Millionen Menschen gegen Spardiktat der Troika

marchas de la dignitas

marchas de la dignitas


Am Samstag, den 22. März sind in Madrid mehr als 1 Millionen Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen. Diese riesigen Protestwelle ist das Ergebnis einen landesweit-organisierten Sternmarsches auf Madrid, der Marsch der Würde (Marchas de la dignidad).

Die Marchas de la dignidad wurde von einem breiten Bündnis aus alternativen Gewerkschaften, sozialen Netzwerken, Gewerkschaftsopposition, Frauenaktivist*innen, Recht auf Stadt-Gruppierungen, Migrant*innen-Gruppen und Jugendnetzwerken verschiedenster Art getragen.

Aus allen Regionen Spaniens haben Hunderttausende Menschen kilometerweite Strecken zu Fuß zurückgelegt, andere kamen mit Bussen nach. Und das um gegen das Spardiktat der Troika aus Internationalem Währungsfond (IWF), Europäische Zentralbank (EZB) und der Europäischen Kommission zu protestieren.

Zu den zentralen Forderungen gehört die Verweigerung der Schuldenrückzahlungen, die Ablehnung der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen und der Rücktritt des Ministerpräsidenten Rajoy.

Die soziale Situation in Spanien ist zurzeit katastrophal. Die Arbeitslosigkeit ist mittlerweile bei ca. 25%, die Jugendarbeitslosigkeit bei knapp 60%. Täglich werden tausende Häuser und Wohnungen zwangsgeräumt, Familien werden auf die Straße gesetzt. Und das nur um die Profite der Unternehmen und Banken zu sichern.

Die alte Regierung (PSOE Sozialdemokraten) hat mit Unterstützung der (PP Volkspartei) den Artikel 135 der Verfassung geändert und damit die Zahlung der Auslandsschulden über die Rechte und Bedürfnisse der Gesellschaft gestellt.
„Diese undemokratische Forderung der Troika wurde in der EU bisher einzig von Spanien umgesetzt. Der nationale Haushalt kann durch das Parlament nur beschlossen werden, wenn zunächst die
Zahlungen an ausländische Gläubiger sichergestellt sind.“
*

In dem vom Bündnis erstellten Manifest wird aus diesen Tatsachen gefolgert: „Die verschiedenen Regierungen handeln außerhalb der Legalität und verkaufen unsere Grundrechte. Das hat sich verbreitet und es ist mit dieser Wirtschaftsordnung eng verbunden. Die Korrupten und die, die sich korrumpieren lassen, sind Teil diese ungerechten Systems der Produktion und Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums.“**

Die Krise ist nicht beendet, so wie es zurzeit von vielen Politiker*innen behauptet wird. Sie hat gerade erst angefangen und ist besonders deutlich in südeuropäischen Ländern wie Spanien, Griechenland, Italien und Portugal sichtbar.

ES IST ZEIT AUF DIE STRASSEN ZU GEHEN…!!!“***

*Manifest Marken 22M Würde. http://marchasdeladignidad.org/objetivos/manifiesto/manifest-deutsch/

** ebd.

*** ebd.

Quellen:

Bericht im Vorfeld des Sternmarsches: https://linksunten.indymedia.org/de/node/108665
Manifest der Marchas de la Dignitas: http://marchasdeladignidad.org/objetivos/manifiesto/manifest-deutsch/
Dossier zum Sternmasch: http://www.labournet.de/internationales/spanien/gewerkschaften-spanien/marsch-der-wurde-22-marz-europaweite-solidaritat-gefragt/
Zeitungsbericht in der jungen Welt: http://www.jungewelt.de/2014/03-24/023.php

Advertisements

Schlagwörter: , , , , ,

5 responses to “Millionen Menschen gegen Spardiktat der Troika”

  1. rutzel says :

    Hat dies auf T*park rebloggt.

  2. Humanist says :

    Das Konstrukt Europa funktioniert nicht. Die Voraussetzungen in den Ländern Europas sind einfach zu unterschiedlich und Länder mit einer schwächeren Wirtschaft werden unbarmherzig in die Knie gezwungen.

    • taspie says :

      @Humanist

      Deshalb brauchen wir die Harmonisierung von Sozialstandards und Steuersystemen, sowie Eurobonds.

      Man kann nicht eine gemeinsame Währung haben, und die anderen volkswirtschaftlichen Stellschrauben in jedem Land unterschiedlich drehen. Dann will jeder (ganz besonders Deutschland) die Nachbarn nieder konkurrieren, und den Superstar markieren.

      Eine Gemeinschaft, in der jeder sein eigenes (Profit-) Süppchen kochen will, ist keine Gemeinschaft. Das funktioniert nicht.

  3. taspie says :

    Die alte Regierung (PSOE Sozialdemokraten) hat mit Unterstützung der (PP Volkspartei) den Artikel 135 der Verfassung geändert und damit die Zahlung der Auslandsschulden über die Rechte und Bedürfnisse der Gesellschaft gestellt.

    Das muss man sich mal vorstellen, das ist quasi die Selbstentleibung eines ganzen Landes. Die Finanzhuren in den Regierungsetagen legen der Bevölkerung die Schlinge um den Hals und sagen: Ich werdet eure Häuser verlieren, ihr werdet bluten, und eure Kinder werden verrecken, bis auch der letzte Kapitalist seinen Zins bekommen hat.

    Immerhin gehen dort Millionen auf die Straße.

    Das kann in Deutschland nicht passieren. Das deutsche Äquivalent zum spanischen Ausblutungsgesetz trägt den schönen Namen „Schuldenbremse“, weshalb die Deutschen sich als stolzes Volk von Schwäbischen Hausfrauen fühlen, während die Schlinge um ihren Hals sich unmerklich zusammenzieht.

    Und auch hier sind natürlich Sozialdemokraten ganz vorne mit dabei …

    • taspie says :

      Und damit das Ersticken sich auch richtig lohnt, verzocken die gewählten Volkstreter das schuldengebremste Geld der Bürger locker an die Spekulanten. Beispiel:

      > neues-deutschland.de/artikel/927922.abzockerei-mit-senatshilfe.html

      Dafür wird dann den Arbeitslosen das Existenzminimum wegsanktioniert. Wie heißt es so schön auf den Bescheiden: „Im Interesse der Steuerzahler und der Allgemeinheit.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: