Erwerbsloser schockt Arbeitgeber mit Fragebogen

Diese Aktion ist ein schönes Beispiel für kreativen Widerstand. Dem Arbeitgeber hier wird deutlich gemacht, dass Arbeitgeber nicht einfach über Erwerbslose/Arbeitskräfte verfügen können. Vielmehr sollten auch Erwerbslose/Arbeitnehmer_innen die Wahl über ihren Arbeitgeber haben (Vetragsfreiheit). Mit Hartz IV wird diese festgelegte „Vertragsfreiheit“ durchbrochen. Arbeitgeber werden einseitig begünstig, Erwerbslose haben keine Vertragsfreiheit.
Selbst schon diese „Vertragsfreiheit“ ist zu kritisieren. Da die Arbeiter_innen einem Sachzwang unterliegen (u.a. nach Marx). Die Produktionsmittel liegen in den Händen von wenigen Kapitalist_innen, die Arbeiter_innen müssen ihre Arbeitskraft verkaufen und sich ausbeuten lassen. Um dieses System zu durchbrechen müssen die Produktionsmittel endlich unter demokratische Kontrolle gestellt werden. Demokratisch heißt, dass die Menschen vor Ort über Produktion entscheiden können.
In diesem Sinn steht die Forderung nach der gesamten Bäckerei. (Brot)Krümel alleine reichen nicht aus!

Aufgewacht

Soeben erreicht mich eine E-Mail eines Erwerbslosen, der seinen Angaben nach ein Stellenvermittlungsangebot mit Rechtsfolgenbelehrung von seinem Jobcenter erhalten haben will auf das er sich umgehend bewarb.  Beim Vorstellungsgespräch bei dem Zeitabeitsunternehmen sollte der Bewerber nun einen Personalfragebogen im Eingangsbereich der Personaldienstleistung ausfüllen bevor er in das Büro des Personaldisponenten gehen sollte.

Spontan überreichte der Erwerbslose seinen eigenen Fragebogen, den er vom Arbeitgeber ebenfalls ausgefüllt haben wollte. Während er den Personalfragebogen der Zeitarbeit im Foyer ausfüllte verschwand die Sekretärin am Empfang mit seinem Blatt „Fragebogen für Arbeitgeber“. Nach rund zwei Minuten vernahm der Erwerbslose einen lauten Tumult in den hinteren Geschäftsräumen und der Geschäftsstellenleiter einer renomierten großen Zeitarbeit in der BRD bat den Erwerbslosen sofort die Räumlichkeiten zu verlassen mit der Begründung, daß die Stelle leider anderweitig vergeben sei.

Der Erwerbslose bestand jedoch noch auf eine schriftliche Bescheinigung seitens des Zeitarbeitsunternehmens, daß er das Vorstellungsgespräch auch wahrgenommen hätte einschließlich des…

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14 responses to “Erwerbsloser schockt Arbeitgeber mit Fragebogen”

  1. Julia etc. says :

    Herrlich 🙂 Den sollte jeder Arbeitgeber/vermittler ausfüllen müssen.

    • Aufgewachter says :

      Moin!

      und als Anlage zu dem „Fragebogen für Arbeitgeber“ obligatorisch dem Fallmanager folgendes Blatt dazu legen

      Neusprech eines absolut korrupten Systems

      Agentur für Arbeit = Agentur für Sanktionsvermittlung

      Einladung = Vorladung

      Kunde = Vorgeladener (unfreiwillig)

      Sanktion = Aushungern durch Leistungsentzug, um Vorgeladene zur Arbeitsaufnahme zu zwingen

      Eingliederungsvereinbarung = einseitige Sanktionsvereinbarung und Abtretung der Grundrechte (bedingungslose Unterwerfung)

      Verwaltungsakt = einseitige Sanktionsvereinbarung und Abtretung der Grundrechte per Zwangsverfügung (bedingungslose Unterwerfung)

      keine aufschiebene Wirkung = Beweislastumkehr der Schuldigkeit

      Jobcenter = Vollstrecker und Richter in einem

      Fallmanager = Sanktionsvermittler und Peiniger

      Fallmanager der sanktioniert = guter Sanktionsvermittler und Peiniger

      Fallmanager der nicht sanktioniert = schlechter Sanktionsvermittler

      Teamleiter der Fallmanager = Aufseher der Sanktionsvermittler

      Zeitarbeitsunternehmen = getarnter Kooperationspartner der Sanktionsvermittler (Verräter & Kopfgeldjäger)

      Geplante Zielvereinbarungen = geplante Sanktionsquote

      Sanktionsmanagement = subtile Gehirnwäsche für höhere Sanktionsquote der Sanktionsvermittler

      höhere Sanktionsquote = besseres Betriebsergebnis für das Jobcenter

      schlechtere Sanktionsquote = schlechteres Betriebsergebnis für das Jobcenter

      Agenturleiter = Bezieher von Boni für das Erreichen der Sanktionsquote (Sozialschmarotzer)

      Das Flugblatt kann hier als PDF-Datei (4.33kb) herunter geladen werden
      https://app.box.com/s/mfdajfj9fk4i02aq7sh3

      Das Flugblatt kann hier als PNG-Grafik (157kb) herunter geladen werden

      Neusprech eines absolut korrupten Systems
      http://aufgewachter.wordpress.com/2013/12/19/neusprech-eines-absolut-korrupten-systems/

    • Aufgewachter says :

      Herrlich bzw. köstlich finde ich auch folgenden Gedanken 🙂

      Es heißt ja oft : “Jemand der ernsthaft eine Arbeit sucht, findet auch eine.” Dann muß aber auch der umgekehrte Fall erlaubt sein zu denken : “Ein Arbeitgeber, der ernsthaft einen Arbeitnehmer sucht, der wird auch einen finden.”

  2. IK says :

    Sehr cool 🙂

    _____

  3. ro says :

    interessanter Text.

    was würde wohl geschehen, wenn man die Sachbearbeiter/in der AFA / Jobcenter darum bitten würde zu bestätigen, dass z. B. eine von ihm / ihr gewünschte und unterschriebene EGV weder gegen das Grundgesetz, UN-Verinbarung bezüglich Menschenrechte noch gegeb die ILO (International Labour Organisation (der UN) verstößt?
    Wwürde ein Sachbearbeiter / eine Sachbearbeiterin der AfA / Jobcenter dies bestätigen?
    Vielleicht wäre es ein Test wert.;):)

    • Aufgewachter says :

      Wenn Fallmanager noch nicht einmal, daß Grundgesetz kennen wollen und die Aushänge des GG von Inge Hannemann im Büro wieder abnehmen, was muß dann wohl erst passieren, wenn ein Fallmanager mit den Menschenrechten konfrontiert wird?

  4. Ingo says :

    Das ist ganz lustig und macht sicherlich auch einmal den Kopf frei, aber letztendlich bringt uns so etwas gegen die übermächtige BA nicht weiter. Im Gegenteil, solche Aktion zeigt der BA eher (und die BA soll ja hier fleißig mitlesen), dass man es hier mit einem Gegner zu tun hat, der zwar in der Lage ist sich lustige Streiche auszudenken, aber ansonsten keine echte Gefahr darstellt.

    Macht euch lieber mit den für die BA verbindlichen Gesetzen schlau, denn nur damit kann man dieser Behörde richtig einheizen.

    • Humanist says :

      @ Ingo:

      Ein gesellschaftspolitisches Problem läßt sich auch durch Rechtskenntnisse nicht aus der Welt schaffen, sondern allenfalls ein wenig lindern. Das gilt umso mehr, wenn die Gesetze bereits von vornherein so abgefaßt werden, daß sie quasi als „Waffe“ gegen Arbeitslose fungieren (können).

      • Ingo says :

        @ Humanist

        Das ist vollkommen richtig, aber Rechtskenntnisse machen es dem Gegner schwerer mit seinen abgefaßten Gesetzen weiterhin Unrecht gegen ca. 6 Millionen Hartz-IV-Menschen zu begehen. Je mehr Menschen sich bewußt werden, dass sie kein Spielball einer Behörde sind, sondern Rechte haben, umso eher kann man diese „Waffe“ unschädlich machen.

        Letztendlich ist der Kampf gegen die Ungerechtigkeit an ca. 6 Millionen Hartz-IV-Menschen ein Kampf der uns alle angeht, wenn wir die Demokratie nicht über Bord werfen wollen.

  5. Unbequem says :

    Ein gesellschaftspolitisches Problem läßt sich auch durch Rechtskenntnisse nicht aus der Welt schaffen, sondern allenfalls ein wenig lindern. Das gilt umso mehr, wenn die Gesetze bereits von vornherein so abgefaßt werden, daß sie quasi als “Waffe” gegen Arbeitslose fungieren (können).

    DAS gesellschaftspolitische Problem. Wer soll es denn lösen, wenn nicht jeder einzelne bei sich selbst anfängt? Dazu gehören auch fundierte Rechtskenntnisse. Ein unabdingbares Instrument zum Erhalt unserer Selbstbestimmung in einem Rechtstaat.

    Eigenverantwortung gehört auch dazu. Sich nicht auf Sprüche verlassen, wie z.B.: „Hier werden Sie geholfen“. Nirgends steht geschrieben, dass Demokratie ein Geschenk ist und wir die Verantwortung an der Pforte abgeben dürfen.

  6. Aufgewachter says :

    Hammergeile Aktion, die Zweite!

    Erwerbsloser schockt Zeitarbeitsunternehmen durch Erscheinen mit Beistand beim Vorstellungsgespräch
    http://aufgewachter.wordpress.com/2014/02/08/erwerbsloser-schockt-zeitarbeitsunternehmen-durch-erscheinen-mit-beistand-beim-vorstellungsgesprach/

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