Die Theorie über den „Linksextremismus“

Auf meinem Blog gibt es viel zu lesen, aber eines kommt sicherlich sehr schnell in das Blickfeld des/der Lesers/in:

ICH BIN LINKSEXTREM…
…weil ich gegen das bestehende kapitalistische System kämpfe, auf allen Ebenen. Ich kämpfe nicht nur gegen den Abbau der sozialen Rechte, sondern ganz allgemein gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur.

Zu meinem Eintrag in der Kampagne:
http://linksextremistin.wordpress.com/2013/09/05/marcel-kallwass/

Mit diesem öffentliche „Bekenntnis“ möchte ich aktiv die Kampagne von linksjugend [´solid] und grüner Jugend unterstützen.

„Linksextrem“, was ist das überhaupt? Der Begriff entstand zur Aufgabenstrukturierung der bundesdeutschen Verfassungsschutzämter (1 Bundesbehörde, 16 Landesbehörden). Das Wort „extrem“ kommt vom lat. „extremus“ = besonders gefährlich und schlecht oder „extremitas“ = äußerster Punkt.

Für den Verfassungsschutz gelten Bestrebungen als „extremistisch“, „die gegen die freiheitliche, demokratische Grundordnung, den Bestand und die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind oder eine ungesetzliche Beeinträchtigung der Verfassungsorgane des Bundes oder eines Landes oder ihrer Mitglieder zum Ziel haben.“ 1

Die freiheitliche, demokratische Grundordnung spielt bei dieser Definition eine entscheidende Rolle. Für die Bürger_innen, die dieser Grundordnung zustimmen (wollen) bedeutet das eine doppelte Existenz im Alltag:

„Zum einen ist die Bürger_in handelndes Subjekt, das im gesetzten Rahmen frei den eigenen Interessen nachgehen darf und soll. Er/Sie soll „sein/ihr Glück machen“ in dieser Welt und die eigenen Mittel in der erlaubten Weise zum Einsatz bringen. Zum anderen wird die Bürger_in gerade darin Instrument fremder Interessen. Je mehr er/sie sich für den eigenen Vorteil abstrampelt, umso besser erfüllt er/sie den Zweck der Geldvermehrung anderer“2

Das ist genau das, was die Herrschenden wollen: Egoismus oder neudeutsch Ellenbogengesellschaft. JedeR soll den persönlichen Nutzen maximieren und dadurch dem kapitalistischen System dienen.
Was den Herrschenden natürlich gar nicht gefällt ist, wenn Menschen das kapitalistische System kritisieren. Um diese Gruppe von Menschen zu bekämpfen werden verschiedene Maßnahmen unternommen, ein Teil davon ist die „Extremismustheorie“.Nach dieser Theorie werden Linke und Rechte gleichgesetzt. Die Politikwissenschaftler Uwe Backes und Eckart Jesse haben hierzu ein Hufeisenmodell entworfen:

Hufeisenmodell

Hufeisenmodell

Demnach sollen sich „Links-„ und „Rechtsextremist_innen“ berühren, weil sie sich ähnlicher Mittel bedienen würden um ihre Ziele zu erreichen.

Die Gleichsetzung von links und rechts ist gefährlich und hält keiner genaueren Betrachtung stand: So sind die Ziele der „extremen Rechten“: Aufhebung des Gleichheitsprinzips durch Ausgrenzung, Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Antipluralismus, Autoritarismus und sogar nach eigenem Bekunden antidemokratisch. Dem steht das Ziel der „extremen Linken“, die Abschaffung des Kapitalismus gegenüber.

Es ist ziemlich absurd darin eine grundsätzliche Ablehnung demokratischer Prinzipien zu deuten. „Die Definition für den „linken Extremismus“ wird also bewusst in einer Weise konstruiert, als stelle die mehr oder minder scharfe Kritik an der Bundesrepublik Deutschland als „kapitalistisch“ einen Angriff auf den demokratischen Rechtsstaat dar.“ 3

Ein weiterer Versuch der Gleichsetzung erfolgt mit dem Argument, dass sowohl Rechte als auch Linke die Systemfrage stellen. Das stimmt zunächst, nur verstehen Rechte unter System die Demokratie, Linke den Kapitalismus! Ein elementarer und entscheidender Unterschied. Außerdem ist es so, dass Personen aus freiem Willen aufhören können Mitglieder der „herrschenden Klasse“ zu sein (im Sinne der Linken). Bei den Rechten ist es so, dass Menschen mit einer falschen „Rasse“ täglich befürchten müssen, dass sie angegriffen oder getötet werden.

Die Extremismustheorie geht von einem angeblich vorhandenen „demokratischen Konsens“ der „Mitte“ der Gesellschaft aus. Alles, was nicht dazugehört ist „extrem“, weil es anscheinend gegen die Verfassung gerichtet ist. Wenn die Verfassung aber wirklich so maßgeblich ist, dann wird klar, dass v.a. die Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat ihre „verfassungsrechtlichen Pflichten“ missachtet haben. Beispiele dafür sind das Anti-Terror-Paket von Otto Schily, das Flugsicherheitsgesetz, das Urteil zu Hartz IV am 9.2.2010 und die Vorratsdatenspeicherung. In allen Fällen haben oberste Verfassungsrichter_innen Gesetze oder Teile davon für verfassungswidrig erklärt. Wo bleibt jetzt der öffentliche Aufschrei gegen die vermeintlichen „Extremist_Innen“?

Das Gerede vom „Linksextremismus“ zielt darauf ab kapitalismuskritische Meinungen zu stigmatisieren. Kritik und Widerstand soll im Keim erstickt werden. Genau damit wird eine Auseinandersetzung über die eigentlichen Konflikte verhindert.
„Jeder Zusammenhang zwischen […] über Leichen gehenden Kapitalismus, seinen weltweit agierenden militärischen und unternehmerischen Strukturen und seinen innenpolitischen Kausalitäten soll verschwiegen werden.“ 4

Im Endeffekt läuft die Extremismustheorie „im Kern auf nichts anderes hinaus, als auf die Rehabilitation eines undemokratisch verselbstständigten Staates, dem praktisch jedes Mittel recht ist und der jenseits der selbst definierten ,politischen Mitte´ niemanden duldet.“5

Durch meine Teilnahme an der Kampagne möchte ich zeigen, dass es gar nicht so „extrem“, respektive gefährlich ist, wenn jmd. politisch links steht. Mir persönlich geht es darum ein größeres Bewusstsein für die bestehenden Ungerechtigkeiten zu schaffen und die Probleme in ihren Ursachen zu bekämpfen. Die Hauptursache für die Ungerechtigkeiten ist das kapitalistische System. Ein System, das ohne Ausbeutung von Mensch und Natur nicht funktionieren würde.

Ich plädiere für den friedlichen Widerstand gegen das System. Das Mittel der Gewalt ist ungeeignet und kontraproduktiv. Denn Gewalt fördert die Legitimation für das staatliche Gewaltmonopol. Am besten finde ich die Widerstandsform, die auch Gandhi befürwortet hat: Friedlicher, ziviler Ungehorsam gegen die Staatsgewalt, an den Stellen, wo es nötig ist. Selbst als die Polizist_innen, die Demonstrant_innen niedergeknüppelt haben und die Soldat_innen geschossen haben, hat Gandhi für den friedlichen Widerstand plädiert. Denn, „[w]as man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.“6

Abschließend noch ein Zitat von Gandhi zum zivilen Ungehorsam:
„(…) auf politischer Ebene besteht der Kampf im Namen des Volkes vorwiegend darin, dem Irrtum in Form ungerechter Gesetze entgegenzutreten. Wenn es misslungen ist, dem Gesetzgeber den Irrtum durch Petitionen (Bitten oder Beschwerden) und dergleichen eindringlich vor Augen zu führen, bleibt einem als einziges Gegenmittel – wenn man sich nicht unterwerfen will -, ihn zu zwingen, die Gesetze aufzuheben, indem man durch Verletzung des Gesetzes eine Bestrafung herausfordert und dadurch selbst Leiden auf sich nimmt.“ 7
__________________________________________________________________
1 Senatsverwaltung für Inneres Berlin [Hrsg.]: Verfassungsschutzbericht 2008, Berlin 2009, S. 258 ff.; zitiert nach Antifaschistische Linke Berlin [Hrsg.]: Total Extrem. Die (neue) Funktion der Totalitarismus- und Extremismusideologien, Berlin 2010, S. 8
2 Antifaschistische Linke Berlin [Hrsg.]: Total Extrem. Die (neue) Funktion der Totalitarismus- und Extremismusideologien, Berlin 2010, S. 35
3 ebd. S. 11
4 ebd. S. 29
5 ebd. S. 21
6 http://zitate.net/mahatma%20gandhi.html
7 http://www.helles-koepfchen.de/artikel/2312.html
Bild: „Hufeisenmodell:“ http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Politisches_spektrum_hufeisenmodell.svg

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27 responses to “Die Theorie über den „Linksextremismus“”

  1. Unbequem says :

    Das ist genau das, was die Herrschenden wollen: Egoismus oder neudeutsch Ellenbogengesellschaft. JedeR soll den persönlichen Nutzen maximieren und dadurch dem kapitalistischen System dienen.

    Genau deswegen wird es keinen gewaltfreien Paradigmenwechsel geben können.
    Gezüchtete Egomanen sind sicher nicht dazu bereit passive Gewalt – nichts anderes ist gewaltfreier Widerstand in letzter Konsequenz – zu leisten. Noch weniger wird man sie in größeren Gruppen organisieren können.

    Gandhi ist tot und seine Zitate sicher lehrreich. Bei den Herrschenden hat er offenbar keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die basteln weiterhin ungeniert an ihrem eigenen Weltbild.

  2. Unbequem says :

    Wenn wir von einem (Paradigmen-)Wechsel zu mehr Menschlichkeit, Würde und Verbundenheit reden, dann schließen sich Gewalt und Paradigmenwechsel aus.

    Andy, Würde, Menschlichkeit und Verbundenheit muss aus einem selbst erwachsen, das kann man weder lernen noch läßt es sich herbeireden, oder per Gesetz verordnen.

    Nun ist es in der Realität leider so, dass einem gequälten Individuum, dem es um seinen Selbsterhalt geht, der Griff nach der Keule leichter fällt, als der Griff zur Bibel, Koran, Tora… was weiß ich. Habe ich die Wahl wer das Stück Brot bekommt… ich, oder mein Gegenüber, entscheide ich mich für mich. Wäre es anders, wäre die menschliche Spezies längst ausgestorben.

    Was mich an „Salonrevoluzzern“ stört ist, ein ewiges Gelabere auf intellektuellem Niveau, aber am Ende vergießt doch wieder das gemeine Volk sein Blut, um seine Existenz zu sichern.

    Selbst Du wirst dich nicht wegen Deiner Überzeugungen auf Bahngleis drei setzen und hoffen das an diesem Tag kein Zug kommt. Die Konsequenzen für seine Überzeugungen sind machmal eben final: „Zug fährt ein auf Gleis drei“.

    Wer dazu nicht bereit ist, sollte nicht von Widerstand träumen, egal in welcher Form.

    • Ash-Li says :

      Woher willst Du denn das so genau wissen, ob Andy das nicht machen würde? Wie gut kennst Du ihn denn?

      • Unbequem says :

        Selbst Du wirst dich nicht wegen Deiner Überzeugungen auf Bahngleis drei setzen und hoffen das an diesem Tag kein Zug kommt.

        Ganz ehrlich Ash-Li? Würde er sitzenbleiben hätte ihn unweigerlich die Realität überrollt. Mit der wollt ihr aber erst gar nicht in Berührung kommen, weswegen sonst flüchtet ihr euch ins visionäre?

    • Andreas Abels says :

      @Unbequem

      Glaube mir oder glaube es mir nicht: Wenn ich wirklich 100% mit dem HERZEN hinter meine Überzeugungen stehe, dann nehme ich dafür einiges in Kauf, auch „Lebensbedrohliches“.
      Mindestens einmal hatte ich eine solche sehr reale (aber auch von mir selbst herbeigeführte) Situation schon, und die habe ich nur WEGEN meiner Überzeugungen „überlebt“.
      Du kennst mich und mein bisheriges Leben nicht, Unbequem. Für diese Situation bin ich sehr dankbar, denn sie lehrte mich, dass nur das Urvertrauen einen Paradigmenwechsel herbeiführen kann.

      Den TOD an und für sich gibt es für mich sowieso nicht, nur sowas wie einen „Übergang“.
      Also, was soll mir denn passieren? Sterben? Mein Bewußt-Sein kann nicht sterben, das nehme ich über-all mit hin.

      Mit was will man mir also wirklich drohen? Natürlich kann das System auch mir das Leben schwer machen, aber mein LEBEN kann es nicht bedrohen.

      Und genau das gilt es, für den Menschen zu verstehen: Sich erinnern, dass das Leben soviel mehr ist als „Existenzkampf“ und soviel mehr als die Identifizierung mit dem eigenen Körper; ja, dieser ist vergänglich, ja, diesen kann man töten, aber das Bewußt-Sein kann man nicht töten, das existiert ewig, und das gilt für jeden, ausnahmslos.

      Zitat: „Andy, Würde, Menschlichkeit und Verbundenheit muss aus einem selbst erwachsen, das kann man weder lernen noch läßt es sich herbeireden, oder per Gesetz verordnen.“

      Genau so ist es, ich habe nie was anderes behauptet. „Erwachsen“ kommt schließlich von „Erwachen“.

      • Unbequem says :

        Glaube mir oder glaube es mir nicht

        Andy, ich bezweifle weder Deine Glaubwürdigkeit, noch unterstelle ich Dir unredliche Absichten.

        Ich persönlich vertraue allerdings auf keine Menschen mehr, von denen ich nur Lippenbekenntnisse gehört habe. Mein Bedarf an „Maulhelden“ ist gedeckt.

        Im übrigen war mein Beispiel mit „Gleis 3“ rein rhetorischer Natur. Ich besitze weder den Glauben noch die Hoffnung auf etwas zu vertrauen, dass ich nicht in meiner Macht liegt. Aus diesem Grunde meide ich Bahngleise. 😉

  3. Aufgewachter says :

    Wenn alle Menschen das gleiche haben, sprich gerecht geteilt werden würde, ist das dann schon „Linksextremismus“?

    Menschheit auf Irrwegen

    Sozialismus = gleichmäßige Verteilung des Elends

    Kommunismus = gleichmäßige Verteilung des Wohlstands

    Kapitalismus = ungleichmäßige Verteilung des Wohlstands

    Faschismus = ungleichmäßige Verteilung des Reichtums

    Feudalismus = unverschämte Verteilung des Reichtums

    DIE LINKE = gleichmäßige Verteilung des Reichtums*

    *ehemalige Forderung der Kampagne “Reichtum für alle“.

    http://aufgewachter.wordpress.com/2012/03/12/menschheit-auf-irrwegen/

  4. Dennis82 says :

    Mit persönlich unterstellt man immer genau an dem Punkt „extreme Ansichten“, wenn es ans Eingemachte geht – wenn der Diskussionspartner auf die ihm besonders unbequemen, da schwer zu widerlegenden Inhalte schlicht und ergreifend nicht eingehen will – wohl wissend, dass er dabei den Kürzeren zieht. „Das ist mir zu extrem“. Dabei fällt doch der Extremismusvorwurf letzlich auf den zurück, der ihn äußert – letzlich kann doch der Gegenpart eines „Extremen“ auch nur das andere „Extrem“ darstellen. Ohne also zu merken, dass aus der vermeintlichen „Mitte“ (aus der gerne solche Vorwürfe kommen) also inzwischen auch in einem besonderen, sehr subtilen und nie hinterfragten Maße „extreme“ Ansichten geäußert werden.

    Ein zu dem Thema gut passendes Schauspiel fand ja erst kürzlich bei M. Lanz statt…

    Speziell bzgl. des Labels „Linksextrem“ ist es letzlich auch nur logisch, dass je weiter die vermeintliche „Mitte“ nach rechts abdriftet, aus einstmals moderaten linken Standpunkten automatisch immer „extremere“ werden müssen. So würde z. B. heute jeder das damalige Ahlener Programm der CDU ohne jeden Zweifel als äußerst „linksextrem“ bezeichnen (da stellenweise deutlich „radikaler“ als z. B. das Programm der heutigen Die Linke). Oder in abgemildeter Form würde man heute auch die Steuergesetzgebung unter H. Kohl als „linksextrem“ (oder gerne auch kommunistisch, sozialistisch, stalinistisch usw.) bezeichnen müssen. Diese Verschiebungen nach rechts werden aber schlicht nicht wahrgenommen bzw. geleugnet.

    Das „Hufeisenmodell“ ignoriert diesen Fakt völlig, weil die „Mitte“ letzlich immer „Mitte“ bleibt – egal, wie weit sie sich nach rechts verschiebt. Es ist auch egal, wie viele Menschen sich dieser „Mitte“ selbst angehörig fühlen bzw. tatsächlich moderate Ansichten vertreten. Das „Hufeisen“ wäre heute an der linken Seite sehr dünn – und auf der rechten deutlich breiter. Kein Gaul könnte damit laufen…

  5. Alfred says :

    Verzeihung, aber was sollen solche an ihrer eigenen Philosophie krankenden Erörterungen groß helfen? Frage dich doch, ob Du in der Wahrheit oder in der Unwahrheit befangen ist – mehr braucht es wahrlich nicht.

  6. Alfred says :

    …(b)ist.

    • Ash-Li says :

      Alfred, „Wahrheit“ ist relativ. – Jeder hat seine eigene, die auch respektiert werden soll. Wir sind schließlich Individuen. Wie langweilig wäre das Leben, wenn jeder die gleiche „Wahrheit“ hätte… 🙂

      • Der Souverän says :

        Was in den letzen Jahren für ein Schindluder mit der Wahrheit getrieben wurde, ist unglaublich. Wahrheit gibt es natürlich und logischerweise nur eine und die ist für alle Menschen gleich. Wahrheit ist eben nicht relativ, sie ist unbedingt. Sie ist immer erkennbar, absolut unumstößlich und ebnso absolut beweisbar. Wir haben genug andere Begriffe um auszudrücken was gemeint ist wenn von Wahrheiten gesprochen wird.

        Wahrscheinlich, vielleicht, ich glaube, ich bin der Meinung, das sehe ich anders, ich nehme an das, usw. usf.

  7. Alfred says :

    @Ash-Li

    Wahrheit ist relativ? Ganz davon abgesehen, dass dies nicht gleichermassen für jede Art von Wahrheit gilt (Vorsicht im Strassenverkehr!), steht dies ganz im Einklang mit meinen Worten. Ich frage aber einmal andersherum: wem gegenüber muss man sich für sein Links-Rechts-Rechts-Links-Denken rechtfertigen? Ich warne lediglich davor, dass solche philosophischen Gespinste leicht die klare Urteilskraft trüben, wie man belegen könnte, ansonsten wünsche ich einem jeden viel Glück auf seinem Weg, wie auch immer der aussieht.

    @Der Souverän
    Solange Du träumst, erfährst Du Deinen Traum als unbedingte Wirklichkeit, und hättest in dem Moment ein Recht zu sagen, das ist wahr. Der Weihnachtsmann existiert tatsächlich: nämlich in der Vorstellungswelt des Kleinkindes. Da sich das aber immer und immer wiederholt (jeder geht irgendwann durch diese Entwicklungsstufe hindurch), ist dieses eine irgendwo vorgegebene Wahrheit, fürwahr und tatsächlich.
    Es stellt auch keinen Widerspruch dar zu Deinen Worten: Die Wahrheit ist immer erkennbar, unumstößlich und beweisbar. Solange ich fähig bin, mich in die Haut eines anderen hineinzuversetzen, in sein Denken und Fühlen, bin ich vielleicht willens zu akzeptieren, dass es verschiedene Formen von Wahrheit gibt. Relativ gesehen. Sie korrelliert dann aber auch mit verschiedenen Dimensionen des Daseins. Die Wahrheiten der Mathematik sind weit weniger relativ, doch wenn wir noch hier auf Erden das Unbedingte, das ist Gott, erfahren sollten, dann womöglich nur durch meditative Praktiken.
    Dass mit der Wahrheit auch oder gerade viel Schindluder getrieben wird: Hand drauf! Das ist eben aber auch nur eine Teilwahrheit. Stets können sich selbsverständlich Täuschungen unter unsere Aufrichtigkeiten mischen (permanente Täuschungen stehen dann eben für den Extremfall der Geisteskrankheiten). Und noch etwas: Gewisse geistige Entwicklungsebenen sind für Relativierungen (der Relativierungen der Relativierungen) schon von ihrer Struktur her sehr anfällig. So etwas führt natürlich sehr leicht zu gespaltenen Persönlichkeiten, aber dennoch gibt es an den unterschiedlichen Denkmustern (merke: ich meine nicht zerfahrenes Denken) per se nichts zu mäkeln. Sie haben alle ihre Berechtigung. Ihre Anwendung ist es, die uns mitunter stutzig werden lassen sollte.

    • Ash-Li says :

      Stellt Euch doch mal eine gedeckte Kaffeetafel vor. Die Leute setzen sich an den großen Tisch. Da jeder eine andere Perspektive hat, sieht auch jeder was anderes bzw. nicht dasselbe. Doch jeder hat recht, keiner hat gelogen. Der eine sieht dies und der andere das. So hat jeder seine eigene Wahrheit. Daher sage ich, dass Wahrheit „relativ“ ist.

  8. Unbequem says :

    Können wir uns wenigstens darauf einigen das jeder an der gedeckten Kaffeetafel sitzt und das als die für jeden gültige Wahrheit akzeptieren?

    Ansonsten müssten wir noch über die verschiedenen Wahrnehmungen des/der einzelnen, bezüglich des Geschmack des Kuchens, des Kaffees, der Farbe der Tischdecke, etc.pp. ins phlisophische abgleiten.

    Dem Einfallsreichtum tausend Gründe fürs Nichtstun zu finden, statt zu Handeln, sind offenbar keine Grenzen gesetzt!

    • Andreas Abels says :

      @Unbequem

      Zitat: „Dem Einfallsreichtum tausend Gründe fürs Nichtstun zu finden, statt zu Handeln, sind offenbar keine Grenzen gesetzt!“

      Das Größte, was die Menschen tun könnten, ist: Die Wahrheit/Wahrnehmung/Perspektive des anderen respektieren.

      Würden das die meisten Menschen machen, würde sich sowas wie HartzIV gar nicht durchsetzen und halten.

      Du wirst sagen: Die Macher von HIV interessiert das nicht, wer wen respektiert oder nicht. Da magst Du Recht haben, aber diese Macher sind auf das Ohnmachtsgefühl der Menschen angewiesen, denn mit der Angst haben sie diese im Griff.

      Wenn wir aber lernen, den anderen mit seinen Perspektiven/Wahrnehmungen zu akzeptieren, dann wird man sehen, dass die Ohnmacht aufhört, die Menschen werden sich ihrer Kraft und Verbundenheit mit anderen wieder bewußt, es gibt keinen Grund mehr für Angst und damit ist die Grundlage zum Machtmißbrauch beseitigt.

      Um „philsophische“ Heransgehensweisen an unser globales Problem mit dem Machtmißbrauch werden wir als Erdenmenschheit nicht drumrumkommen.

      • Unbequem says :

        Das Größte, was die Menschen tun könnten, ist: Die Wahrheit/Wahrnehmung/Perspektive des anderen respektieren.

        Da stimme ich Dir zu. Allerdings wenn es darum geht Widerstand zu organisieren, ist dieses Prinzip völlig ungeeignet. Dann können wir auch gleich auf die kritische (träge) Masse hoffen.

        So funktioniert das nicht. Schau dich um, fast im Wochenrythmus werden irgendwo auf der Welt neue Fakten geschaffen, die denen in die Hände spielen, die die Welt für sich beanspruchen.

        Wie willst Du dieser Rasanz begegnen? Mit philosophischen Diskursen? Mit deinem unerschütterlichen Glauben auf ein besseres Dasein – im Jenseits – im Gepäck, wird es vermutlich für Dich enden, mit mehr nicht. Gute Reise.

        Ich möchte im Diesseits positive Veränderungen sehen, denn da lebt die Mehrzahl der Menschen, die um ganz banale Dinge, wie das nackte Überleben kämpfen. Die, die noch nicht dazu gekommen sind, eine höhere Bewusstseinsebene zu erlangen. Mit leerem Magen hat man es nicht so mit der Konzentration um seinem Spirit auf die Sprünge zu helfen.

      • Andreas Abels says :

        @Unbequem

        Und wie willst Du diese Änderungen erreichen? Was sind denn Deine Vorschläge?

  9. Ash-Li says :

    Unbequem, ich stimme Dir völlig zu.
    Und darum ist mein Credo: Die einzige Möglichkeit, eine gerechte Welt zu schaffen, ist, dass diese, wie Du schreibst, „kritische/träge Masse“ endlich aufwacht und erkennt, dass es nur funktionieren kann, wenn JEDER sieht, dass er/sie Teil des Anderen ist, dass er das, was er sich selbst zufügt, auch allen anderen zufügt und umgekehrt. Erst dann kann ein wirkliches Umdenken und „Umhandeln“ zustande kommen, und es wird gerecht werden. Dies geht weder von heute auf morgen, noch mit Gewalt, sondern ausschließlich mit Geduld und Liebe, da das ganze jetzige System verfahren ist. Und hier kommt aber der freie Wille ins Spiel. Niemand kann und darf dazu gezwungen werden. Jeder sollte durch die vom eigenen Herzen her kommende Einsicht erst einmal bei sich die Veränderungen vornehmen. Erst dann kann dem allen Erfolg beschieden sein. – Ja und noch eines darf nicht vergessen werden: Ein ständiger Dialog untereinander – und zwar auf AUGENHÖHE – muss gehalten werden. Da darf es kein „Ich habe aber mehr zu sagen als Du“ geben…

    Ja, das ist philosophisch. Aber nur so sehe einen Ausweg aus der prekären Lage.

  10. Unbequem says :

    Und wie willst Du diese Änderungen erreichen? Was sind denn Deine Vorschläge?

    Ich habe keine Vorschläge wie man Veränderungen erreichen könnte, ohne das man zuallererst bei sich selbst anfängt sich frei zu machen. Frei von jeglicher Ideologie, Religion, gesellschaftlichen Zwängen und Normierungen, etc. Ich sehe mich nur für mich und meine Nächsten in der Verantwortung. Da kann ich wirken und anregen.

    Nun habe ich das Glück, mir wurde mein kritischer Geist sozusagen mit in die Wiege gelegt, mich musste man nicht erst Erleuchten. Ich stamme aus einer Familie, wo schon mein Großvater seiner politischen Überzeugungen wegen fünf Jahre in ein Arbeitslager gesperrt wurde, mein Onkel durfte sich „freiwillig“ an die Ostfront melden, andernfalls wäre er vermutlich – wie viele andere Kommunisten – in einem KZ geendet.

    Ich selbst war erst in Jugend-Betriebsräten, später habe ich selbst welche initiieret, organisiert und geleitet. Habe Protestmärsche und Mahnwachen hinter mir, wurde inhaftiert, habe selbst geprügelt, bin vorbestraft wegen Beleidigung, habe zig-tausende Mark für Strafbefehle und Ordnungswidrigkeiten berappt. All das von Mitte- der siebziger Jahre bis Ende der achziger.

    Was hat es mir persönlich gebracht? Eine gebrochene Vita, weil ich mich – anders als viele meiner ehemaligen „Mitstreiter“ – nicht korrumpieren ließ. „Laßt bloß die Finger von dem Wagner, diesem ausgekochten linken Vogel“ hieß es hinter vorgehaltener Hand.

    Was haben andere und ich verändert: Nichts von Dauer.

    Aber, ich kann noch jeden Morgen ohne einen hochroten Kopf zu bekommen in den Spiegel schauen… dafür kann man sich nichts kaufen, aber ich bin mir treu gebleiben, darauf kommt es mir an.

    Man sollte nur auf seine eigenen Möglichkeiten vertrauen und die Fähigkeit besitzen, sich selbst gegenüber immer auch eine objektive Distanz zu wahren.

    Ich habe keine Vorschläge wie man Herden von Schafen – denen man Werte und Ideale erst noch erklären muss – die Beweggründe für Veränderungen schmackhaft machen kann.
    Deine idealisierten Vorstellungen von der Leistungsfähigkeit des menschlichen Geistes stehen in grassem Widerspruch zur Realität, mein Lieber.
    Enthirnung ist mittlerweile Programm.

    • Andreas Abels says :

      Zitat: „Ich habe keine Vorschläge wie man Veränderungen erreichen könnte, ohne das man zuallererst bei sich selbst anfängt sich frei zu machen. Frei von jeglicher Ideologie, Religion, gesellschaftlichen Zwängen und Normierungen, etc. Ich sehe mich nur für mich und meine Nächsten in der Verantwortung. Da kann ich wirken und anregen.“

      Aber genau davon reden Ash-Li und ich ja immer: Bei sich selbst anfangen und sich innerlich frei machen. 🙂

      Eine andere Lösung gibt es eben nicht.

      Zitat: „Deine idealisierten Vorstellungen von der Leistungsfähigkeit des menschlichen Geistes stehen in grassem Widerspruch zur Realität, mein Lieber.“

      Das einzige, was uns beide unterscheidet: Du hast die Hoffnung aufgegeben, dass andere Menschen sich genauso innerlich befreien wie Du es schon gemacht hast.
      Ich habe diese Hoffnung nicht aufgegeben.

      Die Fähigkeiten, die Du hast, oder Ash-Li, ich, Marcel und andere, die haben andere auch, nur schlummern diese immer noch.
      Die meisten Menschen sind eben wie hypnotisiert, aber aus jeder Hypnose und aus jedem Traum erwacht man irgendwann.

  11. monopoli says :

    Also ich weiss nicht ob das mit Ghandi so eine gute Idee ist, denn ehrlich gesagt geht es Indien nicht besser.
    Damit würd ich mal sagen ist von „Ghandis Revolution“ nichts übrig geblieben.

    Und bei genauerer Betrachtung hat diese „Revolution“ nur deshalb funktioniert, weil England sich die Fortsetzung der Kolonialpolitik aufgrund des 2. WK nicht mehr leisten wollte.
    Hätten sie es gewollt, hätten sie „Ghandis Revolution“ im Keim erstickt. So ist er ähnlich wie Luther glorifiziert geworden, weil er deren Herrschaft selbst nie in Frage gestellt hat.

    Leute wie Spartakus, Arminius, Münzer, Marx, Lenin, Thälmann, Luxemburg, Pieck, Allende, Castro, Chavez usw. die gegen Herrschaft rebellierten, werden von ihnen eher in den Schmutz gezogen. Aber sie sind (jeder auf seine eigene Art) Linksextrem.

    Das Problem ist das man sich erstmal von Kapitalistischen Denkmustern befreien muss, dazu zählt auch das man die Helden des Kapitalismus mal genauer betrachtet.

    Nehmen wir nur mal Caesar, einer der größten Massenmörder der Römerzeit oder Napoleon der kein bisschen besser als Hitler war. Für den waren Soldaten reinstes Kanonenfutter, Päpste die nicht nur Kriegsverbrechern zur Flucht verholfen, sondern selbst zu Kreuzzügen aufriefen und durch die Inquisition Millionenfach zu Mördern wurden – im Namen der Barmherzigkeit.
    Oder nehmen wir den Klitschko der im Namen der Freiheit die Ukraine in die Knechtschaft der EU führt. Wir wissen doch wie das ausgeht.

    Dieses System lässt sich nur auf eine Art und Weise bekämpfen, indem man es mit dem bekämpft was es am meissten fürchtet Sozialismus.

    Mit der Delegitimierung des Einheitsvertrages ist die ganze Politbande samt ihrer Richterschaft straffällig, weil sie gegen den aktiven Artikel 23 verstoßen. Und 90% ihrer Gesetze sind ebenfalls nichtig. Der gesamte Umbau des Staates ist dann automatisch hinfällig.

    Und so kannst du auch gewinnen, denn sie müssen dich widerlegen.

  12. kritischerkommilitone says :

    In manchen Kommentaren wurde auf die Wissensmanufaktur verwiesen (ein Internetprojekt von sogenannten „Wissenschaftlern“). Ich möchte mich ausdrücklich von diesem rechtsoffenem Verein distanzieren!
    Erst einmal zur Wissensmanufaktur an sich: Andreas Popp ist verantwortlich für die „wissenschaftlichen Gremien“. Bis 2010 war Popp Aufsichtsratsvorsitzender bei der ehem. Popp AG, die Edelmetall-Investmentfonds verkauft. Bei seinen politischen Äußerungen fällt Popp auch mit seinen apokalyptischen Äußerungen über einen Zusammenbruch des Finanzsystems auf. Diese Haltung kommt häufig bei Edelmetallanbietern vor, um verunsicherte Anleger_innen zum Kauf von Edelmetallen zu verleiten.
    Popp ist in der Vergangenheit mit seiner rechtsoffenen Haltung aufgefallen. „In seinem 2006 veröffentlichten Buch Das Matrix-Syndrom. Die systematische Manipulation der Menschen durch die Macht verteidigt Popp unter anderem den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, der 2003 wegen antisemitischer Äußerungen aus Fraktion und Partei ausgeschlossen wurde.“ (http://www.psiram.com/ge/index.php/Andreas_Popp)
    Popp hat weitere Verbindungen zu rechtsgerichteten Personen:
    – 2006 traf er sich mit Lyndon LaRouche jr., US-amerikanischer Rechtsaußen in Berlin
    – Im Bezug zur Analyse über angeblich bestehende Parallelen zur Weltwirtschaftskrise 1929 verweist Popp auf Bernd Thomas Ramb (Verantwortlicher für den Wirtschaftsteil der „Jungen Freiheit“)
    – In der Vergangenheit hat er das Buch „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert“ von Jan von Helsing empfohlen; das Buch ist wegen judenfeindlicher Inhalte verboten worden
    – Popp nahm an einem Wirtschaftsforum „Umdenken“ in Göttingen teil, wo auch der Holocaust-Leugner Ernst-Günther Kögel teilnahm
    Der Wissensmanufaktur gehören noch weitere Personen an, die in dem wissenschaftlichen Beirat sitzen. Dies sind: „Der Ökonom Wolfgang Berger, der Tierrechtler Helmut Kaplan, der Verschwörungstheoretiker Karl Albrecht Schachtschneider, der Meteorologe Wolfgang Thüne und der rechtsorientierte Medienwissenschaftler und Journalist Michael Vogt“ (http://www.psiram.com/ge/index.php/Wissensmanufaktur).
    In einem aktuellen Beitrag von Rico Albrecht zur Migration in Europa, fällt auf, dass für die Wissensmanufaktur politisch rechte, mittlere und linke Strömungen nicht relevant sind: „Wer ein davon abweichendes Ergebnis einer Analyse der EU-internen Migration veröffentlichen möchte, sollte sich also zuerst deutlich von der rechten Szene, der linken Szene und von der mittleren Szene distanzieren, um nicht in irgendeine Schublade eingeordnet zu werden. Aus diesem Grund ist es auch ratsam, hierbei ausschließlich nüchterne Fakten rein logisch zusammenzufügen.“
    Mit solchen Aussagen bietet die Wissensmanufaktur offene Türen für rechte Ideologien. Natürlich ist es einfacher diese zu publizieren, wenn sie als solche nicht als rechts bezeichnet werden.
    Ein gutes Beispiel für die rechtsoffene bzw. rechte Ideologie ist zu hauf in dem Buch „Das Matrix-Syndrom“ – Untertitel: „Die systematische Manipulation der Menschen durch die Macht“‚ von Popp zu finden. U.a. folgendes:
    Zum Umgang mit der deutschen Geschichte schreibt er: „Über unserem Land schwebt das Damoklesschwert des Nationalsozialismus. (…)Wer sich für die gesamte deutsche Geschichte interessiert, macht sich schon verdächtig und bekommt den Beigeschmack des Nazideutschen. Diese Konditionierung der deutschen Bevölkerung entzieht den Menschen die Wurzeln, die man zur eigenen Identität braucht. “ An anderer Stelle notiert der Verfasser, kein Deutscher könne das Wort „Jude“ „ohne mulmiges Gefühl auch nur aussprechen“. Laut Popp ist das „eine klare Form der Konditionierung“. „Deutsche in Sippenhaftung“ Die Deutschen seien in „Sippenhaftung“ genommen, ist der Unternehmer überzeugt. Nationalstolz sei ihnen verboten. Deutschland sei eine „Pseudo-Demokratie“, eine „kommissarische Reichsregierung“ müsse das Land retten.“ (zitiert nach http://vergessen.iphpbb3.com/forum/81172584nx2687/rechte-aktivitaeten-in-der-republik-f12/senator-popp-und-seine-rechten-vasallen-t349.html)
    Damit bedient sich Popp einer populistischen Methode, und damit steht dem Geschichtsrevisionismus nichts mehr im Wege. Der Logik zu Folge ist es auch kein Wunder, wenn Popp gemeinsam mit Holocaust-Leugnern auftritt.
    Allein wegen den genannten Hintergründen distanziere ich mich entschieden von der Wissensmanufaktur und ihren politischen Plänen (Plan B, etc.).
    Was wir brauchen ist kein Nationalstolz, sondern eine Bekämpfung der kapitalistischen Gesellschaft. Dazu gehört auch eine entschiedene antifaschistische, emanzipierte Haltung. Dazu gehört auch die Eigentumsverhältnisse zu hinterfragen. Insbesondere das Eigentum an Produktionsmitteln. Den Kapitalismus alleine auf den Finanzkapitalismus und das Geldsystem zu beschränken ist meines Erachtens nach nicht richtig. Meiner Meinung nach ist der Finanzmarkt lediglich ein weiterer kapitalistischer Markt (neben Gütermärkten, Arbeitsmärkten, etc.) auf dem sich die bestehenden Ungleichheiten reproduzieren und verschärfen. Der Zinseszins ist daher keine Ursache für die ganzen Wirtschaftskrisen, sondern ist vielmehr ein Katalysator.
    Die eigentliche Ursache liegt in dem Privatbesitz der Produktionsmittel (Maschinen, etc.) und an dem staatlichen Machtapparat. Eine wirkliche Demokratie sieht anders aus. Ein interessantes Alternativkonzept in diesem Rahmen sind die Räte.
    Räte können freiwillige Zusammenschlüsse sein. Evtl. einmal nach gemeinsamen Interessensgebieten (z.B. gleiche Arbeit) und zum anderen nach Wohnortnähe. Delegierte können für überregionale Beschlüsse bestimmt werden und jederzeit wieder abgewählt werden. Damit kann auch die Organisation von Infrastruktur wie Bahn und Post sichergestellt werden. Dass dieses Konzept nicht nur eine bloße Illusion ist, lässt sich u.a. anhand vom Beispiel Spanien 1936-1939 sehen.
    Quellen:
    http://www.psiram.com/ge/index.php/Andreas_Popp
    http://vergessen.iphpbb3.com/forum/81172584nx2687/rechte-aktivitaeten-in-der-republik-f12/senator-popp-und-seine-rechten-vasallen-t349.html
    http://www.wissensmanufaktur.net/wohlstand-durch-migration
    http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b-fuer-einsteiger

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  1. Hallo ich heiße gegen Hartz 4 | reichsreste - Januar 30, 2014

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