Die Bundeswehr hat Mangel an Kanonenfutter

Mitarbeiterzeitschrift der BA

Mitarbeiterzeitschrift der BA

In der DIALOG-Ausgabe 5/2013, Mitarbeiterzeitschrift von der Bundesagentur für Arbeit (BA), wird eine Kampagne für die Bundeswehr beschrieben. Die „Kampagne zur Gewinnung von Kurzdiener[_Innen] für die Marine und andere militärische Organisationsbereiche“ hat seit September 2013 gestartet. Grund ist der Mangel an Kanonenfutter bei der Bundeswehr.

„Da Bundeswehr und BA bereits seit langem in verschiedenen Bereichen kooperieren, war schnell klar, dass die BA bei der Personalgewinnung hilft“. Damit gibt die BA sogar selber zu, dass sie mit dieser verfassungswidrigen Organisation zusammenarbeitet. Die Bundeswehr ist verfassungswidrig, weil sie sich seit den 1990er Jahren an Angriffskriegen in aller Welt beteiligt und damit gegen die Grundsätze aus der Verfassung verstößt. So steht im Art. 87a Abs.1 GG: „ Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. […]“ Im zweiten Absatz steht, dass die Bundeswehr nur dann außerhalb (also nicht zur Verteidigung) angreifen darf, wenn „dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.“

In diesem Punkt sehe ich erhebliche Bedenken, da bereits die Menschenwürde (Art. 1) eine Förderung der zivilen Konfliktlösung unabdingbar machen. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist die Bereitschaft zum Dialog, da die fehlende Dialogbereitschaft z.B. mit (vermeidlichen) Diktatoren eine friedliche Lösung von Konflikten bereits im Ansatz verhindert. Kriege können durch Dialoge auch auf gesellschaftlicher Ebene verhindert werden. Wenn allerdings der staatliche Gewalt gegen andere Bevölkerungen angewendet wird, dann verstößt dies gegen die Menschenwürde.

Auch die BA kennt sich mit Verstößen gegen die Verfassung aus. So verstoßen Sanktionen v.a. im Hartz IV-Bereich gegen das Recht auf ein „menschenwürdiges Existenzminimum“, dass sich aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs.1 GG ergibt (http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html). Eine Kooperation mit der Bundeswehr verstößt in meinen Augen gegen die Berufswahlfreiheit (Art. 12 GG). Denn aufgrund dieser beschriebenen Kampagne „können die jungen Leute von Beratungs- und Vermittlungsfachkräften auf eine Beschäftigung als Kurzdiener[_Innen] angesprochen werden“. Damit ist eine unabhängige, freie Beratung nicht garantiert. Aber die BA hat die gesetzliche Pflicht nach Eignung, Neigungen und Fähigkeiten zu beraten (§ 31 SGB III).

Anstatt dessen werden in dem Artikel verschiedene Zielgruppen aufgelistet, die besonders umworben werden sollen. Allgemein werden erwerbslose Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren genannt. Im Speziellen werden Erwachsene ohne Berufsabschluss (25-35 Jahre), unversorgte Ausbildungsbewerber_Innen und „noch nicht ausbildungsreife Jugendliche mit Potenzial“.

Die „Arbeit“ bei der Bundeswehr wird als „interessante, alternative Integrationsperspektive“ beschrieben. Was ist das für eine Integration, wenn in diesem Beruf andere Menschen umgebracht werden und Soldat_Innen selbst ebenfalls sterben? Die BA legt noch mal oben drauf und beschreibt diesen Beruf als „Sprungbrett für junge Menschen“.

Gut, für Herrn Weise und viele seiner Kameraden mag das so sein. In der Vergangenheit haben sie noch als Offiziere die Kriegsmaschinerie unterstützt, heute sitzen sie in verschiedenen Institutionen. Die betroffenen Personen klopfen sich dafür auf ihre Schultern. Was ist auf der anderen Seite mit den zivilen Opfer in den vielen Ländern der Welt, in denen das deutsche Militär wieder zeigt, dass sie Gewalt anwenden können? Sind sie nur eine Nummer die als Opfer für die Erfüllung von Zahlen (natürlich nicht nur von der BA) hinhalten müssen?
Anstelle des Prinzips „Hauptsache Arbeit“ sollte eine andere Maxime gelten: das menschliche Handeln, im Miteinander und in der Gesellschaft. Ein weiteres eisiges Festhalten an diesem unmenschlichen Handeln ist mit Blut behaftet. Das sollte uns bewusst sein!

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8 responses to “Die Bundeswehr hat Mangel an Kanonenfutter”

  1. Wolke7 says :

    Naja eine einfache möglichkeit Erwerbslose physisch wegzurationalisieren ohne Sie öffentlich an die Wand zu stellen.

    Und was wir uns bei dem Wort „Freiwillig“ denken können erspar ich mir hier mal….

    Mal ehrlich, das ist nur eine klare Ansage nach dem Motte „Erschießt die ganze Bande!“, nur eben etwas hinterhältiger indem Sie die Erwerbslosen gleich zur BW schicken damit sie sich abknallen lassen.

    Früher schickte man Erwerbslose ins KL zur Zwangsarbeit bis zum Tode heute schickt man sie dann eben zur BW, da spart man sich sogar die Munition für die Leute, wenn die Kugel eben vom Feind gesponsert wird.

    „Lass dich abknallen oder du kriegst keine Kohle von uns.“
    Hört sich doch super an, da kann ich mir wenigstens noch aussuchen woran ich krepieren möchte.

    Wobei man hier natürlich noch differenzieren sollte ob diese sogenannten „Freiwilligen“ wirklich freiwillig wären oder nicht und ob die dann auch wirklich in den Einsatz geschickt werden würden (z.B. andere Länder) oder nur in der Heimat „Aufräumarbeiten“ abzuleisten hätten.

    Oje, das wird noch lustig…..

    • kritischerkommilitone says :

      @Wolke 7:

      Das ganze erinnert schon in einer gewissen Weise an das,

      was vor 70 Jahren passiert ist. Nur wollen es die Menschen

      nicht wahrhaben, dass es viele Ähnlichkeiten zu einem

      Faschismus gibt. Schließlich hat es ja keine Konzentrations-

      lager und wir haben das Wahlrecht, etc.

      Natürlich ist es nicht so schlimm, wie vor 70 Jahren, es gibt

      allerdings erschreckend viele Ähnlichkeiten. So u,a, die Ausgrenzung

      einer Menschengruppe (früher Arme, Juden, Ausländer, etc.), heute

      werden gerade die Hartz IV-Empfänger von der Gesellschaft ausgeschlossen.

      Auch Ausländer werden heutzutage benachteiligt (außer, wenn sie viel Geld mitbringen).

      Flüchtlinge erfahren die ganze Palette der staatlichen Diskriminierung durch

      Abschiebung, Hetze, Unterbringung unter menschenunwürdigen Bedingungen, etc.

      Wieder einmal haben es die mächtigen Eliten geschafft der Masse etwas Schönes

      vorzugaukeln, während Ausgrenzung und Diskriminierung auf der Tagesordnung steht.

      • Wolke7 says :

        Natürlich sind da haufenweise Ähnlichkeiten, der einzige unterschied zu damals ist lediglich das die heutigen verantwortlichen das ganze etwas subtiler angehen in einer wesentlich freundlicheren Verpackung, damit es besser und ansehnlicher rüberkommt.

      • Unbequem says :

        Sie wollen es nicht wahrhaben, weil man ihnen nicht erzählt hat, dass es Menschen wie Du und ich waren und keine sadistischen Monster, die der Nationalsozialismus hervorgebracht hat.

        Es kann jederzeit wieder passieren, man muss nur ein Feindbild kreieren und das nötige Bedrohungsszenario aufbauen.

      • Wolke7 says :

        Und wer eignet sich heute als Sündenbock? Ganz richtig der parasitäre, faule, dummdreiste, diebische, biersaufende und rumhurende Hartz 4 Empfänger der nichts anderes kann außer unnützen Nachwuchs in die Welt setzen und unberechtigt Staatshilfen zu empfangen. Hin und wieder eignen sich auch Asylanten dazu aber das ist ja egal, hauptsache man kann eine Sau durchs Dorf treiben um von den eigenen Fehlern abzulenken. Hat im Laufe der Jahrhunderte doch einwandfrei funktioniert, egal ob Hexen, Moslems, Juden, Sinti, Roma, Christen, Afrikaner, Indianer, der Mensch hat immer jemanden zur Hand den er als unwert darstellen kann und, laut seines Minderwertigkeitskomplexes, so auch darstellen muss. Wenn es nicht die H4 Empfänger wären dann wären es andere, z.B. die faulen Studenten die jeden Tag auf Uniparties gehen und nebenbei fett Bafög einstreichen oder die Rentner die ohne weiteres noch ruhig 10 Jahre arbeiten könnten aber trotzdem auf unseren Taschen liegen, weil sie meinen sie hätten in ihrem Leben schon genug getan anstatt mit eintritt des Rentenalters ein sozial verträgliches Ableben zu garantieren.
        Und wenn alles nichts mehr hilft nehmen wir halt eben wieder den Juden, wir benennen ihn dann lediglich, aufgrund gewisser geschichtlicher Ereignisse, einfach in „Andersgläubiger“ oder „Geldverleiher“ (Juden hatten in der Geschichte hauptsächlich mit der Verwaltung und dem verleihen von Geldmitteln zu tun) um, damit man zumindest nicht sofort Ähnlichkeiten zu gewissen Zeiten mit der heutigen nimmt und dann müsste das eigentlich mit der passenden Propaganda zu einer breiten Zustimmung führen.
        Wir haben doch schon immer gerne unsere eigenen Leute gejagt, warum sollten wir Deutsche auf eine solche Tradition verzichten? 😉

      • Wolke7 says :

        Sorry, die braune Ader musste befriedigt werden 😀

  2. DirtyDickDaddy says :

    Wie degeneriert muss man sein, um auf wildfremde Menschen zu schießen? Dass die Menschheit es bis dato nicht geschafft hat, diese Kausalkette der Gewalt zu überwinden und zur Besinnung zu kommen, zeigt doch nur wieder einmal, wie krank und armselig diese Spezies, welche sich als „Krone der Schöpfung“ geriert, tatsächlich ist. Der Dreck am Arsch Gottes, mehr nicht! 🙂

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