Ein Sanktionsgespräch im Jobcenter

Wenn ich in einer Praxisphase von meinem Studium bin, hospitiere ich in verschiedenen „Abteilungen“. Je nach dem, was ich für einen Auftrag von der Hochschule gewählt habe, bin ich in einer anderen „Abteilung“. Ich möchte hier von einem krassen Sanktionsgespräch im Jobcenter berichten, bei dem ich hospitiert habe. Mein Auftrag war es, Gespräche im Jobcenter zu analysieren.

Zunächst begrüßte ich die Vermittlerin und setzte mich hinter sie. Dann holte sie die „Kundin“ herein. Zur Begrüßung fragte die Vermittlerin direkt, warum sich die „Kundin“ denn nicht beworben hätte. Die betroffene Frau war noch nicht mal richtig im weißen Zimmer der Vermittlerin angekommen. Ängstlich zuckte sie die Schultern. „Sie wissen doch, dass Sie sich auf die Vermittlungsvorschläge innerhalb von drei Tagen bewerben müssen“, warf die Vermittlerin der Frau vor. „Warum haben Sie sich nicht beworben?“. Als die Frau auf die Schnelle keine Antwort gegeben hatte – wahrscheinlich von der herablassenden Art der Vermittlerin geschockt (ich war es zumindestens)- wurde die Vermittlerin richtig emotional und gemein. Sie erklärte der Frau, dass Sie schließlich auf Kosten der Steuerzahler leben würde und dass sie dabei mitzuwirken habe. Sie beendete ihren „Strafpredigt“ mit dem Hinweis, dass sie eine Sanktion von 30% verhängen würde.

Erst jetzt bekam die arme Frau die Gelegenheit etwas zu sagen. Ich saß geschockt hinter dem Schreibtisch und wusste nicht, wie ich der Frau mein Mitgefühl klarmachen könnte. Die Frau erklärte, dass ihr die Arbeitszeiten der Vermittlungsangebote nicht gepasst haben. Sie hat noch ein Kind und der Kindergarten hat nicht so lange offen.

Die Vermittlerin ließ sich von dem vorgebrachten Grund nicht überzeugen. Sie erklärte der Frau, dass sie diesen Grund schon mit Erhalt der Vermittlungsvorschläge hätte nennen können. Außerdem wären die Tageszeiten abgemacht gewesen. Sie werde nun eine Sanktion verhängen und in Zukunft verlangen, dass sich ihre „Kundin“ auf die Vermittlungsvorschläge bewirbt.
Das Gespräch endete damit, dass die Vermittlerin die Frau ziemlich kalt verabschiedete, ihr die Tür öffnete, um sie hinter ihr zuzuknallen.

Ein Schlag mitten ins Herz hinein. Meine Vorstellung, dass ich beim Arbeitsamt/Jobcenter etwas Soziales machen würde, war nun endgültig der nackten Realität gewichen. So ein Gespräch ist nicht nur ein einmaliger „Unfall“, was schon schlimm genug wäre. Er hat tiefere Ursachen, v.a. die Hartz-Gesetzgebung, die dieses Machtgefälle zwischen VermittlerInnen und KundInnen erst ermöglicht hat. Damit ist von vorneherein ein Gespräch auf Augenhöhe nicht möglich.

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33 responses to “Ein Sanktionsgespräch im Jobcenter”

  1. Bürger Jochen says :

    Erstmal finde ich es sehr gut, dass Du Dich traust, dies zu schreiben. Im Grunde sind solche Leute wie Inge Hannemann und Du wichtig, um auf Missstände hinzuweisen, damit sich die BürgerInnen eines Landes ein Bild über Vorgänge machen können, die sie nicht oder nur aus den Medien kennen, die allzu oft die Meinung der Arbeitgeber oder Meinungsführer wiedergeben.

    Des Weiteren finde ich dieses „Kundengespräch“ schon mal bezeichnend für das Verständnis der „Agentur für Arbeit“. Wie kann ich als einE Jobcenter-MitarbeiterIn mit einem Kunden / einer Kundin so sprechen und umgehen? – Nur weil ich nicht Lieferant bin sondern Auftraggeber. Das Jobcenter ist nicht Dienstleister sondern Bestimmer über die enorm eingeschränkten Freiheitsgrade der HartzIV-Empfänger. Warum spricht man also vom Jobcenter und von der KundIn? Weil es angeblich freundlicher klingt. Weil es den „verstaubten“, amtsschimmeligen Arbeitsämter einen falschen, einen verschönernden Anstrich verpassen sollte. Dies ist in meinen Augen genauso misslungen wie die Bahn aus ihren Bahnhofstoiletten eine „McClean“- oder „rail and fresh“-Service gemacht hat. Es ist nur eine Namensänderung und die Leidtragenden sind wie überall die Angestellten, welche die Vorgaben der menschenverachtenden Politik der Arbeitsämter umsetzen „dürfen“.

    Es braucht noch viel mehr Menschen wie Inge Hannenmann und Dich, damit dies ein Ende nimmt.

  2. Humankapital says :

    Lieber Marcel, Hochachtung! Du bist auf dem richtigen Weg! Bitte überlege Dir mal, warum Antragsteller zu „Kunden“ wurden und warum es für diese „Kunden“ nie rechtlich verwertbare Unterschriften gibt (Im „Auftrag“, „Auf Anordnung“, „Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und …“). Wenn niemand die persönliche Verantwortung gemäß der §§ 823 BGB und 839 BGB, übernimmt, sind der Willkür und Diktatur Tür und Tor geöffnet. Schau Dir dazu auch bitte das Impressum des Deutschen Bundestages auf http://www.bundestag.de an. Dort findest Du eine Umsatzsteuer-Identnummer …

  3. carolastoehr1963 says :

    „Meine Vorstellung, dass ich beim Arbeitsamt/Jobcenter etwas Soziales machen würde, war nun endgültig der nackten Realität gewichen.“

    ich wünsche ihnen , das sie an diese erkenntnis noch sehr lange erinnert werden , allerdings ahne ich , das der idealismus, der am anfang eines berufslebens von einem besitz ergreift , einer gewissen abgestumpftheit /betriebsblindheit , einem „tunnelblick „weichen wird ..allerdings..SIE haben eine unglaubliche chance :

    sie sitzen an der „quelle „..sie könn(t)en so vel aufklärungsarbeit leisten (sollten sie sich von der ideologie , das alle leistungsberechtigten potenzielle faulpelze /betrüger /lügner sind , NICHT einfangen lassen ..sollten sie hinter die kulissen sehen und damit in das ganz normale leben eines menschen /leistungsberechtigten ..sie werden feststellen , das „normales leben „und seine widrigkeiten im SGB so gut wie nicht vorkommen und das es nicht drum geht zu helfen …es ist ein „tummelplatz „der macht (der SB)..der egos (der SB )…)

    schon alleine die sprache : SACHbearbeiter …bitte , was für SACHEN bearbeitet der ?

    schuhkartons ?

    oder ist die „sache „eine existenz und jede entscheidung seitens des SACHbearbeiters hat weitreichende , meist negative folgen für die beteiligten menschen , auch KINDER ?

    vergessen sie das nie : die SACHE , die sie , auf dem amt bearbeiten , könnten auch sie irgendwann mal sein /werden …würde IHNEN das gefallen , ne SACHE zu sein ?

    ich wünsche ihnen weiterhin die kraft , kritisch zu sein, ich wünsche ihnen die fähigkeit des denkens /mitdenkens /mitfühlens …. …!

  4. Kristin says :

    … und du hast der Frau nicht helfen können, in dem du sie auf § 10 SGB II Absatz 3 —>: http://dejure.org/gesetze/SGB_II/10.html hinweist?

    Zitat: „die Ausübung der Arbeit die Erziehung ihres Kindes oder des Kindes ihrer Partnerin oder ihres Partners gefährden würde; die Erziehung eines Kindes, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, ist in der Regel nicht gefährdet, soweit die Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege im Sinne der Vorschriften des Achten Buches oder auf sonstige Weise sichergestellt ist; die zuständigen kommunalen Träger sollen darauf hinwirken, dass erwerbsfähigen Erziehenden vorrangig ein Platz zur Tagesbetreuung des Kindes angeboten wird,“ Zitat Ende

    … nun ja – nächstes Mal kannst du helfen… denn natürlich geht das Kind vor und der Job muss sich mit den Kinderbetreuungszeiten in Kita, Kiga und Co vereinbaren lassen können.

    Kurz und gut.. die Frau hätte gute Chancen, mit einem entsprechenden Widerspruch – ggf. einer Klage (sofern notwendig) erfolgreich gegen die Sanktion vorzugehen…

  5. lintusotarauha says :

    Hallo, lieber neuer Titan aus den internen Reihen, kann man deine Analyse irgendwo lesen? Ich suche gute Quellen für Vorträge für das Abendabitur – meine Art aufzuklären. 🙂

    Viele Grüße

  6. Marion A. says :

    2008 war ich kuze Zeit arbeitslos und habe über die sozialen Netzwerke eine neue Anstellung gefunden. Dies hatte ich dem Arbeitsamt dann auch umgehend mitgeteilt, dass es in 2 Wochen mit der Einarbeitung losgeht. 2 Tage später kam ein Jobangebot, auf das ich mich bewerben sollte. Dies habe ich natürlich abgelehnt, da ich ja bereits eine neue Stelle hatte. Das Antwortschreiben war sehr „freundlich“ formuliert und warnte vor Saktionen, wenn ich mich weigerte, ich auf die Vorschläge der Arbeitsagentur zu bewerben. Ich habe dann nochmals argumentiert, dass ich das nicht tun werde, weil ich in einer Woche eine neue Stelle antrete, wie bereits mitgeteilt. Da ich einen Magister habe und Sprache mein Metier ist, konnte ich mich hier argumentativ wehren und überzeugen – aber viele können das vielleicht nicht.

    Trotzdem war ich schockiert, dass ich selbst in so einer Situation (Job selbst gesucht & gefunden) wie ein Verbrecher behandelt wurde – aber vielleicht war man ja auch wegen der Quote enttäuscht, da es keine Vermittlung durch die Arbeitsagentur war…..

    Grundsätzlich bin ich mit dem ganzen System unzufrieden: Denn das ALG1 war mal eine ArbeitslosenVERSICHERUNG, in die auch ich Jahre einbezahlt habe, und zwar keinen unerheblichen Beitrag. Aber als Verheiratete bekomme ich bei Bedarf nicht einmal das, was ich einbezahlt habe, denn ich werde maximal 12 Monate gefördert, auch wenn ich 20 Jahre einbezahlt habe….. Bisher hatte ich immer Glück, war nur 2x arbeitslos und musste die Leistungen nur wenige Monate in Anspruch nehmen, aber auch ich werde nicht jünger….

    • Julia says :

      ArbeitslosenVERSICHERUNG und RentenVERSICHERUNG tragen ihre Bezeichnung genauso zu unrecht wie die KUNDEN beim JobCenter. Es sind keine Kunden sondern Sklaven. Und Arbeitslosenversicherungsbeiträge und Rentenversicherungsbeiträge sind STEUERN!!!!

  7. ginster michel says :

    der blogbeitrag ueber das gespraech ist eindrucksvoll. aber wie analysien Sie das Gespraech, konnten Sie mit der ‚Mitarbeiterin‘ sprechen, wie dieses Gespraech einzuschaetzen sei? ich bin stark an die Behandlung durch Beamte in den Amtsstuben von 1960-1970 erinnert, wo jeder Mensch wie ein Untermensch behandelt wurde. Das hatte sich in den 70er Jahre geaendert, weil sich die Leute nicht mehr alles gefallen liessen und mehr Leute die Gesetze kannten. Warum ist es moeglich, dass Angestellte der Buerokratie heute so mit „klienten“(welche Infamie dieses Wort doch ist) sprechen. Sollten die Klienten nicht mehr ueber ihre Rechte bescheid wissen, ueber die Pflichten werden sie ja staendig ‚aufgeklaert‘. Was haben Sie am Ende dieses Gespraeches getan? Ich finde es ja gut, dass Sie das veroeffentlichen und finde jede Art der Kritik willkommen, aber anzeigen ist das Eine, handeln auch muendlich das andere. Mit interessierten Gruessen, G.M.

  8. ulysses says :

    Wenn ich hier also den Alltag lese wie es in einem Jobcenter unzählige Male am Tag zugeht dann frage ich mich nach den Inhalten der Lehre die an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit vermittelt werden. Ich frage mich was das für ein Studium ist und wozu es befähigen soll. Mich beschleichen düstere Gedanken und skurrile Assoziationen drängen sich mir auf.

  9. Kenny says :

    Vielen Dank noch mal an das Private Fernsehen, dass uns mit gefälschten Realitäten glauben machen will, dass die meißten Arbeitslosen nur faul herumliegen würden!

  10. zak says :

    „Ein Schlag mitten ins Herz hinein..“ Das ist nachvollziehbar. Man muss schon ein entsprechendes Wesen haben, um so wie die Vermittlerin zu reagieren. Aus eigener Erfahrung als Betroffener und Begleiter weiß ich jedoch, dass dieses Verhalten bei den Jobcentern kein Einzelfall ist, es ist der alltägliche Wahnsinn. Mir kommen dann immer die Worte von Larken Rose in den Sinn:

    „Die meisten Konflikte, Ungerechtigkeiten und Gewalttaten sind nicht auf einzelne böse Menschen zurückzuführen, sondern auf Leute, die glauben, einer angeblichen Autorität gehorchen zu müssen. Diese heißt normalerweise Regierung. In ihrem Privatleben sind die meisten Menschen mit dem Nichtaggressionsprinzip einverstanden. Es ist also nicht in Ordnung, andere Menschen einfach auszurauben oder anzugreifen. Aber irgendwie glauben sie, dass Regierungen von dieser Regel ausgenommen sind und dass legalisierter Raub und legalisierte Gewalt, also Besteuerung und Durchsetzung von Gesetzen, moralisch gerechtfertigt und notwendig für die Gesellschaft seien.
    Das Konzept einer Regierung ist nicht nur anfällig für Missbrauch und Korruption, sondern es ist auch in sich widersprüchlich und total verrückt. Hier sind drei unabhängige Beweise:
    Erstens:
    Es gibt kein Dokument oder Verfahren, mit dem irgendeine Person oder Gruppe jemand anderem ein Recht übertragen kann, was diese Person oder Gruppe selbst gar nicht hat. Also kann auch kein Politiker das Recht haben, etwas zu tun, wozu du selbst nicht das Recht hast.
    Zweitens:
    Es gibt keine moralische Verpflichtung, etwas zu tun, wovon du denkst, dass es falsch ist. Immer wenn du die Befehle einer Autorität nicht mit deinem Gewissen vereinbaren kannst, hast du das Recht, nicht zu gehorchen. Wenn das stimmt, dann ist der, der die Befehle erteilt, keine Autorität, weil das bedeuten würde, dass er das Recht hat, dich herumzukommandieren und dass du gehorchen musst.
    Drittens:
    Kein Dokument oder Verfahren kann Moral verändern, indem es eine schlechte Tat zu einer guten umdefiniert. Entweder stimmen Gesetze mit objektiver Moral überein und sind deswegen redundant und irrelevant oder sie stehen mit objektiver Moral im Widerspruch und sind deswegen ungerechtfertigt und sollten missachtet werden. Unabhängig davon begründet ein Gesetz nicht die Verpflichtung zu gehorchen und besitzt demzufolge auch keine Autorität.
    Von früher Kindheit an wird uns gelehrt, einer “Autorität” zu gehorchen. Ob ein Kind „gut“ ist, hängt davon ab, wie gut es seinen Eltern gehorcht, seinen Lehrern und später den Gesetzen der Regierung. Direkt oder indirekt wird den Menschen eingetrichtert, dass Gehorsam eine Tugend sei, und dass die “guten Menschen” diejenigen sind, die tun, was die “Autorität” ihnen vorschreibt zu tun. Als Folge dieses Gehorsams, fühlt sich das in-frage-stellen dieser Konzepte an, als wenn es ein Angriff auf die Moral selbst wäre.
    Trotz der Tatsache, dass “Regierungen” immer für sich in Anspruch nehmen, im Namen der Menschen und des Gemeinwohls zu handeln, steht eine “Regierung” ihrem Wesen nach immer in direktem Widerspruch zu den Interessen der Menschheit. Die Autorität des Staates ist nicht eine edle Idee, die manchmal schief geht, noch ist es ein im Grunde gültiges Konzept, das manchmal beschädigt wird. Das Konzept der Autorität des Staates ist von oben bis unten, von Anfang bis Ende, inhuman und destruktiv.
    Jeder Vorstoß in die Richtung, dass “Regierung” von Natur aus illegitim ist, wird mit der These abgeschmettert, dass sich die Menschen dann wie „gefühllose, bösartige Tiere verhalten würden und das Überleben dann vom „Recht des Stärkeren“ abhängen würde.
    Wenn die Menschen tatsächlich so leichtsinnig, dumm und bösartig wären und man ihnen nicht vertrauen kann, wie könnte sich die Situation dadurch verbessern, indem man eine Teilmenge derselben leichtsinnigen, dummen und bösartigen Menschen nimmt und ihnen die Erlaubnis gibt, gewaltsam die Kontrolle über alle anderen auszuüben?“

  11. SouVereign says :

    Eine Freundin – mit 2 abgeschlossenen Studiengängen in Musik- & Theaterwissenschaft – möchte unbedingt Dramaturgin werden. Da sich nichts fand, musste sie zum Jobcenter. Dort wurde sie mit den Worten begrüßt, warum sie denn solch einen Scheiß überhaupt studiert hätte. Selbst schuld, wenn sie nun keine Arbeit finden würde.

    • Volker says :

      Ein schönes Beispiel dafür, wie weit es in unserem Land schon gekommen ist. Von Freiheit und Demokratie kann man hier nur noch eingeschränkt reden. Auf jeden Fall hat in diesem Land, seit der Einführung von Hartz IV, Art. 12 des Grundgesetz (GG) keine Gültigkeit mehr. Zitat:

      „Art. 12 GG [Berufsfreiheit] (1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
      (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
      (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.“

      Soweit das Grundgesetz. Sehen wir uns nun das SGB II an. Hier ein Auszug aus § 31 Pflichtverletzungen:

      „SGB II § 31 Pflichtverletzungen. (1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte verletzen ihre Pflichten, wenn sie trotz schriftlicher Belehrung über die Rechtsfolgen oder deren Kenntnis

      2. sich weigern, eine zumutbare Arbeit, Ausbildung, Arbeitsgelegenheit nach § 16 d oder ein nach § 16 e gefördertes Arbeitsverhältnis aufzunehmen, fortzuführen oder deren Anbahnung durch ihr Verhalten verhindern,
      …“

      Soweit der Auszug aus § 31 SGB II. Dies steht im krassen Gegensatz zum Art. 12 GG. Aber kein Sozialgericht und auch das Bundesverfassungsgericht sieht hier Handlungsbedarf. Ganz anders ein Ausschuss der UN. Zitat:

      „UN-Ausschuss rügt die Verpflichtung zur Annahme jeder zumutbaren Arbeit

      Die mit Sanktionen bedrohte Verpflichtung nach § 31 SGB II, jede zumutbare Arbeit anzunehmen, hält der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte für so problematisch, dass er die Bundesrepublik in seiner Sitzung im Mai 2011 öffentlich rügte. Der UN-Ausschuss fordert die Bundesrepublik auf, „sicherzustellen, dass seine Systeme zur Arbeitslosenhilfe die Rechte des Individuums zur freien Annahme einer Beschäftigung seiner oder ihrer Wahl ebenso wie das Recht auf angemessene Entlohnung“ respektieren.

      Er bezieht sich dabei auf Art. 6 und 7 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 19. Dezember 1966. Danach sind von den Vertragsstaaten „geeignete Schritte“ zum Schutz des Rechts auf „frei gewählte oder angenommene Arbeit“ zu unternehmen, mit der jede/r einzelne ihren/seinen Lebensunterhalt verdienen kann.

      Der Ausschuss ist aus 18 Experten zusammengesetzt, die vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen ernannt werden und die ausdrücklich unabhängig von ihren Herkunftsländern agieren sollen.“

      Darauf hat die Regierung der BRD bis heute nicht reagiert. Hier werden straflos grundlegnde Menschenrechte mit den Füßen getreten. Die Dame, die so gerne Dramaturgin werden möchte braucht sich also nicht zu wundern, wenn sie sich als WC-Reinigungskraft bei einer Leih- oder Zeitarbeitsfirma wiederfindet.

  12. noz! says :

    Gespräche auf Augenhöhe sind nicht gewollt. Es geht bei solchen Gesprächen sehr oft um Machtausübung auf Seiten der Mitarbeiter und die „Kunden“ (was für ein Wort in diesem Zusammenhang!) haben zu kuschen und die Klappe zu halten.
    Da kann ich über den Satz der Eingleiderungsvereinbarung, dass das Jobcenter die Suche nach einem Arbeitsplatz unterstützt, nur müde lächeln.

  13. Marko says :

    Auweia. Das hätte die Sachbearbeiterin mal bei mir machen müssen. Auch wenn du hinter ihr gesessen hättest. Ich wäre ausgerastet. Das, was die Sachbearbeiterin gemacht hat ist eine Straftat, weil sie einfach die Grundrechte der „Kundin“ mehrfach beschnitten hat (alleine schon „Art. 1 GG wurde schonmal wegen herabwürdigender Begegnung verletzt).Die Sachbearbeiterin spielt sich hier auf und sanktioniert, obwohl das ganz offensichtlich „legal“ aber hochgradig falsch ist. Wäre ich die „Kundin“ und man hätte mir diese Sanktion auch nur angedroht (in diesem geschilderten Fall wurde sie sogar verhängt, die Sanktion), dann würde ich…. Naja, das schreib ich jetzt lieber nicht.

  14. Piratphil says :

    Genau deshalb ist es wichtig das das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen endlich voran kommt. Zumindest die Grundsicherung sollte bedingungslos gewährt werden um von vorne herein jede Form von Machtmißbrauch durch einzelne Arbeitsamts Mitarbeiter einzuschränken.

  15. Volker says :

    Das von Ihnen geschilderte Erlebnis ist ein schönes Beispiel dafür, das man, als geladener „Kunde“, nur in Begleitung zum Termin erscheinen sollte. Leider wissen die wenigsten Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind, das sie dieses Recht haben. Ich kann nur jedem Betroffenen empfehlen, sich mit Hartz-IV-Vereinen in Verbindung zu setzen und/oder sich fachkundigen juristischen Beistand zu suchen. Sei es vor Ort oder hier im Netz. Dort bekommt man die Informationen, die einem die JobCenter vorenthalten (und damit selber gegen das SGB verstoßen). Nur wenn sich immer mehr betroffene Menschen informieren, organisieren und den Mut und die Kraft aufbringen, Widerstand zu leisten, besteht die Chance dieses Unrechtssystem zu ändern.

    Zum Blog selber kann ich nur sagen: „Hut ab, das Sie sich zu diesem Schritt entschlossen haben.“ Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt.

    LG
    Volker

  16. zak says :

    Hallo, vorgestern wurde mein Kommentar gelöscht. Das ist natürlich dein Recht, dennoch wäre ein kurzes Feedback von dir, warum du ihn gelöscht hast, für mich hilfreich. Danke!

  17. Ralph Boes says :

    Danke für den nonchalanten Mut 🙂

  18. Karl Görtz says :

    Wer hier auf Kosten der Steuerzahler lebt sind die Sanktionierer, die den Grünspan noch hinter beiden Ohren haben und in ihrem Leben noch nie richtig gearbeitet haben!

  19. nolan says :

    > dieses Machtgefälle zwischen VermittlerInnen und KundInnen

    versuchen „Die Mitläufer“ auszugleichen…

  20. Renate Hafemann says :

    Das ist interessant …. ich kenne diese Situationen ja nur als ältere Frau mit früher einem Pflegefall und heute als Freelancerin, wo wir nicht genug mit verdienen, um ganz vom Jobcenter wegzukommen … aber ich habe vier Kinder groß gezogen und hatte dazu anfänglich eine Mama, die mir half … aber jede Arbeitszeit kann man als Mutter natürlich nicht auf sich nehmen, die Familie verlangt doch ihr Recht.

    Und dafür verhängen die Sanktionen .. echt krass.

    Ich habe über eine Jappy-Freundin übrigens mal 100 % Sanktionen beim Regelsatz für ihren 16 Jahre alten Sohn miterlebt. Der Junge hatte keinen so tollen Hauptschulabschluss und wollte gern weiter zur Schule gehen, den Realschulabschluss machen. Über das Jobcenter wurde er zunächst von Eutin aus nach Lütjenburg zu einem Praktikum bei der Post dort geschickt .. die Fahrkosten waren höher als der Freibetrag, der ihm gutgeschrieben wurde, also er machte mit dem Job minus, was ja oft so ist .. gegenüber Hartz IV.

    Seine Mama ist Verkäuferin, die Väter ihrer beiden Kinder haben mal das Weite gesucht und sie kommt logisch mit zwei Kindern nicht übern Hartz IV-Satz, obwohl sie arbeitet. Die kleine Schwester ging damals noch in den Kindergarten. Es gab auch noch eine Freundin, die das Mädel ab und zu mit beaufsichtigte, was die Mama irgendwie auch organisiert hatte.

    Nun nahm die Post den Jungen nicht. Der war wirklich motiviert gewesen, aber wie man das so kennt bei Praktika .. paar Tage vor Schluss wird dann erzählt, man hätte irgendwo was nicht so gut gemacht und würde sich doch nicht eignen.

    Das höre ich so oft .. ich wohne ja in einem Sozial-Ghetto, wo viele meiner Nachbarn auf diese Weise ausgebeutet werden und immer heißt es zuerst, sie wären toll und am letzten Tag dann doch nicht.

    Danach wurde der Junge zur Grone-Schule geschickt und hatte das Problem, dass dort mehr Türken als Deutsche waren und er ständig auf dem Schulhof angegriffen wurde. Er hatte Angst, dort zur Schule zu gehen, weil er sich wehrlos und hilflos fühlte. Seine Mama hat mir das erzählt.

    Dann kriegte er die Zusage, dass er einen Platz auf einer Berufsschule bekommen würde, um seinen Realschulabschluss nachzumachen.

    Das macht er jetzt auch schon über ein Jahr und hat gute Zensuren. Seine Mama ist sehr stolz auf ihren Sohn.

    Damals nun reagierte er so, dass er die Grone-Schule abbrach, als er die Zusagte kriegte, dass er ab Sommer den Schulplatz hätte.

    Die Familie bekam für den Sohn sofort 100 % Sanktionen .. noch Lebensmittelgutscheine über soweit ich mich entsinne 120 Euro im Monat oder so, die die Mama aber nicht bei Aldi oder Lidl einlösen konnte, sondern nur in einem dieser teuren Läden, die sich ein Hartz IV-Empfänger ja selten leisten kann .. wo man mal paar Gewürze und dergleichen holt, aber doch nicht täglich einkaufen gehen kann.

    Überstanden hat die Familie diese 3 Monate, weil einer aus der Jappy-Freundesliste der Mami genug Geld hatte, ihr für eine Weile was zu leihen, sonst wäre das extrem hart geworden.

    Eine Geschichte, die für Dich sicher interessant ist .. ich konnte den Jungen gut verstehen und faul oder arbeitsscheu ist der ja gar nicht, was heute seine Schulnoten doch zeigen.

    Ich war vor über 10 Jahren auch mal auf der Grone-Schule, um mich als Industriekauffrau .. das ist mein erlernter Job, bin aber ewig lange raus … weiterzubilden. Der Unterricht war so flach … ich habe da nichts Brauchbares gelernt .. und der war im Vergleich zu vielen Sachen, die mein Mann hat an angeblicher „Weiterbildung“ machen müssen, noch gut, weil er da nicht wie ich bei der Grone-Schule wenig,sondern gar nichts gelernt hat.

    Solche Kurse sind Betrug am Steuerzahler .. ich denke auch, sie dienen nur der Einschüchterung der Menschen, aber nicht deren Weiterbildung.

    LG
    Renate

  21. Der Alex says :

    Als Ansprechpartner einer Erwerbslosen-Selbsthilfegruppe kenne ich derartiges leider nur zu gut. Ein Einzelfall war das beschriebene Gespräch nicht!
    Rechtlich handelte es sich dabei um eine „Anhörung“ gem. §24 SGB X.

    Zu so einem Gespräch sollte man nie allein gehen! Jede(r) „Beteiligte“ hat das Recht auf einen Beistand, wobei das „einer“ ausdrücklich keine Anzahl darstellt, wie das Bundessozialgericht klargestellt hat.
    Was dieser Beistand während des Gesprächs äußert, gilt als von der beteiligten Person selbst vorgebracht, wenn diese nicht gleich widerspricht.

  22. Renate Ziegler says :

    Hallo kritischer Kommilitone,
    ganz tolle Arbeit, vielen Dank für den Artikel und den ganzen Blog. Wenn man selbst in so einer Situation war oder weiß, dass es passieren kann, dann hilft es sehr, wenn man weiß dass man inneren Beistand hat. Grade solche Belehrungen meiner Arbeitsvermittlerin haben mich zunächst total verunsichert. Weil ich nicht wusste oder nicht ernsthaft glaubte, dass sie trotz Kenntnis meiner Situation ernsthaft mich belehren will was ich zu tun und zu denken habe. Man fühlt sich irdendwie im falschen Film, überhaupt nicht ernst genommen. Am Anfang dachte ich noch, diese Leute haben halt viel mit Asis zu tun und merken nix mehr und haben einfach auch schlechtes Benehmen und sind gestresst. Dennoch nagt der Gedanke „wieso geht die so mit mir um, liegt das an mir?“ und vor allem “ wie reagiere ich angemessen und vermeide Sanktionen“ nahe. Ich hab dafür zwar noch keine Lösung, aber immerhin freut mich schon die Veröffentlichung.

  23. Rundregelsatz says :

    Wenn mir ein Fallmanger mal doch ins Gesicht sieht, dann nur weil man mich herablassend Fragen will:“Und was wollen SIE schon wieder hier?!“ oder weil man mir (unterschwellig?) zu erkennen geben will:“…und ich habe Ihnen sowieso noch nie was geglaubt.“ (Originalzitate meines Fallmanagers der hohnhafterweise früher mal auf dem Sozialamt gearbeitet hat)

    Für mich irgendwie nachvollziehbar aber nicht im positiven Sinne. Man hat finanziell die Grenze dessen erreicht was man den „Arbeitskranken“ geben muss. Wie spart man denoch Geld? Zum Einen Mal durch (konstruierte) Sanktionen, dem Verschweigen wichtiger Informationen („Hätten Sie mich darüber nicht Informieren sollen?“, „Tu ich doch grad“) oder aber auch indem man ohnehin schon angenackste Menschen pauschal mies behandelt.

    In meinem Fall war das besonders mies. Aus 1-2 Jahren mangelnder Berufserfahrung sind mittlerweile 6 Jahre geworden. Ich kam in einer Situation zum JobCenter die ich als die schwierigste und schmerzhafteste Phase meines Leben bezeichnen muss. Menschlich ein Frack, keinerlei Unterstützung (keine Freunde, Familie da), nichts in der Tasche und so gut wie kein Hab und Gut.

    Hilfe? Einen Zusatzjob. Mehr nicht. (EGL-Katalog, ReHa was ist das?) Man hatte nicht mal den Anstand und nannte mir wenigstens Hilfestellen bei denen ich mich menschlich hätte ausquatschen, aufbauen können. Kalt, Herzlos hat man mich meinem Schicksal ausgesetzt, hängen gelassen, allein gelassen, trotz heuchelnder Versprechen helfen zu wollen.

    Zinslose Darlehen hat man mir als Erstausstattung verkauft. Kein Schrank, kein Tisch, kein Bett, keine Waschmaschine, kein Kühlschrank, ich hatte nicht mal Tapeten an der Wand. Trotz Besuch der „netten“ Damen vom JobCenter die das Elend leibhaftig bei einem Hausbesuch sahen und spürten, gab´s dann am Ende 260,00€ die ich zurück bezahlen durfte.

    Man kann nicht viel dafür das man in eine solche Situation geraten ist, man hat sonst niemanden der einem hilft, man hat etwas gelernt, man ist willig und motiviert sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Man lässt sich leiten nur um irgendwann zu erkennen das man von vorn bis hinten vera… worden ist. Als ausgebildeter Mediengestalter (kein Job der das letzte Mal vor 20 Jahren eingestellt worden wäre, Arbeitskräftemangel…LAUT: LOL), als jemand der sich an die Regeln und Pflichten hält, sich nichts zuschulden kommen lässt und über Jahre hinweg bewiesen hat das er es Wert wäre gefördert zu werden, trotz alle dem gibt man lieber bislang 50.000€-60.000€ dafür aus um mir mein Dach über dem Kopf, das Essen und den Zusatzjob-Betrieb zu bezahlen und mich ständig an der Nase herum zu führen. Anstatt das man mich am Anfang meiner „Karriere“ erst genommen hätte und mit 20.000€-25.000€ wieder fit zu machen, fit zu machen damit ich wieder selbst für mich sorgen kann.

    Nein, es geht nicht um die Menschen.

  24. haddf says :

    Was macht man den als Betroffener in dieser Situation? Welchen „Beistand“ sollte man denn mitnehmen? Welche Organisationen können da helfen? Zu beachten ist die Nebenbedingung, dass das kostengünstig sein sollte, da Personen in dieser Situation oft nicht in der Lage sind zusätzliche Ausgaben zu tätigen. Ich habe nicht oft von solchen Organisationen gehört. Wenn solche Gespräche der „wahnsinnige Alltag“ sind, wo bleiben dann die Organisationen?

    MfG Tim

  25. tintenkleks says :

    Wie ich dem Beitrag von Marcel entnehmen konnte, handelte es sich bei dem geführten Gespräch im JC formal gesehen um eine Anhörung:

    http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbx/24.html

    Ich kann nur jedem ALG II-Bezieher empfehlen, sich auf keine mündlichen Diskussionen diesbzgl. einzulassen
    Eine Anhörung sollte stets in schriftlicher Form erfolgen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand – oder besser ausgedrückt… auf der Seite des Leistungsempfängers.

    Denn was wissen wir denn, was die oder der Sachbearbeiter wirklich von dem gesprochenen Wort wahrheitsgemäß zu Protokoll gibt?

    An anderer Stelle habe ich dazu ausführlich Stellung genommen:
    http://unbequem.blogspot.de/2013/06/beratungsgesprach-ein-anderes-wort-fur.html

    Machen wir uns nichts vor. Die Zeiten wo man auf verständige, sozial engagierte Sachbearbeiter vertrauen konnte sind vorbei.

    Wir erleben es doch Tag für Tag. Nur als Beispiel, dass was der Whistleblower Edward Snowden ans Licht der Öffentlichkeit gebracht hat, zeigt doch eines ganz deutlich.

    Der gemeine Bürger wird überall nur als Bedrohung angesehen. Was oder wen bedroht er eigentlich? Offenbar permanent seine eigenen Staaten… oder sind es doch nur die staatlichen Institutionen – die eigentlich eine Bedrohung für uns, den Bürger darstellen – die ihre Macht bedroht sehen?
    Man weiß es nicht was in den paranoiden Hirnen der Oberen vorgeht, die sich einer ständigen Bedrohung ausgesetzt sehen. Nichts Gutes vermutlich.

    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen das irgendwann die NSA bei ihnen oder mir klingelt und mitteilt, dass wir soeben als friedlichster Bürger des Jahres auserkoren wurden. Deren Algorithmen suchen stets und überall nach dem vermeintlich „Bösen“ in uns.

    So entsteht schleichend eine Gesellschaft wo jeder jedem nur noch misstraut. Machen wir mit, zumindest dort wo Misstrauen angezeigt ist… bei den Jobcentern. Gutes zum Wohle des Bürgers haben die nämlich auch nicht im Sinn.

  26. xonatas says :

    mitten ins Herz. Soso. Aber doch nicht wirklich in Deines. Und auch nicht in dein Gewissen, lieber Marcel. Du bist und bleibst doch noch Student an der „Hochschule der Bundesagentur für Arbeit“ Oder nicht?

  27. Marc Anton says :

    Diese Darstellung ist nicht nachprüfbar. Es fehlen Namen, Daten, Adressen.

    • kritischerkommilitone says :

      Das stimmt. In diesem fall ist es meine subjektive Erfahrung. Um solch eine konkrete Situation nachprüfen zu können, müsste jemand
      mit versteckter Kamera filmen.
      Ich persönlich habe ganz bewusst keine Namen, Daten und Adressen genannt, weil die Situation meines Erachtens nach in jedem Jobcenter
      vorkommen kann. So krasse Begebenheiten (eigentlich ist der ganze Alltag im Jobcenter schon krass genug) resultiert aus der stukturellen
      Gewalt, die die Jobcenter und Arbeitsämter ausüben.

      • Renate says :

        Hei,
        der Mensch, der länger im Jobcenter mit verschiedenen Fallmanagern und Mitarbeitern der Leistungsabteilung zu tun hatte, weiß, dass das alles nur Menschen sind, die oft gar nicht so handeln wollen, sondern müssen. Wenn sie zu verständnisvoll werden, werden sie von oben auch einfach ausgetauscht. Ein Vertrauensverhältnis soll gar nicht entstehen.

        Lieber Marc Anton, ich habe in meinem eigenen Blog in einem anderen Zusammenhang .. wohne in einen Sozialblock, der von einem Immobilienhai aufgekauft wurde, der sogar so weit ging, den Mietern hier damit zu drohen, er hätte ja Erfahrung aus St. Pauli (vermutlich die Esso-Häuser, weiß es nicht genau). Obwohl ich nur Initialen, keine vollen Namen, genannt habe, um die Menschen hier zu warnen, hier Neumietverträge abzuschließen (die werden künstlich im Hartz-IV-Bereich gehalten, dann nach dem ersten Jahr die Nebenkosten drastisch rauf gesetzt, so dass das Jobcenter wieder einen Umzug verlangen muss !!!! .. auch das sind Vorschriften genausow wie sie dem Neueinzug zustimmen müssen !!!!, wenn die Nebenkosten wider besseres Wissen zu niedrig angesetzt wurden.

        Der Typ hat meinen Mann und mich vors Landgericht gezerrt .. da musst Du einen Rechtsanwalt mitbringen, sonst verlierst Du von vornherein .. wir haben einen gefunden … einen Vergleich geschlossen, gemerkt, der Richter ist auf unserer Seite .. haben uns darauf geeinigt, dass ich auch noch die Initialen raus nehmen und durch xx ersetze ,,,obwohl Initialen zu nennen in der Presse ja normal ist und wir nicht gegen ein Persönlichkeitsrecht oder die Blogger-Regeln von Google verstoßen haben .. haben einen Google-Blog.

        Bei Namen ist das anders .. da könnten die Leute, um die es geht, den jungen Mann hier verklagen … das wirst Du doch nicht wollen oder ??? So informiert er die Menschen und kann es so auch machen.

        LG Renate

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