Flugblatt Nr.1 – Aufruf zum Protest!

Habt Mut euch eures eigenen Verstandes zu bedienen!

Uns wird erzählt, dass wir an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit studieren. In Wahrheit wissen wir, dass es sich vielmehr um ein eintrichtern handelt. Es gibt zwar einzelne Abweichungen in den Auffassungen der Lehrenden, aber im Kern sind sie sich einig: die bestehende Politik mit ihren Gesetzen soll umgesetzt werden.

Wir werden mit diesem Studium darauf vorbereitet einen Job auszuüben, in dem es darum geht Gesetze umzusetzen. Gesetze, die nicht nur dem Grundgesetz, sondern v.a. moralisch-ethischen Vorstellungen eines freien Menschen widersprechen. So wird die Menschenwürde durch Sanktionen angetastet. Die Berufswahlfreiheit wird durch die Zumutbarkeitsregeln mindestens eingeschränkt. Generell sind Erwerbslose Opfer der strukturellen Gewalt: die mächtige Behörde hat die Macht darüber zu entscheiden, wie das eigene Leben weitergeht!

Es gibt bereits einige Studierende, die vielleicht aus diesen Gründen, aber auch aus anderen Motiven (keine Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz in Wohnortnähe und allgemein die schlechte Personalpolitik) keine große Perspektive bei der Bundesagentur für Arbeit sehen. Das ist absolut verständlich! Wer will denn nicht etwas Planungssicherheit und Beständigkeit in seinem Leben haben?

Wenn wir eine bessere (berufliche) Situation für uns erreichen wollen, müssen wir in erster Linie für die Rechte der Erwerbslosen kämpfen. Denn je mehr die Rechte der letzten in der Hierarchiekette beschnitten werden, umso mehr Einschnitte wird es auch für das Personal in der Bundesbehörde geben.

Deswegen rufe ich dazu auf, ernsthaft mit dem Studieren zu beginnen! Lassen wir es nicht mehr zu, dass uns Gesetze und bestehende Politik eingetrichtert werden. Lasst uns gemeinsam gegen das knebelnde Zielsystem kämpfen! Lasst uns gemeinsam für die Rechte der Erwerbslosen kämpfen, denn nur so können wir wirklich helfen! Lasst uns gemeinsam für eine bessere Personalpolitik in der Bundesbehörde kämpfen!

Denn nur, wenn wir kämpfen können wir gewinnen!!!

Habt Mut euch eures eigenen Verstandes zu bedienen und dann auch konkret zu handeln!

Bitte vervielfältigen und weitergeben.

kritischer kommilitone (Marcel Kallwass)
http://www.kritischerkommilitone.wordpress.com

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24 responses to “Flugblatt Nr.1 – Aufruf zum Protest!”

  1. Andreas Abels says :

    Dass „Menschen sich wieder als Menschen wahrnehmen“ ist ja auch das Ziel von Marcel, Inge Hannemann, mir und vielen anderen, es geht also auch ihnen um die Steigerung von Bewußt-Sein.

    Letztlich ist das genau der richtige Schritt, nur so kann der Mensch wieder seiner Selbst bewußt werden, also selbstbewußter und selbstbestimmter werden.
    Nur so fängt er an zu begreifen, dass er bisher überwiegend fremdgesteuert ist.

    Gutes Flugblatt, Marcel, und wirklich mutig, den auf dem Campus zu verteilen. 🙂
    Ich würde Dir helfen beim Verteilen, wenn ich in der Nähe wäre.

  2. kritischerkommilitone says :

    Hallo Martin,

    danke für diese ausführliche Rückmeldung.

    Dau hast absolut Recht in dem Punkt, dass die staatlichen

    Einrichtungen, wie private Unternehmen geführt werden.

    Deswegen werden die ganzen Begriffe (Kunden, Dienstleistungen, etc.)

    auch verwendet. Im Ziel geht es nicht mehr um Menschen, sondern

    um irgendwelche Zahlen, die für ganz tolle Bilanzen erreicht werden sollen.

    Insofern stimmen wir also überein. Als Konsequenz schreibst du, dass

    die Menschen (sich ihrer selbst) bewusst werden und die Macht-

    eliten für das bestehende System verantwortlich machen müssen.

    Alle Menschen, die nicht einfach das tun was ihnen – auf Grundlage von

    Gesetzen, Weisungen, etc. – befohlen wird, sind wirklich Menschen.

    Wenn Menschen sich an unmoralische Gesetze halten, dann fehlt es

    ihnen an Bewusstsein oder an Mut; oder an beidem.

    Was ist nun der Sinn von meinen Aktionen? Der Sinn ist, Aufmerksamkeit

    für ein immens wichtiges Thema zu erreichen. Damit also auch die Chance,

    dass sich mehrere Studierende trauen aufzustehen und aufhören zu „kriechen“.

    Es ist gut, wenn Einzelne bereits verstehen was in diesem System abläuft.

    Noch besser ist es, wenn Mehrere davon erfahren und somit eine breite

    Bewegung möglich wird.

    Setzen wir diesem Unrecht ein Ende!

    kämpferische Grüße

    Marcel

  3. Ash-Li says :

    Danke, lieber Martin, dass Du hier Deine Einstellung mit uns teilst. Ich denke (und fühle) genau so!

    Leider habe ich in Deinem Beitrag Eines nicht verstanden. Hier ist Dein Zitat:
    „…JURISTISCHE Person, die wir durch die Großschreibung unseres Namens im Personalausweis sind,…“
    Bitte sei so gut und erkläre mir, warum eine Großschreibung des Namens bedeutet, dass eine „natürliche“ Person zur „juristischen“ wird. – Ich danke Dir!

    Liebe Grüsse –
    Ash-Li
    🙂

  4. Ash-Li says :

    Danke lieber Martin! Ich gehe völlig mit Dir einig, wenn Du schreibst, dass die Menschen sich wieder als Menschen sehen sollten – und nicht, wie es der Fall ist – als möglicher Verbrecher von Geburt an. Auch sehe ich es auch so, dass man diese selbsternannte (die ja anscheinend von diesem Generalverdacht ausgeschlossen sind) in ihre Schranken verweisen sollte. Aber nicht mit Gewalt. Denn diese erzeugt Gegengewalt, wie man weltweit und zu allen Zeiten sieht und gesehen hat.

    Was die „Staatsangehörigkeit“ angeht sehe ich das so: Abgesehen mal davon, dass wir eh kein „Staat“ sind, ist die Bezeichnung „deutsch“ m.E. schon richtig, da die Frage danach praktisch ein Adjektiv als Antwort verlangt.
    Das heisst aber für mich, dass diese Frage schon allein Augenwischerei ist. Es ist eine schöne Theorie, nicht aber die Wirklichkeit. – Sollte ich vielleicht besser sagen: eine LÜGE?!

    Auch der Ausruck „Personalausweis“ ist „passend“, da wir de facto quasi „Mitarbeiter“ der Firma BRD oder Ähnliches sind.
    Ehrlicherweise sollte es eher „Personenausweis“ oder „Personalienausweis“ heissen… Ich kann mich erinnern, dass man früher „Kennkarte“ sagte.

    Wünsche Dir und allen Anderen trotz allem einen schönen Tag mit Frieden im Herzen –
    Ash-Li
    🙂

  5. Burkhard Tomm-Bub says :

    Guten Tag,
    was Herr Kienzle da so schreibt, kommt aus einer bestimmten und auch halbwegs definierbaren Verschwörungstheorie – Ecke.
    Da tummelt sich im Netz mittlerweile so einiges, vom Kopp – Verlag, über die DNV bis hin zu den Chemtrailern, usw.
    Ich persönlich halte nichts von derlei und bedauere diese Verschwendung von Zeit und Energie.
    Wichtiger als zu ergründen, ob die Rothschilds, die Illuminaten oder sonstwer hinter allem steht, scheint mir, Protest zu üben. Mißstände klar und konkret zu benennen und dringend auf Veränderungen hinzuwirken.
    Auch mit Fragen, ob das Sinn hat oder wie gering die Aussichten auf Erfolg sind, mag ich mich nicht plagen.
    Ich gehe gegen gewisse Dinge an, weil sie FALSCH sind und weil die Menschlichkeit dies gebietet.
    Nichts für ungut, meine Meinung.
    MfG
    Burkhard Tomm-Bub

    • Andreas Abels says :

      Hi Burkhard,

      Herr Kienzle zeigt genauso Missstände auf wie Sie, ich und viele andere. Ich sehe es deshalb nicht als „Verschwendung“ an, wenn er auf bestimmte Hintergründe aufmerksam macht.

      Nicht jeder muss jeden Hintergrund kennen und verstehen, aber wir arbeiten letztlich alle zusammen, und haben -so denke ich- alle das gleiche Ziel: Veränderungen im großen Stil, und diese werden kommen…

      Jeder kann auf seine ganz eigene Art mithelfen, Missstände aufzuklären und zu beseitigen, einfach seinem Herzen und seinen Interessen folgend.

      So wie verschiedene Zellen in einem Körper unterschiedliche Aufgaben haben und letztlich doch an einem Strang ziehen, um den Körper gesund zu halten oder zu heilen, so arbeiten auch viele Menschen weltweit zusammen, oftmals ganz im Hintergrund, ohne großartige, öffentliche Proteste und oftmals sogar unbewußt (einfach, indem sie so sind wie sie sind), um die Menschheit als GANZES zu gesunden.

      • Freddie says :

        Hallo, lieber Herr Andreas Abels!

        Selbstverständlich darf jeder (immer auf seine Art) mithelfen, Missstände aufzuklären, ohne jedwede Hintergründe dabei verstehen zu müssen. Doch bleibt es auch genauso richtig, das jeder nach seinem Vermögen sich bemühen sollte, wenigstens im Groben alle Wirklichkeitsaspekte dabei abzudecken: individuell, sozial, kulturell und objektiv/rational. Je mehr davon er einzubeziehen vermag, desto besser, desto richtiger, weil ganzheitlicher wird sein Beitrag sein, soweit er dies bewusst tut. Das ist kein Spiel für irgendwelche Intellektuelle, sondern einfach, wenn man so will, die Bausteine des gesamten Menschen und seiner Welt.
        Ansonsten besteht immer, zumindest latente, Gefahr, einem bestimmten Machtanspruch zu verfallen (nach dem Motto: ich habe die Wahrheit gepachtet; wollt ihr mir wohl folgen!?) – ohne dass ich hier irgendwem etwas unterstellen will!

    • Sozialfotografie | StR says :

      Danke BTB, selbiges dachte ich auch…ich finds immer wieder schade, wenn sich derartige Dinge in wirklich wichtige Sachen untermischen…auch nur meine Meinung…Grüße!

  6. Freddie says :

    Völlig richtig, lieber Burkhard! Man möchte mit allen Mitteln das „Unfassbare“ zu fassen kriegen. Es ist im Übrigen auch eine vollkommen unzulässige Vereinfachung der Wirklichkeit, die nicht DA oder DORT zu suchen ist, sondern eher überall und nirgends. Sie ist im individuellen, im kulturellen, im sozialen und materiell-objektiven Bereich gleichermassen verankert, und wer nur einen dieser vier Aspekte nicht hinlänglich berücksichtigt, verzerrt damit die übrigen wie auch im Umkehrschluss den eingebrachten, hängen sie doch alle unauflöslich miteinander zusammen. Wer sich also einseitig auf ein paar wenige Perspektiven bezieht, sollte wenigstens so ehrlich sein und dieses auch eingestehen, sich und anderen.
    Es kommt also wie Du richtig sagst darauf an, das Falsche zu erkennen und etwas dagegen zu tun, auf dass wir klüger werden. Tun wir Gutes – anfangs notgedrungen eher etwas bewusstloser, dann ergibt sich, da bin ich mir sicher, alles Weitere.

    • Andreas Abels says :

      @Freddie

      Jeder von uns kann im Blog nur Teilaspekte ansprechen, weil die ganzen globalen Veränderungen, die auf jeden Fall die GESAMTE Menschheit betreffen (so sehe ich es), viel zu komplex sind, um alle ansprechen zu können, und wir werden als Menschen auch nicht JEDEN Aspekt wissen und verstehen können.
      Ich sehe Veränderungen vor uns, die kosmischen Ausmaßes sind, und nicht nur die Erde betreffen, so dass es noch komplexer wird.

      Ich wollte mit meinem obigen Beitrag auch nur klarstellen, dass -aus meiner Sicht- nicht jeder die gleiche Aufgabe hat, wir aber alle das gleiche Ziel haben, ähnlich eben, wie es die Zellen eines Körpers oder die individuellen Fussball-Spieler eines Teams bewerkstelligen, um bestmöglichst zum gleichen Ziel zu kommen.
      Auf Seelenebene verstehen wir ALLE sowieso mehr als auf menschlicher Ebene, welche sehr begrenzt durch unseren Verstand ist; die Seelenebene kennt diese Begrenzung nicht und überblickt unvergleichlich mehr Aspekte.

      Letztlich wird die menschliche Ebene aber wieder mit der seelischen Ebene verschmelzen, denn wir Menschen hatten vergessen, dass wir ALLE soviel mehr sind als Körper und Verstand…

      Naja, Du siehst, zu meinen Aufgaben zähle ich, viel über diese Zusammenhänge zu reden und zu schreiben, auch dann, wenn diese Zeilen auf Gelächter und Unverständnis stoßen mögen bei manchen. 😉

      Ich rede aber auch viel über gesellschaftliche Zusammenhänge (Politik, Wirtschaft etc.), und bringe diese immer gern im Zusammenhang mit irdischen, globalen Veränderungen (wozu -zum Beispiel- auch der Klimawandel gehört).
      Das sind allesamt gute Veränderungen, und wir werden noch sehr überrascht sein, wie positiv sie sein werden…bis zum endgültigen Wandel muss es allerdings auf allen möglichen Ebenen „knallen“ und zusammenbrechen, auch das gehört dazu; Altes stirbt, damit Neues entstehen kann…

      Genauso gehört das Aufdecken all der Lügen, die uns immer wieder erzählt werden, dazu.
      Herr Kienzle hat diesbezüglich wichtige Teilaspekte angesprochen.

      • Freddie says :

        @ Andreas Abels

        Lieber Andreas A., ich gab hier doch bloss eine Orientierungshilfe, wie man PRINZIPIELL mit relativ wenig Aufwand möglichst viel von der Wirklichkeit erfasst. Von niemandem hier habe ich verlangt, mir die Welt zu erklären (hier wäre schon gar nicht der Ort), sondern mir ist ja gerade um jene Offenheit zu tun, die Sie richtig benannt haben.
        Ich gebe ein Beispiel. Aus der individuellen Perspektive kann ich fast immer, soweit es zutrifft oder auch nicht, sagen: Mein Gefühl sagt mir, das dies nicht richtig ist. -Aber ist es damit STETS getan? Was würde geschehen, wenn sich unser Horizont dermassen zusammenziehen bzw. verengen würde? Egozentrik würde die tollsten Blüten treiben, hier etwa, weil Gefühle für sich betrachtet schnell irreführend werden, und zudem hier ein Mittel an die Hand gegeben wäre, sich die Dinge schön zum eigenen Vorteil zurechtzustutzen. Oder jene Wirtschaftsbosse, die immer gerne von maschinenmässigem „Eingliedern“ schwafeln, der Mensch auf ein simples Objekt reduziert und Mittel zum Zweck. (Eine Teilwahrheit, allein für sich genommen und imperialisiert jedoch mörderisch falsch!) -Diese negativen Folgen sollte man immer im Blick behalten. Da können leicht die Pferde mit einem durchgehen, wenn man nicht aufpasst.
        Um es zu wiederholen, mir ging und geht es hier nicht um die „Weltformel“. Jedoch kann man sehr wohl eine Tendenz erkennen, wohin sich der gedankliche Fokus verschiebt – darum sehr wohl.

        Damit wäre auch diese nette Diskussion von meiner Seite aus abgeschlossen, die doch jetzt von der eigentlichen Sache weit abzudriften droht. Nichtsdestotrotz habe ich selbstverständlich nichts gegen eine Antwort. Doch sei dies noch, ganz ohne Schmeichelei, gesagt: Ich schätze, Herr Andreas Abels, Ihr Beiträge ausserordentlich!

      • Andreas Abels says :

        @Freddie

        Ok, ist ja jetzt alles geklärt. 🙂 Ich finde es oft nicht einfach, mit Worten das auszudrücken, was man sagen möchte, oftmals fehlen gar die Worte dafür. Insofern gibt es auch mitunter Missverständnisse, zumal, wenn man sich nicht gegenübersitzt, die Körpersprache und die Augen nicht wahrnehmen kann.

        Schönen Sonntag noch,
        Andy.

  7. Ash-Li says :

    Nun, meiner Ansicht nach haben viele sog. Verschwörungstheorien einen durchaus realen Hintergrund. Aber es gibt auch – wie ich denke – genügend, die jeglicher Grundlage entbehren. – Die angesprochenen sind für mich durchaus nachvollziehbar.
    Doch auch das sollte jeder für sich selbst entscheiden.

    Ein schönes Wochenende an alle –
    Ash-Li
    🙂

  8. monopoli says :

    Reblogged this on monopoli and commented:
    Na Mittelextremer, das ist mal wieder ein feiner Text den trampel ich doch gern breit.
    gern gehilft…

  9. drbruddler says :

    Hat dies auf drbruddler rebloggt und kommentierte:
    ebenso

  10. Freddie says :

    Diesmal in Geschichtsform, möchte ich einen erneuten Denkanstoß geben.

    Einstmals gut bekannt war mir ein Junge, der in seiner Schulzeit heftigstem seelischen und körperlichem Terror, im Volksmund nüchtern „Mobbing“ genannt, ausgesetzt war. Die Abwärtsspirale drehte sich also immer schneller immer weiter, bis sich schliesslich erste Selbstmordgedanken in dem verstörten jungen Gemüt auszubreiten begannen.
    Doch hatte der junge Mann Glück im Unglück: seine Eltern bekamen rechtzeitig Wind von der Sache und leiteten, selbstverständlich hochbestürzt, Hals über Kopf die Einweisung in ein Krankenhaus in die Wege. Ihr Sohn hatte inzwischen einen Verfolgungswahn in seiner extremsten Form entwickelt, und es sollte annhähernd ein Jahr brauchen, um überhaupt nur die akuten und schwerwiegendsten Symptome seiner chronisch zu werden drohenden Schizophrenie zu beseitigen. Mit einer zuvor also einfach nicht zu bannen gewesenden Gefahr im Hintergrund, er möchte für den Rest seines voraussichtlich noch langen Lebens in einem jammervollen Zustand des Wahnsinns verbleiben!
    Doch jener Mensch, dem so übel mitgespielt worden war, schaffte es: annähernd erlangte er seine Gesundheit, bereits erwachsen geworden, vollständig zurück.
    Gerade waren einige wirkliche Lichtblicke in sein Leben gefallen, da fiel er in Hartz 4. Nun kehrte sie wieder, die Unterdrückung, diesmal, in verschiedensten Abstufungen und Schattierungen, ausgehend von einer Gesellschaft in ihrer Gänze, das heißt: weniger fassbar, weniger sichtbar, aber doch gewissermassen noch realer. Wieder drohte er seiner natürlichen Würde beraubt zu werden und, inzwischen hypersenibilisiert für derlei Dinge, litt er in dem Masse mehr, wie er begriff.
    Seine gesamte Existenz erschütternde Ängste vor Vereinsamung und Altersarmut begleiten ihn heute auf Schritt und Tritt, noch geschürt werdend von immer neuen von Verschärfungen des Knebelungssystems sprechenden Nachrichten, und dabei hat er alle Hände voll zu tun damit, sich überhaupt seine Gesundheit zu erhalten. Das Stigma „Aussenseiter“ steht wieder auf seiner Stirn zu lesen.
    Man muss fragen: Hätte ein solcher Mensch nicht alles Recht, unter einer einzigen schwarzen Wolke, gemischt aus unbeschreiblicher Enttäuschung und Zorn und Wut über die Gesellschaft, verbittert zu werden? Ist das nicht zumindest überaus nachvollziehbar? Und hält man ihn nicht vielleicht nur deshalb in seiner Existenz fest, um ihn langsam und qualvoll – sterben zu lassen?
    Ich kenne ihn: all das tut er nicht. So finster, lang und breit die Schatten seines Schicksals auch sein mögen, vergißt er nie, dass andere noch schwerer betroffen sind als er selbst. Er hat erkannt, dass die nach absoluter Macht trachtenden Feindseligkeiten und Bösartigkeiten der Menschen untereinander auch immer gleichbedeutend mit der Unterdrückung der eigenen höheren Potentiale sind in einem jeden von uns – beidem gilt seine Arbeit, so gut sie ihm immer glücken will.
    Und wenn er zu den Menschen um ihn herum spricht, dann spricht er von LEBEN.
    -Dieser Jemand bin Ich.

    • drbruddler says :

      Es ist nicht leicht die Menschen um einen herum mit anderen Augen zu betrachten, und man kann sehr leicht daran zerbrechen.

      • Alfred says :

        Mit jedem neuen Entwicklungabschnitt betrachten wir die Welt gewissermassen mit frischen Augen, und immer sprechen wir vom Leben, solange wir leben, allein immer anders.
        Das Leben verlangt von uns aber auch, dass wir viele kleine Tode sterben, wobei eins der Hauptübel ist, sein Gesicht nicht verlieren zu wollen. Unser Gesicht ist unser Selbst. Doch ist dieses Sich Ersterben (=Teilsterben seines Egos) darum auch leicht? Weiss Gott, nein!

      • Freddie says :

        Mit jedem neuen Entwicklungsabschnitt sehen wir die Welt gewissermassen mit frischen Augen, und immer sprechen wir von bzw. vom Leben, solange wir leben, nur immer anders.
        Es verlangt allerdings, dass wir viele kleine Tode sterben müssen, wobei immer ein Stück unseres Egos stirbt und eines der Hauptübel ist, dass wir unser Gesicht nicht verlieren wollen. Unser Gesicht ist unser Selbst. Doch wird es einem deshalb leicht gemacht? Weiss Gott, nein.

    • drbruddler says :

      Natürlich nicht, weil der soziale Druck immer größer wird und das Randgruppen immer am stärksten betrifft. Jeden halt auf seine Weise.

  11. Freddie says :

    Nachtrag: Das heisst natürlich weder, dass ich Hartz 4 plötzlich gutheisse (das ich vielmehr bekämpfe) noch mich als Vorbild hinstelle. Es ist einfach eine Geschichte, die zum Nachdenken anregen soll.

  12. Unbequem says :

    Zu allererst meinen Respekt für die persönliche Einstellung und den Mut von Marcel!

    Was mich weniger entzückt, ist die unreflektierte Sichtweise – gerade in Bezug auf die Hartz IV Gesetzgebung insgesamt – ehemaliger ArbeitsvermittlerInnen/FallmanagerInnen.

    Ob es an der jahrelangen Indoktrination innerhalb des Apparates liegt, oder an einer persönlichen Einstellung, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Auffallend ist jedoch, dass man gerne versimplifiziert und Andersdenkende – politisch korrekt – in die Ecke der Verschwörungstheoretiker stellt.
    Erschreckend – als naives, unwissendes Verhalten, kann ich es nicht mehr bezeichnen – ist allerdings eine Äusserung… ausgerechnet von der neuen „Jeanne d’Arc“ der Hartz IV Bewegung: Inge Hannemann.

    Zu Ihrer beruflichen Perspektive befragt, sollte Ihr Verfahren vor dem Arbeitsgericht evtl. negativ beschieden werden, antwortete Fr. Hannemann dem Reporter: „… das bedeutet, ich würde erst mal wieder zu Bildungsträgern gehen […] Bildungsträger machen ja immer wieder Angebote als Dozentin…“

    Da fällt mir persönlich… nichts mehr zu ein!

  13. talktojosef says :

    Reblogged this on DUEUR and commented:
    Total wahr niemand im System will wirklich ein Curriculum entsprechend den Fakten. Verdreht und krumm um die Menschen sich unterzuordnen.

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