubtier.

        Wieweit zurück blickst Du denn? Ein paar Tausend Jahre, mehr nicht. Das ist nicht viel, was sind schon ein paar Tausend Jahre. Mehr sind jedenfalls nicht überliefert.

        Es gab Zeiten, in denen die Menschen schon sehr hoch entwickelt waren, geistig. Nein, sie waren nicht „vergeistigt“, sondern Geist und Körper waren im Einklang.
        Mir geht es nicht um Vergeistigung, sondern um diesen Einklang.

        Nur ist dieses Wissen aus vergangenen Zeiten ins Reich der Märchen und Phantasien verbannt worden, das alles nur, weil man aus dieser Zeit keine materiellen Gegenstände findet.

        Es gab viele hochentwickelte Kulturen auf der Erde, alle im Einklang mit Körper, Geist UND der Erde.

        Nur, weil diese nicht für ewig gehalten haben, heißt das doch nicht, dass die Menschen deshalb für ewig Raubtiere sein werden.

        Ich gebe Dir ja immer gern Recht, wenn Du die jetzigen Zustände beschreibst, aber Du läßt Dich -wie die meisten Menschen- dazu verleiten, aus der Vergangenheit und der jetzigen Situation zu schließen, wie die Zukunft auf ewig sein wird…

  16. Unbequem says :

    Die Komplexität erscheint uns oft als Chaos, aber je weiter man seinen Blick ausdehnt, desto mehr erkennt man hinter dem Chaos oft Zusammenhänge und somit Ordnung.

    Diesen Satz aufgreifend, siehe meine Beiträge oben, Andy.

    Sowohl Alfred, wie auch Du Andy, ihr mögt euren Mittelpunkt gefunden haben. Ich scheitere immer wieder, wenn nicht an mir selbst, dann an meinen Mitmenschen. Ich könnte es mir einfach machen und mir meinen eigenen kleinen Mikrokosmos schaffen. Es wäre mir ein leichtes, ich kann ganz gut mir selbst genügen.

    Aber was nutzt mir mein eigenes kleines Refugium, wenn drumherum alles in die Brüche geht. Also, mir eine Einöde – räumlich wie geistig – zu schaffen bringt mich nicht weiter, so lange ich auf diesem Planeten weile. Ich muss mich mit den Mitmenschen auseinandersetzen, ob es mir nun gefällt, oder nicht.

    Selbst Du, der so große Stücke auf die menschlichen Fähigkeiten hält, berichtest stets von Negativbeispielen, kreidest an was alles schiefläuft. Du entschuldigst, hast Erklärungen warum und weshalb der Mensch das eine tut, ein anderes unterläßt. Nur noch aufwachen müsse er, die nächste Stufe erklimmen. Ist es nicht auch nur Deine persönliche Sichtweise, die Sichtweise eines Andy, der meint diese Stufe schon erreicht zu haben?

    Bist Du und Alfred vielleicht auch nur eine Ausnahmeerscheinung? Es ist euch gegönnt, man würde sich wünschen, wir könnten alle so sein. Aber alleine Euer Werdegang zeigt doch eindeutig, dass es offenbar nicht „Massenkompatibel“ ist. Und um die Masse geht es nun einmal, wenn wir die Welt verbessern möchten. Das schwächste Glied in einer Kette… oder unbekannte Größe, ist und bleibt dabei der Mensch mit seinem komplexen Denken und Handeln. Denn das schließt auch mit ein: Ich kann es tun, oder ich kann es bleiben lassen (Wie wir wissen, lassen es die meisten lieber bleiben).

    Und deswegen spanne ich noch einmal den Bogen zu meinem Satz: „…manchmal ist lineares Denken und Handeln nicht das schlechteste. Wenn das Ausgangsprogramm richtig und das Endprodukt klar bestimmt ist.“

    Nun könnten wir noch darüber streiten, wer denn bestimmt, was das Beste für den Menschen ist. Ich denke aber, meine Grundintention hat man verstanden.

  17. Aufgewachter says :

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    http://aufgewachter.wordpress.com/2014/04/28/erwerbsloser-verschickt-uber-seine-high-speed-internetverbindung-rund-750-000-bewerbungen-in-20-stunden-per-e-mail-als-pdf-datei-aus-vollautomatisierter-serienbrieffunktion-heraus-bewerbungsnachweis/

  18. Unbequem says :

    Eines noch, dann verschone ich Euch für heute mit meiner pessimistischen Grundhaltung.

    In vielen meiner mir liebgewonnenen Sci-Fi Autoren und Filmemachern spiegelt sich das Bedürfnis aller Menschen nach Gemeinschaft wieder. Allerdings fällt ihnen dazu – ob in Ermangelung geschichtlicher Vorbilder, oder des eigenen Misstrauens an ein Gelingen, sei dahingestellt – immer nur ein einziges gemeinsam- verbindendes Element ein: Die Ausserirdische Bedrohung.

    Wenn es schon diesen „Visionären“ nicht gelingt, sich anderer Lösungen zu bedienen!?

    Allerdings muss ich auch hier die Erwartungen auf ein Mindestmaß herunterschrauben. Ich weiß nicht mehr wer es sagte, aber in etwa Sinngemäß auf die Frage antwortend, ob er es für wahrscheinlich halte, dass uns jemals höher entwickelte Lebensformen einen Besuch abstatten:

    “ Würden Sie in ihrem heimischen Ameisenhaufen eine diplomatische Repräsentanz in Erwägung ziehen?“

  19. Alfred says :

    „Es gab Zeiten, in denen die Menschen schon sehr hoch entwickelt waren, geistig. Nein, sie waren nicht “vergeistigt”, sondern Geist und Körper waren im Einklang.
    Mir geht es nicht um Vergeistigung, sondern um diesen Einklang.“

    Entschuldigung, Andy, die Wahrheitsliebe verlangt zu fragen: Welche Zeiten sollen das gewesen sein? Spielst Du auf das biblische Paradies an?

    Eingermassen populär geworden ist der Film: „Eroberung des Paradieses“, den man dazu benutzte, das Leben der Einheimischen zu verklären.

    Es stimmt, dass die Weissen in den Lebensraum der Indianer eingedrungen sind und gewaltsam alles was ihnen in die Hände kam an sich gerissen haben (gemordet, zerstört). Zumindest ein beträchtlicher Teil davon. Und das will auch niemand beschönigen.

    Was aber ganz und gar nicht stimmt und wie man heute sicher besser weiss, ist, dass die Urbewohner zuvor keinerlei barbarische Praktiken gekannt hätten und in Friede und Einklang miteinander gelebt hätten. Das ist eindeutig widerlegt.
    Man muss da sehr aufpassen. Allenfalls mit einem Teilbereich der Natur dürften sie sehr viel mehr verbunden gewesen sein; das streitet niemand ab.

    Es ist auch logisch. So wie der erwachsene Mensch sich von Kinderschuhen an hinaufentwickeln muss, sehen wir das Spiel im Grossen wiederholt. Kleine Kinder sind oft durchaus „gemein“ und „brutal“, aber nicht infolge boshafter Willkür, sondern weil sie noch keine andere Wahl haben.

    (Was wir natürlich heutzutage auf der Welt konstatieren, ist eine eindeutige Rückentwicklung gerade in unserer Einstellung zum Menschen und zur Natur. Das ist aber unter anderem deshalb so, weil der technische Fortschritt unsere gesellschaftlichen Institutionen, wenn man so will, meilenweit hinter sich gelassen hat. Niemals zuvor in der Geschichte waren wir irgendwie geistig entwickelter – unsere Defizite fallen heute nur mehr auf, und dies hat eine regelrechte Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Deshalb ist „Einklang“ und „Geist“ so voneinander abhängig.)

  20. Alfred says :

    @ Unbequem

    „Nun, diese Fähigkeit (zum komplexen Denken) sollte auch immer mit einer gewissen Weitsicht verbunden sein. Aber da muss der Mensch passen, dazu fehlt ihm das visionäre. Er kann immer nur in dem ihm vorgegebenen Rahmen seine Fähigkeiten nutzen. Bestes Beispiel ist unsere Sprache. Was wir sprachlich nicht beschreiben können, können wir uns nicht denken oder vorstellen.“

    Das mag so sein, Unbequem. Der Punkt ist nur, dass, wenn wir zurückkönnten hin zu unseren Anfängen als Urwaldbewohner (und die Reise wagten), unsere Chancen noch ungleich schlechter stünden. Unsere Evolution hin zum Menschen muss sich kein zweites Mal mehr wiederholen; das menschliche Gehirn ist in seiner Art einzigartig und ein Universum in sich. Bei allem, was wir dem Menschen zu Recht vorwerfen können, dürfen wir das wenige von ihm ausgegangene Gute billigerweise nicht vergessen.

    Und in evolutionären Maßstäben gerechnet, das haben sie Recht, ist es vom Affen bis zu uns Menschen ein Wimpernschlag gewesen. Doch bereits ein normales Kleinkind hat oder übertrifft noch das geistig-moralische Niveau eines erwachsenen Schimpansen. Hier (nicht nur) beobachtet man dann doch gewaltige Unterschiede und klafft eine ganz extreme Kluft.
    Nicht als ob wir absolut gesehen besser wären. Wir sind nicht die Krone der Schöpfung, sondern aus dem Affen und primitiveren Geschöpfen hervorgegangen und gewissermassen eins mit ihnen. Unser Gehirn umfasst u.a. ein Reptilien- und ein Säugetiergehirn.

    Was unsere Sprache anbelangt, fehlt in ihrer Anmerkung, dass wir erst durch Sprache unsere Welt mitgestalten. Es ist nicht wirklich alles vorgegeben, auch wenn es hier und da so scheinen mag. Die Inkas kannten keine Computer, noch eine Möglichkeit, deren Erscheinen vorherzusehen. Sie kannten daher auch keine Programmiersprachen!!!

    Und ansonsten: nein, Sie nerven mich nicht mir Ihrer „pessimistischen Grundhaltung“. Ich finde es mehr als in Ordnung, wenn wir alle grösstenteils unterschiedliche Ansichten und Standpunkte vertreten und lerne von jedem etwas. Hier und da glaube ich die Menschen zu etwas mehr Ruhe anhalten zu sollen und kann mich auch irren. Doch dann irre ich mich gerne.

  21. Alfred says :

    „Die Inkas kannten keine Computer, noch eine Möglichkeit, deren Erscheinen vorherzusehen. Sie kannten daher auch keine Programmiersprachen!!!“

    Oder auch nur das, was wir heute gemeinhin unter einer ausdifferenzierten Sprache verstehen, um gründlich zu sein. Von Affen gar nicht zu reden.

  22. Unbequem says :

    Wovor hatten dann die Erfinder des elektrischen Lichtes und des Flugzeuges Angst? Die waren ihrer Zeit gedanklich auch der Masse voraus,…

    Jetzt vergleichts Du aber Äpfel mit Birnen. Die Visionen eines Erfinders und deren Intentionen haben so gar nichts mit den Ängsten zu tun, nach denen ich Dich fragte.
    Wenn Du dich allerdings gerne mit diesen Visionären vergleichen möchtest… bitte, es bleibt Dir unbenommen.

    Du gehst einfach von der Vergangenheit aus und ziehst daraus den Schluss, wie die Zukunft aussehen wird…

    Du machst doch das gleiche, nur kommst Du zu einem ganz anderen Ergebnis. Ich beziehe in meine Überlegungen selbstverständlich die Ergebnisse mit ein, die mir die Vergangenheit liefert und ziehe daraus meine Schlüsse bis heute und kann daraus für die Zukunft eine Prognose abgeben.

    Würde ich mich nur auf Visionen beschränken, könnte ich mir auch die Zukunft in den prächtigsten Farben ausmalen, nur was nützt es mir? Nichts, es wäre an der Realität vorbei gesponnen. Im Grunde bauen Deine Visionen auch auf einem lineraren Verlauf der menschlichen Entwicklung auf. Dein „Stufenmodell“ der verschiedenen Ebenen der Bewusstseinserweiterung belegen dies eindeutig.

    Nehmen wir nur einmal den Istzustand der menschlichen Entwicklung (technische marginalien zähle ich nicht dazu), hakelt es aber gewaltig oder um bei den Stufen zu bleiben: wir steigen hinab.

    Wie aus dieser rückläufigen Entwicklung heraus die nächsthöhere Stufe erklommen werden soll, dafür hälst Du eine einfache – wenn auch eine, für mich persönlich wenig einleuchtende – Lösung parat: Der Mensch muss es nur wollen.

    Und genau da geht es mir wie den meisten Menschen. Deine Vorstellungen mögen visionär sein, aber Visonen sind nicht tauglich für die Masse. Ohne etwas real Greifbares sind die allerwenigsten bereit ihre Ängste hinter sich zu lassen und einen unbekannten Weg zu beschreiten. Und nicht wenige werden sich fragen: „Bei dem Andy hört sich das alles so einfach an, was ist wenn ich das nicht durchhalte und wieder in die alten Muster verfalle.“
    Das kommt bei deinem Modell natürlich nicht vor, ich weiß. Einmal die höchste Stufe erklommen und alles ist in Butter.

    Aber wahrscheinlich bin ich einfach nicht reif genug für eine Welt, wie Du sie dir vorstellst. Ich möchte mir einfach auch einige meiner „Schwächen“ weiterhin gönnen dürfen. Forever good Boy kann ich mir für mich einfach nicht vorstellen – oder visionieren. 😉

    • Andreas Abels says :

      Zitat: „Das kommt bei deinem Modell natürlich nicht vor, ich weiß. Einmal die höchste Stufe erklommen und alles ist in Butter.“

      Nein, es ist dann nicht „alles in Butter“, habe ich auch nie behauptet. Du denkst bloss immer, dass ich dann von „Friede, Freude, Eierkuchen“ ausgehe, wenn ein Bewußtseinswandel um sich greift. So stellst Du Dir das halt vor, damit biste nicht alleine.

      Nein, so ist es nicht, auch nicht bei mir. Ich habe ähnliche Ängste, Sorgen und Probleme wie viele andere Menschen auf dieser Welt auch.

      Immer wieder habe ich gesagt und werde ich immer wieder sagen, dass es nicht ums Schönreden geht und nicht darum, dass irgendwann alles „in Butter“ sei.

      Es geht schlichtweg darum, ANDERS mit sich selbst, seinem Umfeld, seinen Problemen und Ängsten umzugehen als bisher gewohnt.

      Ängste und Probleme sind nicht einfach „weg“, aber man sieht sie mit anderen Augen, denn gleichzeitig fühlt man auch sowas wie „bedingungslose Liebe“ (für sich selbst und „AllesWasIst“) und nimmt die Ängste eben so an, wie sie sind.

      Man nimmt all das eben gleichzeitig wahr, also nicht Liebe ODER Angst, sondern Liebe UND Angst, beides ist nicht getrennt voneinander.

      • Unbequem says :

        Ängste und Probleme sind nicht einfach “weg”, aber man sieht sie mit anderen Augen, denn gleichzeitig fühlt man auch sowas wie “bedingungslose Liebe” (für sich selbst und “AllesWasIst”) und nimmt die Ängste eben so an, wie sie sind.

        Da wollte ich einmal Deine Vision zu Ende denken und komme zu einem falschen Schluß. Ich dachte, die Bewusstseins-erweiterung ist ein stetiger Prozess, an dessen Ende der vollkommene Mensch steht: Friede, Freude, Eierkuchen.

        Na gut, habe ich mich geirrt. Aber warum dann erst den Umweg über Bewusstseins-erweiterung gehen und nicht eine Rück-besinnung auf dessen was dem Menschen angeboren scheint. Wie dem auch sei, In einem Punkt muss ich nachhaken: bedingungslose Liebe. Damit kann ich nicht viel anfangen, mir fehlt das Jesus-Gen. Wie kann ich mich selbst und andere bedingungslos lieben. Das stelle ich mir schrecklich vor. Was mache ich mit all meinen liebgewonnen verschiedenen emotionalen Zuständen?

        Mich kotzt schon die heutige „Einen schönen Tag noch“ freundlichtuerei gewaltig an. Nicht auszudenken, sollte ich das auch noch eines Tages liebgewinnen müssen. 😉

      • Andreas Abels says :

        @Unbequem

        Zitat: „Da wollte ich einmal Deine Vision zu Ende denken und komme zu einem falschen Schluß. Ich dachte, die Bewusstseins-erweiterung ist ein stetiger Prozess, an dessen Ende der vollkommene Mensch steht: Friede, Freude, Eierkuchen.“

        Hehe, naja, ein Prozeß ist es ja, aber eben kein linearer…in spiritueller Literatur wird solch ein Prozess oft irreführend dargestellt.
        Für mich ist er keine Leiter, die man Stufe für Stufe nimmt, sondern man tritt mal auf die Stufe (weiter oben oder auch weiter unten), mal auf jene, und mitunter eben sogar gleichzeitig auf mehreren Stufen.

        Für mich ist jeder Mensch, jede Seele, ein nichtlineares Wesen, und darum funktioniert diese lineare Linie als Lebensentwurf auch nicht wirklich.

        „Aus A folgt B, aus B folgt C…wenn ich jenes erreichen will, muss ich zuerst dieses tun…ich fühle das eine, aber nicht das andere, das eine schließt das andere aus…“

        <<—–Das ist der lineare (duale) Weg und die lineare Denkweise. Und genau diesen Weg halten wohl die meisten Menschen für die (einzig wahre) Realität.

        Zitat: "Mich kotzt schon die heutige “Einen schönen Tag noch” freundlichtuerei gewaltig an. Nicht auszudenken, sollte ich das auch noch eines Tages liebgewinnen müssen"

        Ja, kann ich gut nachvollziehen. 🙂 Wenn Du mich im Alltagsleben erleben würdest, dann würdest Du sehen, wie ich auch über vieles einfach "abkotze", ich bin auch ein sehr emotionaler Mensch.

        Weiß Du, was mich auch besonders nervt? Wenn mich jemand fragt, wie "es mit geht"!

        Ich weiß einfach nie, was ich darauf antworten soll, ich möchte sowas auch gar nicht gefragt werden. In einem Moment kann es mir gut gehen, im nächsten Moment scheiße, und machmal eben auch beides. 😉 Das wollen die Leute aber nicht hören.
        Wenn man sagt "geht so" oder "nicht gut", wollen sie nähere Erläuterungen, aber ich will oft gar nicht erklären, warum es mir so oder so geht.
        Wenn man sagt "gut", dann gibt der andere Ruhe. Aber was heißt schon "gut"? Ich kann damit einfach nichts anfangen.

        Ich verzichte also nicht auf meine Emotionalität, wenn ich gleichzeitig bedingungslose Liebe verspüre.

    • Monika Hornauer says :

      …ich glaube, Du bist „reifer“, als Du es Dir in Deinen kühnsten Träumen vorstellen kannst… *zwinker* (Das ist ja die „Reife“, wenn sie einem nicht bewusst ist… *lach*)

  23. Unbequem says :

    Noch ein kleines Netzfundstück, passend zum letzten Diskussionsstrang.

    …auf die Frage „Wer bin ich wirklich?“ gibt es genau genommen keine Antwort. Das Ich ist eine Lüge. Die Hirnforschung ist längst von dieser Idee eines zentralen Ichs abgekommen. Kein Ich-Zentrum, keine erkennbare Seele, die im Gehirn das Kommando hat. Im Grunde ist das Ich eine metaphysische Erfindung des Christentums und der Philosophie des Geistes. Philosophen von Platon bis Heidegger setzten sich mit der Frage nach Sein und Bewusstsein auseinander.

    „Die Metaphysik des Ego ist am Ende“, sagt der Bewusstseinsforscher. „Wir dürfen uns auch eingestehen, dass das wehtut. Denn eine ihrer Hauptfunktionen war Sterblichkeitsverleugnung.“ Wir leben also nur Hier und Jetzt.

  24. Unbequem says :

    Weiß Du, was mich auch besonders nervt? Wenn mich jemand fragt, wie „es mit geht“!

    Oh ja… das kenne ich. Ich schwanke dann gedanklich zwischen verschiedenen Antworten: “ Was geht Dich das an“ „Interessiert Dich doch eh nicht wirklich“ „Mir geht es beschissen, werde ich Dir aber nicht auf die Nase binden“ und über all diese Gedanken legt sich meine emotionale Erregung wieder und ich antworte dann meist: „Gut“

    Ich möchte ja nicht den gedankenlosen Fragesteller auch noch in einen Gewissenskonflikt bringen. Er hat schon bei der floskelhaft gestellten Frage sein Hirn nicht eingeschaltet, wie würde sich dann erst eine, für ihn völlig unerwartete Antwort, auswirken.

    • Andreas Abels says :

      Jupp. 🙂 Ich mache es meistens auch so und antworte „Gut“ oder „Ist ok“. Viele antworten ja auch „muss ja“, hehe…auch ne blöde Antwort, das Leben sollte ja eigentlich kein „muss ja“ sein.

  25. Alfred says :

    „Dein unbedacht gewählter Begriff Ungeziefer würde meiner Frau gefallen. “

    Zwar relativ unbedeutend, aber: Ich habe auch aus der Sicht Deiner Frau gesprochen. Mir selbst ist auch der Ekel vor Tieren fremd, trotzdem bediene ich mich des Wortes in diesem ZUsammenhang.
    Ich habe zwar vor verschiedenerlei anderen Dingen Ekel (sonst käme das Wort, wie ich selbstverständlich zugebe, nicht in meinem Wortschatz vor), doch durch beständige Arbeit an meinen Ängsten auch viele bereits überwunden und dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Deshalb erlaubte ich mir den kleinen Anstoss, ohne als Vorbild durchgehen zu wollen.
    Das ist das Gute: Wir Menschen können uns insofern immer mehr freimachen, uns loslösen von unseren Phobien. Wären jedoch keinerlei Ängste, keinerlei Schrecknisse da, gäbe es keinen Anlass zur Fortentwicklung – und was hätten wir da zu leben?

    Und ein Jesus Christus oder ein Buddha (auch wenn Sie selbst sich zu den Atheisten rechnen) oder ein Giordano Bruno
    waren zweifelsohne ihrer Zeit um Dimensionen voraus. Doch werden wir ihnen deshalb niemals folgen können? Das ist immerhin Ihre Meinung. Ich finde, Sie haben ein gewaltiges Erbe hinterlassen. Sie haben unglaubliche Revolutionen in der Geschichte ausgelöst: sie waren alles andere als kleine Impulsgeber. Die Bibel ist seit Ewigkeiten DER Bestseller überhaupt und wird diesen Spitzenplatz wohl auch weiterhin verteidigen. Anders als die Kirchen, die allerdings mit einem Christus auch herzlich wenig zu tun haben. Im Gegenteil haben sie ja lange der Verbreitung der Bibel im Wege gestanden, um ihre Missetaten vor dem „gemeinen“ Volk zu verdecken. Die Bibel spricht eine andere Sprache als jeder Kirchenkanon. Egal, von welchem Stand aus man sie interpretiert: sie gibt entweder jedem etwas, oder zwingt sich niemandem auf. Wogegen die Kirchen, na ja, eher die Mythengläubigen ansprechen.

    Allgemein gilt: Wenn die Gesellschaft im Durchschnitt auf dem einem rationalen Bewusstseinsstand angekommen ist, hat ein Neugeborenes einmal gute Chancen, dieses „Feld“ wiederzufinden, denn es wird ja von der Gesellschaft getragen. Ohne das Auftreten hochentwickelter Individuen in der Geschichte der Menschheit dürfte unser Weg bis hierhin in Zweifel gezogen werden: sie haben jeweils Grundsteine gelegt und etwas Höheres ins Spiel gebracht (bei allem Missbrauch, den es zweifelsfrei auch gegeben hat) und die Menschen sind diesen neu ausgetretene Pfade wenigstens teilweise mitgegangen. Je höher sie also gelangt sind, desto grundsätzlich besser, auch, was die Ausgestaltung der ZUkunft angeht.
    Jedoch wirkte ihr Verwirklichtsein als eine Art Attraktor – wären sie bloß um ein weniges weiter fortgeschritten gewesen im Verhältnis zu ihrer Zeit, hätten sie ihren Reiz verfehlt. Von den nachfolgenden Generationen gar nicht zu reden. Und ob Sie an einen göttlichen Jesus Christus glauben oder auch nicht: vor dem Menschen, von dem da in der Bibel hauptsächlich die Rede ist, verbeuge ich mich. Mir und so vielen Menschen rund um den Globus, ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart war oder/und ist, als hätten wir ihn schon immer gekannt. Angesichts der wahnsinnigen Zeitspanne, die uns voneinander trennt, KANN es also sich nur um einen außergewöhnlichen Geist handeln, der uns alle miteinander verbindet. Diese Wirkung wäre ansonsten einfach nicht hervorzurufen.

  26. Alfred says :

    Verzeihung wegen meiner wechselnden Anredeformen: Wass hätten Sie denn gern – gesiezt oder gedutzt zu werden, Unbequem, um die Frage ein- für allemal entschieden zu wissen?

    • Unbequem says :

      Und ob Sie an einen göttlichen Jesus Christus glauben oder auch nicht: vor dem Menschen, von dem da in der Bibel hauptsächlich die Rede ist, verbeuge ich mich. Mir und so vielen Menschen rund um den Globus, ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart war oder/und ist, als hätten wir ihn schon immer gekannt.

      Alfred, ich ziehe ein respektvolles Du einem distanzierten Sie allemal vor.

      Ich könnte mich mit der Person Jesus womöglich noch anfreunden, würde ihn nicht dieser Hauch des mystischen umgeben. Diese göttliche Aura ist mir persönlich zuviel des Guten. Vielleicht ist es nur eine Projektion all der guten menschlichen Eigenschaften auf eine Person, die dann quasi stellvertretend für uns – die wir es nicht können – die Erlösung bringt?

      So eine Art menschliche Rückversicherung: Jesus ist unser Beleg dafür, dass es das Gute tatsächlich gibt. Da lehnen wir uns doch gerne erst einmal ganz entspannt zurück, denn nun wissen wir ja unumstößlich… nein, an uns persönlich kann es nicht liegen warum wir nicht alle ein bisschen wie Jesus sind. Es sind die äusseren Umstände, es ist das momentan vorherrschende System, irgendetwas hindert uns immer… nur nicht wir selbst.

      Käme die Menschheit nicht besser ohne diese „Vorbilder“ aus, die sie der eigenen Verantwortung entheben?

      • Andreas Abels says :

        @Unbequem

        Also, ich mische mich hier mal wieder ein, weil ich mal was zu Jesus und zum „Göttlichen“ sagen möchte. 🙂

        Ich sehe Jesus nicht als „Vorbild“ für mich, sondern als einen sehr guten Freund. „Göttlich“ ist für mich sowieso jeder Mensch. 😉
        So war Jesus genauso besonders wie jeder von uns, und genau das wollte er auch vermitteln, so sehe ich das.

        Nur Vorsicht: Unter „göttlich“ muss man nicht immer automatisch die altbackende, religiöse Sichtweise verstehen.

        Für mich bedeutet „göttlich“ also nicht automatisch die personifizierte „Reinheit“, sondern ich verstehe darunter den eigentlichen Geist, der auch nach unserem Ableben weiter existiert (also nach dem Sterben des Körpers).

        Nun ist dieser, unser Geist nicht einfach „gut“, oder nicht nur „gut“, sondern trägt alle möglichen Facetten des Menschlichen und Unmenschlichen.

        Die Kirchen haben aus dem „Göttlichen“ nur lediglich sowas wie ein „Vorbild“ und damit zu etwas scheinbar Unerreichbarem gemacht. Etwas, was unerreichbar zu sein scheint, man aber gerne erreichen würde, beten viele Menschen dann halt an.
        Dadurch haben die Kirchen erreicht, Macht über die Menschen zu gewinnen und zu halten, bis heute. Aber auch das wird zum Ende kommen..

        Jesus jedenfalls -so meine Überzeugung- wollte niemals eine solche Kirche, er wollte lediglich, dass die Menschen ihre eigene Göttlichkeit erkennen (in dem Sinne, wie ich oben das „Göttliche“ beschrieb).

  27. Alfred says :

    @Andreas Abels, Unbequem

    „Nun ist dieser, unser Geist nicht einfach “gut”, oder nicht nur “gut”, sondern trägt alle möglichen Facetten des Menschlichen und Unmenschlichen“

    Ja, das ist prinzipiell natürlich so. Je nachdem aber, wie weit einer insbesondere in seiner moralischen Kompetenz gekommen ist, ist er ungleich „besser“ als in früheren Stadien. Dies ist vielmals belegt.

    Mindestens die katholische und evangelische Kirche haben Jesus zu etwas Unerreichbarem hochstilisiert, um sich ihre Macht zu sichern; soweit richtig. Im Buddhismus allerdings sind derartige Abirrungen weniger aufgetreten – dort hat man früher genauso sich in bewusstseinserweiterenden Praktiken geübt, wie Buddhisten dies noch heute tun. Und damit ist nicht bloßes Händefalten vor dem Bildnis ihres Gottes in menschlicher Gestalt gemeint; oder doch nur in einem sehr übertragenen Sinne.

    Jesus sagte wie Buddha nicht: Ich bin das ZIEL, mir müßt ihr nacheifern, liebe Leute, sondern: Ich bin der WEG und meinte damit einfach unseren Geist. Wäre er solcher Machtgier verfallen, hätte er mit tyrannischen Methoden für Ordnung gesorgt anstatt völlige Gewaltlosigkeit zu predigen und vor allem diese vorbildmäßig zu leben.

    Seine Taten und seine Haltung hat er uns zum Vorbild empfohlen, nicht sich selbst. Dies ist der gewichtige Unterschied. Sich selbst hat er diesen Taten und dieser Haltung vollkommen untergeordnet bis zur äußersten Konsequenz. Derartige Menschen könnten gar nicht weiter davon entfernt sein, uns in ein kleingeistiges Schema zu pressen. Denn was sagen sie denn eigentlich wirklich? Habt Respekt vor der menschlichen Würde. Respektiert euer Gewissen, fürchtet euer Herz. Und nein, das sind keine bloßen Worthülsen.

    Sri Ramana Maharshi, ein ähnlich Verwirklichter, starb erst vor wenigen Jahrzehnten. Derartige Leute waren und sind echt – echter geht es kaum noch. Von einem Scharlatanen geht einfach keine derartig weitreichende Wirkung aus. Weder ein Hitler noch ein Napoleon, diese Kriegstreiber, können bzw. konnten diese für sich in Anspruch nehmen. Weil jene Weisen von jedwedem Anspruch frei waren als dem unseres höchsten Geistes Folge zu leisten. Mein Gott, jetzt rede ich schon wie von der Kanzel herab! Scherz beiseite, ich kann das ganz gut vertreten.

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